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Lokalsport
Mit dem Rad durch die "Grüne Hölle"

Lokalsport: Mit dem Rad durch die "Grüne Hölle"
Fahren auf dem Nürburgring (oben v.l.): Michael van Lessen, Dr. Mathias Andrae, Andreas Koch; unten v.l.: Selo Jasper, Andreas Brauer, Jürgen Becker sowie Michael Meise. FOTO: privat
Xanten. Neun trainierte Hobbysportler des TuS Xanten machen sich heute auf dem Weg zum Nürburgring. Auf der legendären Grand-Prix-Strecke nehmen sie am Wochenende in der Mannschafts- und Einzelwertung am 24-Stunden-Rennen teil. Von Rene Putjus

Das 24-Stunden-Rennen für Tourenwagen auf dem Nürburgring ist legendär. Mitte Mai waren wieder zehntausende Motorsport-Fans zur Grand-Prix-Strecke gepilgert. An diesem Wochenende nun fahren neun Mitglieder des TuS Xanten auf dem geschichtsträchtigen Rundkurs - allerdings nicht auf vier, sondern auf zwei Rädern. Sie sind Teilnehmer des 24-Stunden-Rennens bei "Rad am Ring". Und auch sie müssen durch die "Grüne Hölle", wie die Nordschleife im Volksmund heißt.

Andreas Brauer, Michael Meise, Selo Jasper und Michael van Lessen sowie Mathias Andrae, Andreas Schuldt Andreas Koch und Jürgen Becker stellen sich jeweils als 4er-Team der körperlichen Herausforderung auf dem Rennradsattel. Martin Janßen hat sich entschieden, als Einzelfahrer dabei zu sein. "Allein schon wegen der tollen Atmosphäre freue ich mich auf Rad am Ring", sagte van Lessen, mit 57 Jahren der Älteste der Xantener Delegation. Los geht's für ihn und die anderen am Samstag um 13.15 Uhr.

Rund 4000 Rennradfahrer suchen wieder die körperliche Herausforderung auf dem Nürburgring. FOTO: Gregor Janas

Extremsportler und Halbprofis treffen dann auf trainierte Hobby-Rennfahrer. Für sie alle misst eine Runde über die Grand-Prix-Strecke rund 26 Kilometer. Knapp 80 Kurven und über 500 Höhenmeter sind zu bewältigen. Da geht's auch schon mal rasant zu. In der Fuchsröhre können bis zu 100 km/h erreicht werden. Einigen Teilnehmern werden sicherlich beim Hinauffahren zur "Hohen Acht" die Beine brennen. Bis zu 17 Prozent Steigung hält dieser Streckenabschnitt bereit. Alle "Gemeinheiten" des Nürburgrings kennt Michael van Lessen, der wie Janßen, Jasper und Brauer zum zweiten Mal auf dem berüchtigten Eifelkurs an den Start geht, natürlich. Dennoch ist die Vorfreude groß.

"Klar ist das Rennen anspruchsvoll, aber dafür haben wir ja auch trainiert." Jeder der acht Mannschaftsfahrer aus der Radsportabteilung des TuS hat sich vorgenommen, innerhalb der 24 Stunden sechs Runden zu schaffen. "Ungefähr 60 Minuten hat also jeder für eine Runde Zeit. Wenn die Übergaben gut klappen, müsste das zu schaffen sein", erläuterte van Lessen die Zielsetzung. Die Xantener möchten am Tag im Wechsel eine Runde fahren. "In der Nacht wollen wir dann jeweils zwei Runden am Stück zurücklegen, damit die anderen eine längere Ruhezeit bekommen." Trotz der aufkommenden Müdigkeit in der Dunkelheit muss jeder während des Wechsels daran denken, den Transponder für die Zeitnahme weiterzureichen. Geruht wird auf Feldbetten in einem Zelt der Xantener Feuerwehr unweit des Asphalts. Am Ring kann es schon mal ungemütlich werden. 2013 musste das Rennen wegen schlechten Wetters unterbrochen werden. An einen erholsamen Schlaf ist ohnehin nicht zu denken. Die meisten Fahrer dösen nur. Und es ist hart, nach der Pause wieder auf Betriebstemperatur zu kommen. All davon lassen sich die neun TuS-Starter und die anderen 4000 Radsportler, die der Veranstalter erwartet, nicht abhalten.

Quelle: RP
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