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Lokalsport
Robin Morawa - ein Neuanfang vor der Haustür

Budberg. Auf sein Tattoo am Unterschenkel wird Robin Morawa nicht zum ersten Mal angesprochen. "SVO RM 14" ist zu lesen, wenn der Stutzen mal wieder etwas tiefer sitzt. RM wie sein Name, die 14 als Rückennummer, die der vor einer Woche 25 Jahre alt gewordene Fußballer beim SV Orsoy, dem "SVO" eben, fünf Spielzeiten lang getragen hat. Entstanden ist das Kunstwerk auf Mallorca, als Orsoys Kicker 2013 den Klassenerhalt nach ihrer ersten Saison in der Fußball-Kreisliga A feierten. "Ein Mitspieler hat sich sogar das Vereinswappen tätowieren lassen", sagt Morawa "Ich bereue es jedenfalls nicht, denn das war damals eine richtig gute Zeit." Von Detlef Kanthak

Diese Zeit ist vorbei. Die nächste Mannschaftstour geht an die Nordsee, und Morawa wird sie mit seinen Kollegen vom SV Budberg genießen dürfen. Als Aufsteiger in die Bezirksliga vermutlich. Darauf deutet wenige Wochen vor dem Abschluss der Spielzeit alles hin. Eingreifen kann er nicht. Weil der 25-Jährige in der ersten Januar-Woche während der Rheinberger Stadtmeisterschaft in der Halle noch seinen Teil dazu trug, dass Orsoys Kicker den Pokal in die Höhe heben durften, und erst in den Tagen danach zum SVB wechselte, wird er in dieser Spielzeit nicht mehr auflaufen dürfen. Die Regeln sind da ganz hart - auch wenn Morawa leidet. "Man fühlt sich nutzlos, wenn man nur zuschauen kann. Außer dass man die Äpfel für die Pause schälen darf."

Für Morawa sind's von der Haustür bis zur Budberger Platzanlage nur wenige Schritte. Mit drei Jahren kickte er bereits auf dem Platz vor der Wohnung. In der Jugend beim SVB gab es zwischendurch einen kurzen Abstecher zum VfL Repelen, dann ging's aber schnell wieder zurück. Bis hin zu der Zeit, als der Club gerade in die Landesliga aufgestiegen war. Morawa spielte noch ein halbes Jahr mit, wechselte dann aber gleich drei Klassen tiefer, eben nach Orsoy. "Es gab Gründe", mehr möchte er heute nicht mehr dazu sagen. Außer dass ein Grund auch die Kameradschaft war, die ihn in Orsoy empfing. "Die ersten zwei Jahre mit den vielen älteren Spielern waren die schönsten", sagt er. Das Personal wechselte, und Morawa schwankte zwischen Bleiben und einem Neuanfang.

Im alten Budberger Trainingsanzug aus dem Aufstiegsjahr, fein aufbewahrt im Kleiderschrank, meldete sich Morawa beim SVB zurück. "Es gab auch einige überraschte Gesichter." Selbst wenn inzwischen alles mit seinem neuen Trainer abgesprochen war - was übrigens auch quasi vor der Haustür geschah. Coach Patrick Jetten wohnt direkt nebenan und wird seitdem des Öfteren mit einem strahlenden Gesicht gesehen: "Robin ist fußballintelligent, fußballverrückt, ein technisch überragender Spieler, den ich schon lange in der Mannschaft haben wollte."

Der Wechsel des Fußballers geht einher mit den beruflichen Veränderungen. Seit November ist der Alt- und Neu-Budberger als Zeitsoldat im hessischen Schwarzenborn stationiert. Training vor Ort findet im Kraftraum und auf dem örtlichen Sportplatz statt. Nur am Wochenende geht es auf den Budberger Kunstrasen. Die klaren Positionen im Leben haben ihn ruhiger gemacht. Spontane Aktionen, mit denen der junge Fußballer auch schon mal eine kräftige Bauchlandung hinlegte, wird's so schnell nicht mehr geben. Im vergangenen Jahr sorgte der "Trikot-Eklat" für Schlagzeilen und eine lange Sperre für den Offensivakteur, der auf dem Spielfeld noch keine Rote Karte zu sehen bekam.

Thema durch, aber was passiert jetzt eigentlich mit dem Tattoo am Bein? "Mir wurde schon vorgeschlagen, aus dem SVO einfach ein SVB machen zu lassen", berichtet Morawa, der davon aber gar nichts hält. Es sollte auch nicht wichtig sein, was drauf steht, sondern nur was drin steckt.

Quelle: RP
 
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