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Lüttingen ist einiges schuldig geblieben

Lokalsport: Lüttingen ist einiges schuldig geblieben
Student Oliver Tittel (vorne rechts) stand in der Hinserie nur in sechs Spielen für den SSV Lüttingen auf dem Platz. In der Rückrunde soll der Offensivakteur auf mehr Einsätze kommen. FOTO: Ostermann (Archiv)
Lüttingen. Fußball-Kreisliga A: Der SSV überwintert auf dem drittletzten Rang. Es wird noch ein weiterer Torwart gesucht. Von Detlef Kanthak

Selbst die Kontrahenten des SSV Lüttingen rätseln mitunter, warum den Fischerdörflern auch in dieser Spielzeit der Fußball-Kreisliga A das Wasser wieder bis zum Hals steht. "Wir gehen oft genug mit anerkennenden Worten des Gegners vom Platz", wusste Trainer Thilo Munkes schon während der ersten Halbserie zu berichten. Freilich, für Lobeshymnen und Schulterklopfen gibt's nichts zu kaufen. Und die Tabelle weist aus, dass Leistung und Ertrag nicht im Einklang stehen.

Der SSV überwintert auf dem 16. Tabellenrang. Grund genug für Munkes und Co-Trainer Thomas Tennagels, sich in den Tagen vor dem Beginn der Rückrunden-Vorbereitung in dieser Woche ins stille Kämmerchen zurück und dort Bilanz zu ziehen. Ursachenforschung also. Da war der Umbruch vor der Saison, mit einem neuen Trainergespann und der kühnen Herausforderung, auf junge Spieler aus den eigenen Reihen zu setzen - für Munkes und Tennagels nach wie vor der richtige Weg. Nur wurde dies noch nicht optimal umgesetzt. "Es scheitert oft an der mangelnden Cleverness", erklären die Trainer. Die spiegelt sich auch in der Tordifferenz der Mannschaft wider. 32 Treffer stehen zu Buche - kein schlechter Wert. Selbst der FC Meerfeld war an den bisherigen 18 Spieltagen nur dreimal erfolgreicher und platzierte sich dennoch auf dem vierten Rang.

Was der SSV aber vorne gut hinbekommt, stößt er sich auf dem Weg nach hinten wieder selber um. "Wir kassieren viel zu viele Gegentore aus Standardsituationen", hat Munkes ein weiteres Defizit seiner jungen Truppe ausgemacht, deren Spiel zudem noch mit einer Reihe technischer Fehler behaftet ist. "Insbesondere im Umschaltspiel", benennt der Trainer einen der Gründe für die 48 Gegentore, über die sich Konkurrenz in den Duellen mit dem SSV freuen durfte. Zumindest diese Zahl gibt die wahren Relationen wider, denn nur die Keeper beider noch schlechter platzierten Mannschaften aus Lintfort und Kamp mussten bislang öfter hinter sich greifen.

"Wir sind einiges schuldig geblieben", sehen Munkes und Tennagels Nachholbedarf. Das fängt während der Woche an. "Wechselhaft" beschreibt das Trainerduo die Beteiligung an den Trainingsabenden. Daran sollte sich schon etwas ändern. "Die Mannschaft muss entsprechend ihrer Tabellensituation arbeiten", fordert Munkes Konzentration auf den Saisonrest ein. Das Ziel: "Wir müssen unsere taktischen und läuferischen Defizite möglichst schnell abstellen."

Drei während der letzten Monate oft vermisste Akteure sollen dabei helfen. Fabian Bender ist mit sechs Toren einer der drei besten Schützen, auch wenn er nur in der Hälfte aller Partien mitwirkte. Auch Oliver Tittel stand bedingt durch sein Studium nur selten zur Verfügung. Und Björn Hopmann ist wegen einer Verletzung gar nicht zum Einsatz gekommen. "Die drei haben uns gefehlt. Wir freuen uns darauf, wenn sie wieder dabei sind", setzen Munkes und Tennagels auf ihr Trio.

Eine Baustelle sollte zudem entschärft werden: Noch immer ist die Torwartposition neben Martin Sackers vakant - gern würde Munkes einen weiteren Keeper im Kader begrüßen. Bewerbungen wären willkommen. "Ansonsten hat die Mannschaft unser Vertrauen", sagt Munkes. Und verspricht: "Wir werden uns jetzt durchpusten und dann gut aufgestellt in die zweite Runde gehen." Und da will der SSV mehr als nur anerkennende Worte der Konkurrenz gewinnen.

Quelle: RP
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