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Lokalsport
Mehrheit will neuen "Pakt für den Sport"

Lokalsport: Mehrheit will neuen "Pakt für den Sport"
Auf zwei Spielfeldern wird im Underberg-Stadion gekickt. Der ehemalige Vorsitzende des Stadtsportverbandes, Ulrich Glanz, fordert vehement, den Erhalt aller Rheinberger Sportplätze "zwingend" festzuschreiben. FOTO: Ostermann (Archiv)
Rheinberg. Kontroverse Debatte im Bürgerhaus Budberg: Basis tut sich schwer, mit einzelnen Zielen des Stadtsportverbandes. Von Bernfried Paus

Wenn Idealismus auf Wirklichkeit trifft, ist Reibung programmiert. So waren die Verantwortlichen im Stadtsportverband (SSV) nicht überrascht, dass ihr die Basis nicht mit begeistertem Hurra folgt auf dem sicher nicht leichten Weg, den neuen "Pakt für den Sport" in Angriff zu nehmen (RP berichtete ausführlich). Die Widerstände bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung im Bürgerhaus Budberg waren erheblich.

Doch am Ende zählt das Ergebnis: Der SSV-Vorstand bekam mit großer Mehrheit die gewünschte Rückendeckung, in Verhandlungen mit Politik und Verwaltung einzutreten über das Vertragswerk, das über einen Zeitraum von fünf Jahren beiden Partnern - Sport und Stadt - Verlässlichkeit sichern soll.

FOTO: Fischer, Armin (arfi)

An zwei Stellen prallten die Interessen der Lobbyisten für das Gesamtpaket Sport und der Vereinskopferten hart aufeinander. Rainer Kusch, Fachberater des SSV, wollte im 26 Punkte umfassenden Zielkatalog lediglich festschreiben, mit den Stadtverantwortlichen in den Dialog über einen Sportentwicklungsplan zu kommen. Das war insbesondere den Vertretern des SV Millingen und des TuS Borth zu unverbindlich.

Ulrich Glanz, Vorsitzender des SV Millingen, forderte vehement, den Erhalt aller Sportplätze "zwingend" festzuschreiben. Während Kusch davor warnte, mit derartigen Festlegungen, die Gespräche mit der finanziell klammen Stadt bereits im Vorfeld zu erschweren, warfen ihm die höchst skeptischen Vereinsvertreter "vorauseilenden Gehorsam" vor. An einer teils hitzigen Debatte stand ein Kompromiss um den Sportentwicklungsplan, der auch Turnhallen, Bäder und "Sportgelegenheiten" beinhalten soll: "Der Erhalt der Sportstätten steht im Vordergrund" wurde als Ziel festgeschrieben. Von rund 50 Teilnehmern stimmten knapp 40 dafür, ein Dutzend enthielt sich.

Ulrich Glanz, Vorsitzender des SV Millingen (Foto oben), und Wolfgang Kroggel, Vereinschef des TuS Borth (Foto unten), äußerten sich skeptisch. FOTO: Archiv/Wyglenda

Wie groß das Unbehagen in den Clubs noch ist, sich im Konzert aller Vereine auf den Stadtsportverband als starke Kraft "auf Augenhöhe" mit Rat und Verwaltung einzulassen, zeigte sich in der Kontroverse über die künftige Rolle des SSV bei der Vertragsgestaltung zwischen Clubs und Stadthaus. Dass der Verband künftig mit am Tisch sitzt, wenn Clubs und Stadt ihre Dinge regeln, empfand insbesondere Wolfgang Kroggel, Vorsitzender des TuS Borth, als ungebührliche Einmischung in innere Angelegenheiten.

Doch die Vertreter des nach dem Rückzug von Ulrich Glanz weiter ohne Vorsitzenden agierenden Stadtsportverbandes beteuerten, die festgeschriebene Beteiligung diene allein der "Transparenz" und der "Vereinheitlichung" der Vertragswerke. Selbst der Ex-SSV-Vorsitzender begrüßte den "nicht neuen Ansatz" - allein ihm fehle der Glaube, dass der fromme Wunsch in Erfüllung gehe. Doch er wünsche viel Erfolg auf dem Weg zur Vereinheitlichung, den Kroggel als Versuch zur "Gleichschaltung" geißelte. Am Ende gab's aller Vorbehalte zum Trotz grünes Licht. Der SSV will die Vereine regelmäßig über den Stand der Gespräche informieren und am Ende das fertige Vertragswerk zur Abstimmung vorlegen.

Quelle: RP
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