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Lokalsport
Lange Sperren für Orsoyer Spieler

Rheinberg. Fußball: Spruchkammer urteilt nach rassistischen Äußerungen im Rahmen der Stadtmeisterschaften. Von Jürgen Schroer

Nicht leicht hat es sich die Spruchkammer des Fußball-Kreises Moers unter der Leitung von Heinz Kremers (SV Viktoria Birten) gemacht, als es um die Urteilsfindung nach den Vorfällen beim Rheinberger Stadtpokal ging. Rund 45 Minuten berieten Kremers und seine drei Kammer-Mitglieder, ehe das Urteil verkündet wurde.

Drei Akteure des SV Orsoy - so der Vorwurf - sollen nach Beendigung der Spiele um die Stadtmeisterschaft beim TuS Rheinberg unter der Dusche ein Trikot des SV Concordia Osssenberg in Brand gesetzt und dabei rassistische Äusserungen von sich gegeben haben. Publik wurde das Ganze, als es von einem vierten Spieler des SVO gefilmt wurde und in den sozialen Netzwerken veröffentlicht wurde. Das Orsoyer Trio gab das Fehlverhalten zu, hat sich inzwischen bei Spielern und dem Vorstand von Concordia Ossenberg entschuldigt. Ein Punkt, den Kremers bei der Urteilsfindung auch berücksichtigte.

Allerdings kam von Orsoyer Seite der Einwand, dass sich einige Concorden-Spieler und der Co-Trainer, selbst einmal für den SV Orsoy aktiv und immer noch in diesem Stadtteil Rheinbergs wohnhaft, nicht gerade rühmlich gegenüber dem Stadtrivalen in den sozialen Netzwerken verhalten haben. Entsprechend aufgeheizt war die Stimmung beim Stadtmeisterschaftsspiel zwischen den Ossenbergern und den Orsoyern. Leidtragender war Fatih Sanverdi, der mit einer Roten Karte vorzeitig den Platz verlassen musste.

"Dies alles soll keine Entschuldigung für das Geschehene sein", erklärte Orsoys Fußball-Abteilungsleiter Ercan Ayna. Im Übrigen sei das Verhältnis zwischen den beiden Vereinen wieder gut", so Ayna weiter. Sein Gegenüber, Fußball-Abteilungsleiter Marc Knobs, pflichtete dem Orsoyer Funktionär bei.

Da die Differenzen zwischen beiden Rheinberger Vereinen mittlerweile ausgeräumt sind, verlief die Verhandlung, die auf Antrag des Fußball-Kreis-Vorstandes anberaumt wurde, in ruhigem Rahmen, was auch Kremers nicht entging. "Da habe ich hier schon ganz andere Sachen erlebt" so der Spruchkammer-Vorsitzende.

Nebenbei und noch vor der Urteilsverkündigung einigten sich beide Seiten auf ein Freundschaftsspiel, dass unter einem Motto in Anlehnung auf die Vorkommnisse rund um die Stadtmeisterschaft ausgetragen werden soll.

Dennoch: Ohne Bestrafung kamen die beteiligten Orsoyer Spieler nicht davon. Die zwei "Haupt-Rädelsführer", beide im Mittelfeld des A-Liga-Tabellenführers spielend, wurden vom Verhandlungstag an gesperrt. Der eine für vier Monate, der andere für sechs Wochen. Beide müssen das in Brand gesetzte Trikot ersetzen, die Kosten der Verhandlung in Höhe von 75 Euro tragen, sowie bis zum Jahresende an einem Anti-Aggressionstraining teilnehmen.

Besser kam lediglich der Orsoyer Torhüter davon, der ebenfalls kurz in dieser Videosequenz zu sehen war. Er erhielt nur einen Verweis, darf also fortan weiter für seine Mannschaft zwischen den Pfosten stehen.

Quelle: RP
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