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Stadtsportverband geht neue Wege

Lokalsport: Stadtsportverband geht neue Wege
Der SSV Rheinberg vertritt die Interessen von rund 9000 Vereinsmitgliedern - und damit auch die der Ossenberger Judoka. Rainer Kusch, Fachmann für Sportentwicklung, arbeitet am neuen "Pakt für den Sport" mit. FOTO: Armin Fischer
Rheinberg. Fünf-Jahres-Plan soll her: Der SSV Rheinberg überarbeitet mit Hilfe von Experte Rainer Kusch den "Pakt für den Sport". Von Bernfried Paus

Mit einem groß angelegten "Pakt für den Sport" will der Stadtsportverband (SSV) das Verhältnis seiner 21 Mitgliedsvereine und der Politik für die nächsten Jahre auf solide wie verlässliche Füße stellen. Das Konzept steht und wird den Clubs und ihren Delegierten am nächsten Mittwoch vorgestellt. Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung, die um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Budberg beginnt, sollen zunächst die Reihen geschlossen werden. Am Ende soll das Votum stehen, um mit den Verantwortlichen im Stadthaus und der Politik das Regelwerk zu verhandeln. Ziel ist, dass Mitte 2016 ein vertraglich fixierter Fünf-Jahres-Plan vorliegt.

"Es geht darum, dass die Vereine oft das Gefühl beschleicht, als Bittsteller an Rat und Verwaltung herantreten zu müssen. Durch den Pakt wollen wir ein Instrumentarium entwickeln, das dem Stadtsportverband und damit seinen angeschlossenen Clubs auf Augenhöhe verhilft", sagte Rainer Kusch im Gespräch mit dieser Zeitung. Er hat zusammen mit dem Stadtsportverband und Vereinsvertretern den 26 Punkte umfassenden Zielkatalog maßgeblich entwickelt, der nun vorgestellt und breit diskutiert werden soll. Der Duisburger Kusch war 25 Jahre lang beim Landessportbund Leiter des Stabes für Sportentwicklung und zuletzt als freier Berater für Zukunftsprojekte im Sport tätig. Der Rheinberger SSV hat sich die Dienste des Fachmannes gesichert, um den 2005 geschlossenen "Pakt für den Sport" fortzuschreiben.

"Dabei wollen wir neue Wege beschreiten", so SSV-Geschäftsführer Burghard Kretschmer. Er sieht sich mit dem, was bislang vorliegt, "gut unterwegs, unsere Belange wesentlich konkreter zu fassen als in der Vergangenheit". Die angepeilte Verbindlichkeit in der Vereinbarung mit dem Stadthaus sei gerade in finanziell angespannter Lage für alle Verein von zentraler Bedeutung, um ein Plus "Planungs- und Handlungssicherheit" zu erreichen.

Die zentralen Ziele: Das bestehende Sportangebot soll gesichert sowie planvoll ausgebaut und dabei sollen demografische Veränderungen sowie neue gesellschaftliche Aufgaben mit bedacht werden. Dann soll ein Sportstättenentwicklungsplan vereinbart werden, der über das bekannte und sehr kontrovers diskutierte Eckpunktepapier zur Konzentration der Sportanlagen hinausgeht.

Außerdem möchte der SSV die Vertragsverhältnisse zwischen Stadt und Vereinen transparenter gestalten und einheitliche Kriterien einführen, um Ungleichbehandlungen weitgehend auszuschließen. Dazu fordert der SSV eine grundsätzliche Beteiligung an Vertragsverhandlungen. Weiterer wichtiger Punkt im Dialog mit der Stadt soll die "Aktualisierung" der Richtlinien zur Sportförderung sein, mit dem Ziel, dass Zuschüsse nicht erst fließen, wenn der städtische Haushalt genehmigt ist. Darüber hinaus wird angestrebt, die ehrenamtliche Mitarbeit zu stärken.

Obwohl diese Vorgaben teilweise auch die "Hoheit" der einzelnen Clubs berühren, hofft Kretschmer nach der Diskussion bei der Mitgliederversammlung auf einen breiten Konsens und schließlich ein klares Mandat der Basis, um selbstbewusst in die Verhandlungen mit der Stadt einzutreten. Der SSV selbst sei derzeit dabei, sich neu aufzustellen, um mit anderer Satzung und Führung seiner Rolle als "starker Interessenvertreter der Vereine" mit seinen rund 9000 Mitgliedern gerecht werden zu können. Das Ziel sei ehrgeizig, der Weg sicher nicht ganz einfach, und ohne die Rückendeckung der Vereine nicht zu erreichen. "Aber ein Versuch ist es wert, die Wertschätzung des Sports in einem Pakt formal und für alle verbindlich festzuschreiben", sagte Kretschmer.

Quelle: RP
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