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Lokalsport
Loch im Xantener Spiel und Concordia-Rasen

Ossenberg. Fußball-Kreispokal: Auf Ossenberger Rasen siegte die Bezirksliga-Elf gestern mit 6:1, machte TuS-Trainer Gerd Wirtz aber nicht glücklich. Von Detlef Kanthak

TuS Xanten und der Moerser Kreispokal - das waren in den vergangenen Jahren zwei Dinge, die so richtig gut nicht harmonierten. Zumindest die Blamage in erster Runde blieb dem Neu-Bezirksligisten diesmal erspart. Das Team vom Fürstenberg behauptete sich mit 6:1 (3:0) bei der zwei Spielklassen tiefer angesiedelten Ossenberger Concordia und darf sich, dank eines Freiloses in zweiter Pokalrunde bereits aufs Achtelfinale freuen.

Das war denn auch schon der Trost, den Xantens Trainer Gerd Wirtz dem Treiben auf dem holprigen Rasen entnahm. "Vielleicht gibt es dann ja einen attraktiven Gegner und ein besseres Spiel meiner Mannschaft", fasste der Coach seine Gedanken bereits in der Pause zusammen. Mit Zweifeln am Weiterkommen mochte sich Xantens Übungsleiter während seiner Kabinenansprache jedenfalls nicht beschäftigen. Dann lieber mit jenen Szenen, die ihm trotz der schon längst vorentscheidenden 3:0-Führung doch noch sauer aufstießen.

"Wir haben uns dem Spiel des Gegners angepasst", warf Wirtz seinem Team vor. "Zu statisch, zu behäbig", so sein Kommentar. So gab es viel Ballbesitz der Gäste und keine Möglichkeit für die Concordia, den Strafraum des Xantener Torhüters Stefan Hebbering ernsthaft in Alarmstimmung zu versetzen. In 45 Minuten ehrlicher Arbeit aber sollte einem Bezirksligisten gegen einen vor dem Pausentee allenfalls mitspielenden Vertreter der Kreisliga B aber schon ein wenig mehr einfallen und sich in kombinationssicheren Szenen auch zeigen.

Es gab drei Tore, die erst nach einer halben Stunde fielen, sich den Stempel "fein heraus gespielt" zudem auch nicht verdienten. Ein Freistoß von Marko Cvetkovikj, ins Tor gestochert von Steffen Maier musste für das 0:1 herhalten. Beim zweiten Gegentor, erzielt von Bastian Röös, standen Ossenbergs Torhüter Carsten Pattberg und Abwehrkollege Pascal Jaffke Pate, als sie den Ball vertändelten. Tor Nummer drei gab es als Remake des ersten Treffers: Freistoß Cvetkovikj, diesmal durfte sich Kevin Angenendt als Torschütze präsentieren.

Des Xantener Trainers Worte schienen nach 47 Minuten erhört worden zu sein. Da gab es den Flankenlauf, in dessen Folge Ossenbergs Mannschaftsführer Patrick Utech den Ball noch artistisch auf der Linie abzuwehren vermochte. Nach der fälligen Ecke aber hieß es 0:4 durch Robert Lufranos Treffer. Dann freilich verfiel Xantens Spiel wieder ins alte Muster. Ein zehnminütiges Loch ließ gar die Concordia ernsthaft am Spiel teilnehmen und als Belohnung das 1:4 durch David Hartung erhalten, ehe Björn Kluckow per Freistoß und Marko Cvetkovikj das halbe Dutzend doch noch vollmachten.

Mehr als das Spiel wird die "Platzbegehung" des Orsoyer Schiris Miroslaw Fertykowski in Erinnerung bleiben. Der fand nach 82 Minuten ein Loch im Spielfeld. Ossenbergs Platzwart Andreas Lubjuhn nahm sich alle Zeit, gemeinsam mit seinem Hund den Platz zu überqueren und, ohne Hund, aber mit Schubkarre und Sand, wieder zurückzukommen um das Loch zu füllen. Da hatte Fertykowski Zeit genug, Xantens Dirk Friedhoff, der in der Zwischenzeit das Spielfeld verlassen hatte, mit den Worten "Komm her, Baby" zu sich zu zitieren, ihn philosophisch ins Regelwerk einzuführen und mit gelber Karte zu entlassen.

Quelle: RP
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