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Fussball Vor Dem A-Liga-Start
Klassenerhalt? Der SV Millingen geht fest davon aus

Xanten. Der Aufstiegskader ist zusammengeblieben und umfasst in der neuen Saison 26 Spieler. Trainer Torsten Weist hat sechs neue Akteure geholt. Von Detlef Kanthak

Millingen Eines darf dem SV Millingen mit Gewissheit nicht nachgesagt werden - langweilig ist es um den Club in den vergangenen Spielzeiten nicht geworden. Innerhalb von zehn Jahren hat sich der SVM in drei verschiedenen Spielklassen probiert und ist in dieser Zeit zweimal ab-, dreimal aber auch aufgestiegen. Lebhafter dürfte es kaum in einem anderen Verein des Moerser Fußballkreises zugegangen sein.

In diesem Sommer sind einmal mehr die fröhlichen Sprüche angesagt. "Wir sind wieder da", steht auf den T-Shirts, die Millingens Fußballer stolz nach der Rückkehr in die Kreisliga A übergezogen haben. "Am Anfang der vergangenen Saison habe ich noch nicht an den Aufstieg geglaubt", gibt Trainer Torsten Weist heute zu. Er hatte da ein in den Ligaspielen zuvor chancenloses Team übernommen, an dessen rasche Wiederauferstehung wohl auch viele im Club gezweifelt haben. "Aber je länger die Saison dauerte, desto mehr wurden die Relegationsspiele zu einem konkreten Ziel", erinnert sich Weist daran, wie souverän sein Team sich schließlich den zweiten Rang sicherte und den TV Asberg und den SV Neukirchen in der Qualifikation hinter sich ließ. "Unsere jungen Spieler haben aus den Nackenschlägen gelernt und sind inzwischen zu einem geschlossenen Team gereift", kennt der Coach den Grund des Erfolges.

Die stolze Millinger Auswahl ist zusammengeblieben. Weist darf heute auf eine junge Mannschaft zurückgreifen, die bereits mit einigen Geschichten rund um das runde Leder aufwarten kann, und die dabei von erfahrenen Akteuren wie Volker Linßen, Henning Rohrbach oder Torhüter Marc Noreiks angeführt wird. "Mit den Neuzugängen sollten wir uns noch einmal verstärkt haben", blickt er auf die sechs Zugänge. Den früheren Budberger und letztjährigen Xantener Torhüter David Parke hat Weist einfach mal angerufen, als er von dessen Abschied aus der Domstadt gehört hat.

Der Griff zum Telefon hat sich gelohnt. Parke kam, Weist dürfte auf der Position zwischen den Pfosten mit zwei guten Keepern keine Probleme haben. Die weiteren Neuen im Team kommen direkt "um die Ecke". Wenn überhaupt: Jonas Lau hat zuletzt sein Freiwilliges Soziales Jahr beim SVM absolviert. Jetzt machte der künftige Student Nägel mit Köpfen und wechselte vom SV Budberg II und wird künftig das Millinger Mittelfeld ankurbeln. Ein anderer Jonas hat den Trainer kräftig geärgert. "Jonas Schaper ist uns in den Spielen gegen Ossenberg aufgefallen", hat Weist damals gefragt, wer denn dieser junge Bursche sei, der da so abgezockt und zweikampfstark auftrat. Patrick Zur hat eine einjährige Pause hinter sich, trainiert seit längerem wieder mit dem Team und kehrt jetzt aufs Spielfeld zurück. Noch länger hat die Auszeit von Tim Böttcher gedauert: Der frühere Budberger hat sich 18 Monate lang in Australien umgeschaut, könnte noch ein wenig Zeit brauchen um zur Höchstform aufzulaufen, sollte dann aber ein Kandidat für die Offensive sein.

Aus der eigenen Junioren-Abteilung rückt Niklas Wolski in die "Erste" auf. "Wir werden ihn langsam heranführen." So viel zum spielenden Personal. Auch der Herr an des Trainers Seite dürfte noch nicht allen im A-Liga-Land bekannt sein. Nach sechsjähriger Abstinenz vom Geschehen rund um den Ball übernimmt Gerd Peerenboom, früher Trainer der Veener "Reserve", den Posten des Millinger Co-Trainers.

Das Trainerduo hat seiner Auswahl eine etwas längere Sommerpause gegönnt. "Nach der langen Saison sollte die Mannschaft abschalten und etwas Entfernung vom Fußball haben", sagt Weist, der erst am 21. Juli, also zwei Wochen später als die Konkurrenz, zum Training bat. "Kein Nachteil" vermutet er. "Unser Team ist in der Breite besser aufgestellt und wir werden in den ersten Wochen rotieren." Spieler genug hat er. 26 Akteure tummeln sich im Millinger Kader - mitgerechnet sind da allerdings auch Niklas Eickers und Simon Töberich. Ersterer wird nach seinem Praktikum in Nürnberg erst im kommenden Monat zurückkehren. Und Töberich ist der Pechvogel im Team.

Nach einer Schulteroperation ist mit seinem Comeback wohl erst 2016 zu rechnen. Den übrigen Spielern gibt der Trainer eine klare Richtung vor. "Wir wollen schnell unsere Punkte sammeln, aber die Jungs müssen dafür 110 Prozent geben." Als Kanonenfutter für die Konkurrenz sieht der Trainer sein Team jedenfalls nicht. "Wir sind stark genug für den Klassenerhalt", sagt er.

Quelle: RP
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