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Pascal Seitz' Tor stellt alles auf den Kopf

Lokalsport: Pascal Seitz' Tor stellt alles auf den Kopf
Die Partie zwischen Titelverteidiger SSV Lüttingen (rote Spielkleidung) und dem TuS Xanten brachte die Entscheidung. Xanten gewann durch einen Treffer von Pascal Seitz mit 1:0 und entthronte die Fischerdörfler. FOTO: armin Fischer
Xanten. Fußball-Stadtmeisterschaft: TuS Xanten nimmt Lüttingen nach sechs Erfolgen den RP-Pokal ab. Er wandert nun an den Fürstenberg. Von Stefanie Kremers

Nach sechs Jahren der Vorherrschaft hat der TuS Xanten den langjährigen Fußball-Stadtmeister, SSV Lüttingen, abgelöst. Als jedoch am Samstag gut die Hälfte des Turniers auf der Anlage des SV Vynen-Marienbaum gespielt war, waren sich die meisten Zuschauer und Beteiligten einig: Der RP-Wanderpokal wird ein weiteres Mal ins Fischerdorf wandern. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Titelverteidiger bereits seine ersten drei 30-Minuten-Partien gewonnen. Im seinem letzten Spiel gegen den zweiten A-Ligisten im Feld, dem TuS Xanten, sollte die endgültige Entscheidung fallen.

Von Siegesgewissheit war bei SSV-Trainer Thilo Munkes nichts zu sehen. Er konzentrierte sich darauf, seine Mannschaft auf die Partie einzuschwören. "Wir haben eine riesige Ausgangssituation. Die wollen wir nicht hergeben", ließ Munkes verlauten. Auf dem Feld nutzte Lüttingen dann jedoch seine vereinzelten Chancen nicht. Xanten setzte im Gegenzug auf Lücken in der gut gestaffelten SSV-Defensive. Eine davon entdeckte Pascal Seitz zum Konter. Der Stürmer der Domstädter brachte seine Elf durch eine starke Einzelaktion in Führung und stellte damit auch den gesamten Turnierverlauf auf den Kopf.

Xanten war zu diesem Zeitpunkt sogar in Unterzahl, nachdem sich Ogün Sengül den Gelb-Roten Karton abgeholt hatte. Ein Unentschieden wollte der Munkes-Elf nicht mehr gelingen. Der SSV hatte alle seine Partien gespielt und musste in der verbleibenden Partie, Wardt gegen Xanten, auf Schützenhilfe hoffen. Aber nicht nur Lüttingen und Xanten waren noch im Rennen um die begehrte Trophäe.

Denn als Überraschung des Tages konnte man getrost die DJK Wardt bezeichnen. Die blutjungen Kicker von Thomas Vtic, die sich nach dem Rückzug in die Kreisliga C neu sortieren, mischten die Stadtrivalen ordentlich auf. Die als Außenseiter belächelte Mannschaft bezwang schon eingangs Viktoria Birten, VyMa und unterlag Lüttingen nur knapp. So hatte auch die DJK vorm "Endspiel" gegen die Mannschaft von Torsten Weist noch Chancen, Stadtmeister zu werden. "Pascal hat sich eine Zerrung geholt. Ogün hat Gelb-Rot. Wir werden gegen Wardt auf dem Zahnfleisch gehen. Ihnen wird es aber wohl ähnlich gehen", meinte Weist noch vor dem Spiel.

Dem Gegner ging es tatsächlich ähnlich. Nach dem bis dato guten Turnier brach Wardt dann tatsächlich ein und kassierte ein 0:5-Packung. "Die Leistung der Jungs war völlig in Ordnung. Viele waren gegen Xanten angeschlagen, mussten dann trotzdem spielen und konnten schließlich nicht mehr Paroli bieten", sagte Vtic, dessen Mannschaft Platz drei in der Abschlusstabelle belegte. Die Lüttinger beobachteten vom Spielfeldrand aus, wie der liebgewonnene Pokal zur Konkurrenz wanderte.

Enttäuschend lief die Stadtmeisterschaft für den Ausrichter. Der SV VyMa wurde das Schlusslicht. "Wir waren teilweise gleichwertig oder sogar besser", bilanzierte Trainer Thomas Haal die Partien gegen Lüttingen und Xanten. "Wir haben in diesen Spielen allerdings Pech gehabt. Wir nehmen die Stadtmeisterschaft als Trainingseinheit mit", resümierte Haal. Durch ein 1:1 gegen Birten ging die Mannschaft aus dem Xantener Norden nicht völlig punktlos nach Hause.

Die Viktoria vermochte - ebenso wie ihr künftiger Meisterschaftskonkurrent in der Kreisliga B - am Samstag nicht zu überzeugen. Marcel Hartje, Übungsleiter des Aufsteigers, vermisste teilweise die Einstellung seiner Kicker. Allerdings nahm auch er das schlechte Abschneiden gelassen. "Die Jungs hatten Spaß, und die Ergebnisse in der Saison sind mir wichtiger", konzentrierte sich Hartje schon auf den Kreispokal-Start am nächsten Sonntag gegen die DJK Kamp-Lintfort.

Einen Titel konnte der abgelöste Stadtmeister dann doch noch mitnehmen. Der Lüttinger Nachwuchskicker Julian Medrow war mit drei Toren der treffsicherste Turnierschütze und bekam den Torjäger-Pokal überreicht.

Eine kleine Spitze gegenüber dem neuen Stadtmeister, der nach der Siegerehrung schnell verschwand, ließ sich Munkes dann doch nicht nehmen. "Da der Stadtmeister morgen noch einen wichtigen Test hat, übernehmen wir dann das Feiern", bemerkte der SSV-Trainer, dessen Team mit einem Planwagen die Rückreise antrat, mit einem Augenzwinkern.

Quelle: RP
 
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