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Leichtathletik
Sonsbeckerfliegt über die Hürden

Xanten. Der 17-jährige Luca Podrasa hat sich erstmals für eine Deutsche Meisterschaft qualifiziert. In Jena tritt er im Hindernislauf über 2000 Meter an.

Auf dem Ernst-Abbe-Sportfeld haben schon so manche Leichtathletik-Größen persönliche Bestmarken erzielt. Luca Podrasa steht erst am Anfang seiner Karriere. Wenn in knapp zwei Wochen in dem 1924 eingeweihten Stadion der Stadt Jena die Deutschen U18-Meisterschaften ausgetragen werden, möchte sich der 17-Jährige vom SV Sonsbeck auf der blauen Laufbahn im 2000m-Hindernisrennen auf jeden Fall steigern. Der Gymnasiast, der durch seine hervorragende Technik auffällt, trainiert hart, um bei seiner ersten DM-Teilnahme ein Ausrufezeichen setzen zu können.

Für ein solches Ausrufezeichen war der Athlet bei den Nordrhein-Meisterschaften Ende Juni in Hilden als Zweitplatzierter verantwortlich. Um fast zehn Sekunden unterbot er die DM-Qualifikationszeit. Mit 6:20,40 Minuten schaffte Luca, der im Laufe der Rennens Konkurrent um Konkurrent einsammelte, klar die Norm. Mit der neuen Bestzeit verblüffte der Youngster auch seinen Trainer René Niersmann, der die Stärken seines Schützlings natürlich bestens kennt. "Pluspunkt ist seine hervorragende Hürdentechnik. So macht er stets fünf bis sechs Meter gut." Und das gilt auch für den Sprung am Wassergraben. Der Sonsbecker, für den nach den Sommerferien auf dem Xantener Stiftsgymnasium das Abitur-Jahr beginnt, profitiert noch von seinem Training bei Werner Riedel als Mehrkämpfer, bevor er sich spezialisierte. Sechs- bis siebenmal in der Woche arbeitet Luca an seiner Form, mitunter mit zwei Einheiten am Tag. Ausdauer- und Tempotraining wechseln sich ab. Freitags steht Stabilitäts- und Krafttraining an.

Wille und Einsatzbereitschaft sind da. Der Hindernisläufer ist sich bewusst, dass ihm nichts zugeflogen kommt. Erst recht nicht, wenn man zu den besten Athleten Deutschlands gehören möchte. "Er hat sich durch seinen Trainingsfleiß peu à peu nach vorne gearbeitet", weiß Johannes Krasemann, neben Niersmann mitverantwortlicher Coach für die Läufergruppe der "Roten Teufel". Luca selber verspürte einen Leistungsschub nach dem Trainingslager auf Texel in den zurückliegenden Osterferien.

Die Belohnung für die Mühen ließ mit der DM-Qualifikation nicht lange auf sich warten. Vor dem Auftritt in Jena warnen Niersmann und Krasemann vor einer zu hohen Erwartungshaltung. "Um Platz acht zu erreichen, muss Luca schon ein perfektes Rennen zeigen." Hinzu kommt das Drumherum, das nationale Titelkämpfe mit sich bringen und schon so manchen Teilnehmer aus dem Tritt gebracht haben. Pro Runde sind fünf Hindernisse (eines steht vor dem Wassergraben) zu überwinden. Luca muss sich seine Kräfte gut einteilen, um wieder andere Läufer einsammeln zu können. Die Vorbereitung geht nun in die heiße Phase. Um weitere Wettkampferfahrung zu erhalten, hat Niersmann seinen Schützling für das heutige internationale Meeting in Lüttich gemeldet. Gemeinsam mit Sina Rodermond (ebenfalls U18), die sich das DM-Ticket über 1500 sowie 3000 Meter gesichert hat, fahren sie in die belgische Stadt, die rund 50 Kilometer hinter der Grenze liegt. Luca startet dort auf einer "Unterdistanz", den 1500 Metern. Am Freitag beginnt dann der dreitägige Landeskader-Lehrgang in Duisburg, wo sein Hindernisrennen in Jena im Fokus stehen wird.

RENE PUTJUS

Quelle: RP
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