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Sportpolitik
Stadtsportverband: Glanz schmeißt hin

Rheinberg. Der SSV Rheinberg muss einen neuen Vorsitzenden suchen. Der 59-Jährige sah seine Arbeit nicht genug gewürdigt. Die Stadt hat nicht vor, eine Anlage zu schließen. Idee: Um Geld zu sparen, könnten die Clubs die Platzpflege übernehmen. Von Rene Putjus

Zehn Punkte standen auf der Tagesordnung für die Hauptversammlung des Rheinberger Stadtsportverbandes (SSV). Für den Vorsitzenden Ulrich Glanz (59) war bereits nach dem vierten Punkt Schluss. Der Ossenberger gab seinen sofortigen Rücktritt bekannt und verließ umgehend das Budberger Bürgerhaus. "Mir ist von einem Vorstandsmitglied zugetragen worden, dass die Außendarstellung des SSV schlecht sei und dass das mit meiner Person zusammenhängen würde", begründete Glanz seine Entscheidung. Er habe dann eben seine Konsequenzen gezogen.

Werner Lampatz, der 2. SSV-Vorsitzende, sprach trotz des Rückzugs seines alten Weggefährten von einer "harmonischen Hauptversammlung". "Ich muss seine Entscheidung akzeptieren, auch wenn ich sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht nachvollziehen kann. Eine gewisse Amtsmüdigkeit habe ich allerdings festgestellt", meinte Lampatz, der versucht hatte, Glanz umzustimmen. Lampatz machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass es keine Ungereimtheiten im SSV-Vorstand gebe. Eine Diskussion um Glanz' Nachfolge gab's nicht, vielmehr wurde über die Zukunft des Sports in Rheinberg - und da vor allem über die Sportentwicklungsplanung gesprochen. Schließlich waren auch Bürgermeister Hans-Theo Mennicken und der zuständige Fachbereichsleiter Frank Meyer ins Bürgerhaus gekommen.

Meyer bekräftigte nochmals, dass die Vereine den Gürtel noch enger schnallen müssen und, wie bereits angekündigt, die Zuschüsse für den Unterhalt der Sportplätze und die Betriebskosten weniger werden. An massiven Einschnitten führt wegen des Haushaltssicherungskonzepts (HSK) kein Weg vorbei. Aus dem Rathaus waren aber auch versöhnliche Töne zu hören. "Es wird aktuell nicht mehr darüber gesprochen, Sportanlagen zu schließen", so SSV-Geschäftsführer Burghard Kretschmer. Dennoch wird sich die Sportlandschaft in Rheinberg aller Voraussicht nach verändern und darüber nachgedacht, in absehbarer Zeit nur noch in drei zentrale Anlagen - die modernisierte in Budberg und die des TuS 08 neben dem Schulzentrum würden sicherlich dazu gehören -, zu investieren. Den anderen drei betroffenen Vereinen könnte die Platzpflege übertragen werden. In welchem Umfang, ist noch unklar. "Es müssen auf jeden Fall langfristige Lösungen her", sagte Kretschmer. Auch das wird ein Thema in der nächsten Sitzung der "AG Sport" am 20. April mit politischen Vertretern, an der auch zwei Mitglieder aus dem SSV teilnehmen, sein. Lampatz stellte klar, dass die Clubs mehr denn je an einem Strang ziehen müssen: "Kirchturmdenken hatten wir lange genug."

Diese Meinung vertritt auch Glanz, der nach 29 Jahren aus dem Vorstand SSV Rheinberg ausgeschieden ist. "Im Zuge des HSK haben wir nicht mehr viel bei der Stadt erreicht. Uns wurden die Sparmaßnahmen aufgedrückt. Es hat mir letztlich keinen Spaß mehr gemacht", sagte Glanz, der seine ehrenamtlich Arbeit zuletzt von seinen Vorstandskollegen nicht genug gewürdigt sah. Womöglich wird's im Herbst eine außerordentliche Versammlung des SSV Rheinberg geben, wo dann auch ein neuer Vorsitzender gewählt werden könnte.

Quelle: RP
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