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Leichtathletik
Schnelle Fröhlings vielseitig talentiert

Leichtathletik: Schnelle Fröhlings vielseitig talentiert
Foto oben: Bei Luca Fröhling hat das regelmäßig absolvierte Athletiktraining unverkennbare Auswirkungen. Foto unten: Sophie Fröhling nimmt konzentriert die Kilometer unter ihre Füße. FOTO: Privat
Goch/Sonbeck. Luca (16) und Sophie (12) aus der Leichtathletik-Abteilung des SV Sonsbeck gehören zu den besten Langstrecklern in ihren Altersklassen. Auch im Triathlon haben sich die Gocher Ausdauersportler einen Namen gemacht. Von Sabrina Peters und Rene Putjus

2014 war Luca Fröhling beim Pfalzdorfer Sylvesterlauf allen davon gerannt. Mit 9:28 Minuten stellte der Athlet des SV Sonsbeck bei seiner letzten altersbedingten Teilnahme am 3000-Meter-Schülerlauf den Streckenrekord auf. Mit fast einer Minute Vorsprung auf die Konkurrenz holte er sich den Sieg. 2015 trat Luca erstmals als U18-Jugendlicher über fünf Kilometer an. Sein Vorhaben, vorne dabei zu sein, setzte er auf dem Asphalt um. Der Gocher war Drittschnellster der Gesamtwertung in 15:54 Minuten und belegte obendrein Platz eins in der U18-Klasse.

Der 16-Jährige gehört zu den stärksten Läufern seiner Altersklasse im Leichtathletik-Verband Nordrhein (LVN) und auch im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV). Luca führte 2013 die DLV-Bestenliste über 3000 Meter auf der Bahn und fünf Kilometer auf der Straße an. Und langsamer ist der junge Mann, dessen sportliche Präferenz wie die seiner Schwester Sophie dem Triathlon gehört, nicht geworden.

Zurück zum Sylvesterlauf. Beim 3000-Meter-Lauf wurde Sophie in der Mädchen-Wertung ihrer Favoritenrolle gerecht. Sie siegte zum dritten Mal hintereinander bei den Schülerinnen (11:08). Keine war in dieser Altersklasse im Nordrhein-Verband 2015 schneller, in ganz Deutschland waren es zwei. Im März gelang es ihr, die LVN-Rekorde im Zehn-Kilometer-Straßenlauf für die Jahrgangsklassen W 14 und W 15 auf 38:43 Minuten zu drücken - obwohl sie erst zwölf Jahre zählt.

Neben Talent ist vor allem diszipliniertes Training ein Faktor für den Erfolg der beiden. Mehrmaliges Training nach der Schule gehört für die Gymnasiasten ganz selbstverständlich zum wöchentlichen Ablaufplan. "Sie trainieren für sich und nicht in einer Trainingsgruppe", erklärt Vater Peter Fröhling. "Manchmal aber auch mit Freunden", wirft Luca ein, der wöchentlich vom Bundes-Nachwuchstrainer des Olympia-Stützpunktes in Essen einen Trainingsplan bekommt. Daneben gibt es noch Trainingseinheiten im Olympiastützpunkt in Essen sowie Leistungsdiagnostiken in Dortmund, Gelsenkirchen und Leipzig. Diese Übungseinheiten haben es für den 16-Jährigen dann jedes Mal in sich. Beim Triathlon auf höchstem Niveau stehen gleich mehrere zu absolvierende Sportarten sowie Einheiten auf diesem Plan. "Er absolviert neben den Schwimm-, Lauf- und Fahrradeinheiten auch ein speziell auf die Athletik abgestimmtes Training", erläutert Peter Fröhling das Programm.

Mit dem Schwimmen haben seine Kinder im Alter von acht und elf Jahren angefangen. Kurze Zeit später kam das Laufen in der Langlaufgruppe des VfB Alemannia Pfalzdorf dazu. Als diese sich durch Studium und Beruf der meisten Laufkollegen auflöste, folgte der Wechsel zum Kevelaerer SV und anschließend zum SV Sonsbeck. Schnell führten die Wege an die Spitze in ihren jeweiligen Altersklassen - sowohl im Schwimmen als auch Laufen und Triathlon.

Beim Laufen sammelten sie Erfolge wie diverse Nordrhein-Meister und Westdeutsche Titel. Im Triathlonbereich ging es für Luca Fröhling sehr schnell bergauf, auf NRW-Titel folgten zwei Vizemeisterschaften im DM-Einzel, der deutsche Meistertitel mit dem NRW-Team und als Höhepunkt mit seiner zweiten Teilnahme Bronze beim Jugend-Europacup in Tulcea/Rumänien. Zudem gehörte er in der Saison 2014/15 zum Triathlon-Bundesligateam des KTT Köln. Bei Schwester Sophie zeigt sich eine vergleichbare Entwicklung, die aber altersbedingt erst einmal bei unzähligen NRW-Titeln gedeckelt ist. So wurde Sie 2014/15 NRW-Meisterin im Duathlon und Triathlon. Zudem sicherte sie sich bei den A-Schülerinnen den Gesamtsieg im NRW-Cup, ohne bei den einzelnen Wettbewerben eine Niederlage einzustecken.

Auf ihre Starts bereitet sie sich auch mit ihrem Bruder vor. "Ab und zu machen wir das Athletiktraining zusammen", erzählt Sophie, auch wenn ihr Bruder verständlicherweise da die Nase vorn hat.

Den Triathlon mögen beide genauso gern und ziehen ihn derzeit auch dem reinen Laufen vor. "Wenngleich mittlerweile Triathleten zu den schnellen Läufern gehören und auch bei einem Lauf Siegchancen haben, bleibt es nicht aus, dass man sich irgendwann zwischen den beiden Disziplinen entscheiden muss. Im Moment wäre das der Triathlon", sagt Luca Fröhling mit großer Bestimmtheit. Das Radfahren ist für die Fröhling-Kinder zur Lieblingsdisziplin geworden. "Da kann man noch miteinander sprechen, beim Schwimmen nur die Kacheln zählen", begründet Luca schmunzelnd, der seinen Sport nach dem Abitur 2017 gerne mit seiner weiteren Ausbildung kombinieren möchte.

Für dieses Jahr haben sich die Geschwister vorgenommen, an ihre bisherigen Erfolge anzuknüpfen und ihre Bestzeiten weiter nach unten zu drücken. Auf den Sylvesterlauf in Pfalzdorf freuten sie sich ganz besonders. "Denn es ist immer wieder schön, dort zu starten, weil das unser Heimatlauf ist. Hier begann alles. Außerdem stehen viele Bekannte am Streckenrand. Das ist auch immer wieder ein Anreiz, um ganz vorne mit dabei zu sein", sagt Luca Fröhling. Am 31. Dezember 2015 kam für beide jeweils ein Zuschauer mehr dazu: Da Luca die Altersgrenze für den Schülerlauf überschritten hatte, konnten sie sich bei ihren Läufen zum ersten Mal gegenseitig anfeuern.

Quelle: RP
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