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Lokalsport
Jugend fasziniert vom Spiel mit den Königen

Lokalsport: Jugend fasziniert vom Spiel mit den Königen
Der achtjährige Jonah Emmerichs aus Xanten wurde in seiner Altersklasse mit 4,5 Punkten Dritter. FOTO: Armin Fischer
Xanten. 144 Schachspieler kamen nach Xanten, um an den zwölften Jugend-Open teilzunehmen. Einige Talente nahmen lange Anfahrten auf sich. 1500 Euro an Preisgeldern wurden ausgeschüttet. Von Sabine Hannemann

Im PZ der Xantener Gemeinschaftsschule herrscht Ruhe. Die zwölften Jugend-Open des Xantener Schachklub laufen. An langen Tischreihen richten sich die Blicke der Teilnehmer auf die Bretter und Züge, die der Schachpartner macht, machen könnte oder sich gerade überlegt. Dass allmählich während der 15-minütigen Partien über den Spielerköpfen der Altersklassen U8 bis U20 leichter Rauch aufzusteigen scheint, ist nachvollziehbar. "Wir haben Teilnehmer, die lange Fahrten auf sich genommen haben, um dabei zu sein", weiß SK-Pressewart Heinz-Gerd Altenschmidt.

Autokennzeichen aus dem Ruhrgebiet oder Rheinland verrieten die Herkunftsorte. 156 Anmeldungen waren eingetrudelt, angetreten sind dann 144 - das sei dennoch eine stolze Zahl, wie von der Turnierleitung zu hören war. Schach hat eben seinen Reiz, der gedankliche Austausch steht oben an. "Ziel ist, den Gegner matt zu setzen und mit Taktiken und Strategien auszuprobieren, wie man den Gegner aus der Reserve lockt", fasst Altenschmidt die Faszination des Brettspiels zusammen. Die Altersklassen sind genau eingegrenzt. Das Turnier der Klasse der unter Achtjährigen hat's bereits in sich. "Das sind ganz helle Köpfe", so Altenschmidt.

Das offene Turnier über eine Gesamtlänge von fünfeinhalb Stunden richtet der SK Xanten einmal pro Jahr aus. "Der Termin nach den Sommerferien hat sich bewährt", meint die Vorsitzende Cindy Breuer.

Mancher Teilnehmer spielt bereits in einem Club, andere sind vereinslos. Die Stimmung war locker, aber nicht nachlässig. 15 Minuten Spielzeit verlangten vollste Konzentration. Julian Strauch, ein fünfjähriger Knirps, war mit seinem Vater Sebastian aus Bonn angereist. "Ich habe am Computer Schach gespielt, als mein Sohn dazu kam und wissen wollte, wie's funktioniert", erzählt der 33-Jährige. Das war vor einem Jahr. Julian tauchte in die Welt mit Dame, König, Springer, Läufer und Bauern ein. Sie verbrachten in Xanten einen Vater-Sohn-Tag. "Julian hat sich richtig auf das Turnier gefreut." Jason (8) vom SK Xanten war ebenfalls hochmotiviert: "Ich habe doch einen Kopf, um zu denken." Und Denken mache ihm Spaß. Vereinskollege Liam (8) ging noch einen Schritt weiter: "Wenn man so viel denkt wie beim Schachspiel, wird man schlauer."

Sebastian Strauch war ein Papa unter vielen, die ihren Nachwuchs begleiteten. Während sich Väter mit dem Laptop beschäftigten, ließen einige Mütter die Stricknadeln klappern. Die Pausen wurden zum Energienachschub genutzt oder um sich mit andern auszutauschen. Dabei ging's um Strategien, die angeblich immer funktionieren und zu guten Ergebnissen führen. Jonah, jüngster Xantener Spieler, kam auf Platz drei. Jason belegte Platz fünf und Liam Rang sieben. Jeder Teilnehmer bekam eine Medaille. Die Preise im Wert von über 1500 Euro stiftete die Volksbank Niederrhein.

Ergebnisse: www.sk-xanten.de

Quelle: RP
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