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Vor Dem Start Borussia Veen
Luft nach oben muss nicht schlecht sein

Vor Dem Start Borussia Veen: Luft nach oben muss nicht schlecht sein
Torhüter Jos Hennemann, Trainer Ulf Deutz und der 20-jährige Angreifer Jan Pimingstorfer gehören zum exklusiven Kreis der Veener Borussia, die sich derzeit auf die neue Saison vorbereitet. FOTO: detlef kanthak
Xanten. Fußball-Kreisliga A: Die Komplimente der Konkurrenz lassen Trainer Ulf Deutz nicht abheben. Der Coach stapelt lieber tief. Von Detlef Kanthak

VEEN Kaum ein Trainer der Fußball-Kreisliga A darf auf so viele Spielzeiten an der Seitenlinie zurückblicken wie Ulf Deutz. Seit dem Jahr 2000 hat sich der Übungsleiter um die Belange der Kamp-Lintforter Vereine SV und DJK gekümmert, ehe er seinen Wirkungsbereich in den Norden des Kreises verlagerte und - abgesehen von einer Stippvisite beim SSV Lüttingen - seither für die Veener Borussia tätig ist. Als Meisterschaftsanwärter hat sich der 48-Jährige in all den Jahren nur selten fühlen dürfen. Umso erstaunlicher für ihn, dass die neue Saison direkt mit Hochschätzung und Komplimenten seitens der Konkurrenz begonnen hat. "Wir sollen die Favoriten sein?", fragt er. Und setzt nach: "Ich weiß nicht, warum die anderen Vereine so denken."

Nun, vermutlich angesichts einer bärenstarken Rückrunde in der vergangenen Saison, die mächtig viel Respekt in den anderen Lagern hinterlassen hat. Dazu ein eingeschworenes Team, das 88 Mal ins gegnerische Tor getroffen hat, mit Kai Möller den besten Torschützen der Liga präsentiert hat und, vor allem, nun mit vier jungen, aber keineswegs unerfahrenen neuen Akteuren aufwartet. "Alles schön und gut", kontert Deutz. "Aber die anderen Vereine kennen eben nicht die Veener Verhältnisse." Was der Borussen-Coach meint: "Im Moment stehen mir beim Training lediglich sieben, acht Spieler zur Verfügung." Während dieser exklusive Kreis mit Deutz die akute Phase der Saisonvorbereitung in Angriff nimmt, tummeln sich die meisten Mitspieler noch an südlichen Stränden herum. "Wir haben eine junge Mannschaft mit vielen Schülern und Studenten, die ihre Ferien natürlich auch genießen möchten", hat Deutz Verständnis für die Urlaubsplanung. Auf der anderen Seite aber stehen in diesem Monat bereits vier Spieltage auf dem Programm, die den Lauf der Saison wahrscheinlichbereits beeinflussen werden. "Da mache ich mir schon Sorgen, denn wir werden in puncto Fitness und Kondition dann den anderen Mannschaften vermutlich hinterher hängen. Wir brauchen sicherlich einige Spiele mehr, um in die Saison hinein zu kommen", vermutet er.

Die Personalplanungen für die neue Spielzeit hatte die Borussia schon frühzeitig abgeschlossen. Jos Hennemann, dem Trainer noch aus gemeinsamen Lüttinger Zeiten bekannt, wechselt nach 138 Gegentreffern beim TuS Xanten zwischen die Veener Pfosten und wird sich dort mit Dennis Laakmann messen. "Wir werden es von der jeweiligen Form abhängig machen, wer im Tor steht", fördert Deutz den Kampf um das Trikot mit der Nummer eins auf dem Rücken. Gesetzt scheint dagegen Jan Pimingstorfer, der vom SV Sonsbeck II an den Halfmannsweg wechselte. Der 20-Jährige, der auch schon in der Oberliga zum Zuge gekommen ist, soll die Offensive der Borussia noch gefährlicher machen. "Wir werden auch in dieser Saison wieder einen guten Sturm haben, darauf setze ich", versichert Deutz.

Auf der Gegenseite wurmen ihn die kassierten 61 Gegentore. "Die Abwehr fängt im Sturm an", lautet sein Credo. "Da müssen wir flexibler werden und verschiedene Spielsysteme parat haben." Nick Nolte und Philipp Wiertz wären zwei Fußballer, die diesen Ansprüchen genügen könnten. Aber Nolte, vom Bezirksligisten SV Sevelen gekommener Kandidat für die Außenbahn, kehrte nach längerer Hüftverletzung erst wieder ins Training zurück, um nun seinen Urlaub anzutreten. Und Wiertz, im zentralen Mittelfeld zu Hause, muss erst noch schauen, wie es mit seiner Leiste weitergeht. Der langjährige Xantener absolviert seine Übungen statt auf dem Platz derzeit vornehmlich beim Physiotherapeuten. Einige Fragezeichen also, die Deutz auf ein Ausrufezeichen verzichten lassen. "Erst mal möchten wir nicht schlechter abschneiden als in der vergangenen Spielzeit", hält er den Ball flach. Luft nach oben, das weiß der erfahrene Trainer, muss so schlecht auch nicht sein.

Quelle: RP
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