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Lokalsport
"Punktlandung" und leichte Aufwärtstendenz beim TuS 08

Rheinberg. "Den Bürgermeister begrüße ich jetzt nicht besonders." Frank Tatzel bewies als Präsident des TuS 08 Rheinberg zu Beginn der Hauptversammlung des Innenstadtvereins ein Stück weit Selbstironie. Vor dem Prozedere mit Zahlen, den Berichten der Abteilungen und weiteren Fakten standen zunächst diejenigen im Mittelpunkt, die für ihre langjährige Mitgliedschaft ausgezeichnet wurden. Von Alexander Florie-Albrecht

Urkunden erhielten Josef Braems, Karin Braems, Irmgard Gastes, Hildegard Kessler (alle 25 Jahre), Reinhard Jonasch (40 Jahre), Wilhelm Bourgund, Theodor Döppers, Heinz Karskens, Heinz-Reinhard Moll, Wilhelm Paßen und Joachim Schülken (alle 50 Jahre). Herausgehoben wurde der 93-jährige Hans Kessler, der bereits seit 65 Jahren Mitglied im TuS 08 ist. Er hatte 1951 die Turn-Abteilung neu mit ins Leben gerufen und war Jahrzehnte lang deren Leiter. "Die jungen Leute sollen begreifen, dass sie nur in Freundschaft, durch Sport und Mannschaftsdenken etwas erreichen können", äußerte Kessler nach der Ehrung seinen ganz persönlichen Wunsch.

Seit 2013 geht's in Sachen Mitgliederentwicklung "langsam aufwärts", wie Kassiererin Ingrid Tatzel mitteilte. Die Namen von 844 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen stehen in der Kartei. In ihrem Kassenbericht sprach sie von einer "Punktlandung", die Überschüsse wurden unter anderem für die Hallen-Nutzungsgebühren benötigt. Erwähnenswert: Das Präsidium freute sich über 60.000 Euro an Spenden. In seinem Bericht unterstrich Tatzel, wie "erfreulich" das letzte Geschäftsjahr für den TuS 08 gewesen sei, dankte seinen Vorstandskollegen für "die gute und angenehme Zusammenarbeit" und brachte die Anwesenden im Hinblick auf den Rechtsstreit mit der Erbengemeinschaft Kolassa auf den neuesten Stand.

Man versuche jetzt, nach dem gewonnenen Rechtsstreit "das Geld einzutreiben". Zwangsvollstreckungsmaßnahmen seien erfolgt und die Versicherung informiert. "Ich hoffe, dass wir da im nächsten Jahr einen Abschluss vermelden können." Tatzel hob ein Angebot des Vereins besonders hervor: Seit dem 4. Februar 2015 gibt's mittwochs eine Stunde Sport für Flüchtlingskinder in der Halle des Amplonius-Gymnasiums. "Die Resonanz ist weiterhin sehr positiv", bedankte er sich besonders bei Projektleiterin Carolin Tatzel, dem Helferteam, den involvierten Abteilungen sowie der Sparkasse am Niederrhein für eine Spende. Man sei aktuell auf Initiative von Peter Mokros dabei, die Flüchtlingsmannschaft "Inter Rheinberg" in die Fußball-Abteilung zu integrieren.

Wasser in den Wein des insgesamt harmonischen Abends goss Hockey-Abteilungsleiter Rainer Müller, der die städtische und politische Unterstützung als noch "stark ausbaufähig" bezeichnete. Das gelte für den gesamten Sport in Rheinberg. "Unnötige Diskussionen über Alkoholverbote, verdreckte Umkleideräume, beschädigte Sporthallen und eine nicht mehr zeitgemäße Platzanlage in Rheinbergs Mitte" würden für sich sprechen, so Müller. Andere Städte steckten auch im Haushaltssicherungskonzept fest. Müller: "Es reicht nicht, zu betonen, wie wichtig der Sport für die Kinder ist. Man muss auch seitens der Stadt etwas dafür tun."

Tatzel nahm als Bürgermeister den Ball auf. Das Bau- und Planungsdezernat sei dabei, für eine Zweifachturnhalle nach einem geeigneten Standort zu suchen. Hinsichtlich des Sportplatzes habe die Verwaltung die nötigen Gelder bereits für das alte Rathaus beantragt, wobei aber diese Förderung abgelehnt worden sei.

Quelle: RP
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