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Kuban-Elf landet auf dem Abstellgleis

Lokalsport: Kuban-Elf landet auf dem Abstellgleis
Niklas Maas (mitte) war mit 22 Treffern der Haupttorschütze des SV Sonsbeck II. Beinahe hätte es für die Mannschaft zum Aufstieg gereicht, aber die Schlussminuten der Partie in Veen verliefen verhängnisvoll für die Kuban-Elf. FOTO: armin Fischer
Sonsbeck. Fußball-Kreisliga A: Der SV Sonsbeck II spielte eine gute Saison - bis auf das Spiel bei Borussia Veen, wo die Mannschaft von Trainer Stefan Kuban in der 93. Minute das 0:1 einstecken musste. Die Arbeit eines ganzen Jahres war vergebens. Von Detlef Kanthak

Es gibt Augenblicke, die die gesamte Arbeit eines langen Jahres verderben können. Bis zur 93. Minute sah der SV Sonsbeck II in seinem Gastspiel bei Borussia Veen wie der Sieger aus. Das 1:0 wäre genug gewesen, um vier Spieltage vor dem Saisonende noch einmal auf den Aufstiegszug, der den Absteiger in die Kreisliga A wieder zurück in die Bezirksliga gefahren hätte, zu springen. Ausgerechnet den gegnerischen Torhüter aber hatten die Sonsbecker nicht auf der Liste und ließen ihn gewähren. Dennis Laakmann bugsierte den Ball über die Linie, sorgte für Riesenjubel im Veener Lager und Katzenjammer im Sonsbecker Block. Dass der SVS II dann bis zum Ende der Spielzeit keinen Punkt mehr abgeben sollte - geschenkt. In Veen war die Mannschaft auf dem Abstellgleis gelandet.

So bleibt ein dritter Platz mit mehr als 100 geschossenen Toren und die Erkenntnis, trotz guter Aufstiegsmöglichkeiten einen neuen Anlauf nehmen zu müssen. Fast ein Drittel der Saison hat die Mannschaft auf dem ersten oder zweiten Rang verbracht. Als aber abgerechnet wurde sollte ein einziger Zähler zum Happy-End fehlen. "Natürlich waren wir alle enttäuscht", schildert Stefan Kuban die Stimmung in der Sonsbecker Kabine. Dem Trainer blieb nichts anderes übrig, als den Kontrahenten aus Meerbeck und Meerfeld zu gratulieren. "Wer am 34. Spieltag oben steht ist, auch verdient aufgestiegen", so Kuban, der als dritter Trainer für das Fazit der Saison verantwortlich war.

An den Start gegangen war Sonsbecks Zweitvertretung noch mit Thomas Dörrer, der seine Kicker schon nach dem fünften Spieltag und schwachem Saisonauftakt zum Gespräch bitten musste. Als Dörrer Ende Oktober zum Trainer der Landesliga-Formation des SVS befördert wurde, hatte sich das Team wieder in den oberen Tabellenbereich vorgespielt. Mit Johannes Bothen, vom Co- zum Interimstrainer aufgestiegen, gelang am letzten Spieltag des Jahres sogar der Sprung an die Ligaspitze. Unter Kuban, der im Januar das Ruder übernahm, leistete sich der SVS aber zwei schwache Phasen. Gegen die späteren Aufsteiger gab es zwei Niederlagen und den Verlust der Tabellenspitze. Kaum wieder in der Spur folgten verlorene Spiele in Rumeln und gegen Alpen, die die Mannschaft vorentscheidend zurückwarfen. Die Hoffnung, das Ruder doch noch einmal herum zu werfen, endete in den letzten Sekunden in Veen. "Es waren manchmal nur Kleinigkeiten, die den Unterschied ausgemacht und gegen uns gesprochen gehaben", betonte Kuban nach dem letzten Spiel, wie knapp der Aufstieg verpasst wurde. "Hätte, wenn und aber", sagt er heute.

"Das Leben geht weiter, die Mannschaft hat ihre Erfahrung in der Saison gemacht und wird daraus lernen", verspricht er. Ob die Elf aber ihren Lernprozess ausgerechnet im Sonsbecker Trikot fortsetzen wird, erscheint in den Tagen des Saisonwechsels noch unklar. Mit Jan Pimingstorfer und Frank Lorscheider werden zwei Stammkräfte den Verein verlassen und bei den Ligakonkurrenten aus Veen und Alpen anheuern. Dass weitere Spieler sich angesichts der im Verein herrschenden Unstimmigkeiten zwischen den Verantwortlichen der Landesliga-Auswahl und dem für die weiteren Sonsbecker Mannschaften zuständigen Vorstand des Clubs für eine Abmeldung entscheiden, scheint nicht ausgeschlossen.

Quelle: RP
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