| 00.00 Uhr

Lokalsport
Stepuhns starten auf dem Parkett durch

Lokalsport: Stepuhns starten auf dem Parkett durch
Die Standardtänzer Kerstin und Horst Stepuhn aus Alpsray haben im Turniersport eine beachtliche Karriere hingelegt.
Alpsray/Moers. Die Rheinberger haben eine gemeinsame Leidenschaft - die Standardtänze. Erst vor knapp eineinhalb Jahren hat das Ehepaar mit dem Turniersport begonnen und tritt mittlerweile schon in der A-Klasse vor die Wertungsrichter. Von Stefanie Kremers

Die Leidenschaft zum Tanzen verbindet Kerstin und Horst Stepuhn schon seit ihrer Jugend. Nun räumt das Ehepaar im Turniersport Pokal um Pokal ab. "Vor 37 Jahren haben wir parallel einen Tanzkurs gemacht", erzählte die 53-jährige Kerstin Stepuhn. Ihr Hobby begleitete die beiden in den vergangenen Jahrzehnten, abgesehen von kleineren Pausen. Alle paar Jahre meldeten die Rheinberger sich wieder im Tanzclub in Moers an. "Wir haben immer mal wieder im Tanzkreis angefangen. Meistens um das Erlernte wieder aufzufrischen", sagte der 52-Jährige. "Turniertanzen war aber schon immer ein Traum von uns. Aber Zeit und Geld fehlten. Mit Kindern setzt man andere Prioritäten", ergänzte die Mutter von zwei erwachsenen Söhnen.

Bereits vor eineinhalb Jahren wurde eine Wertungsrichterin beim Deutschen Tanzsportabzeichen auf das talentierte Paar aufmerksam. Schließlich brachten Martina und Roger Hannig, Trainer beim TTC Schwarz-Gold Moers, die Stepuhns zum Turniersport. Seitdem ging es für die ehrgeizigen Durchstarter ganz schnell. Nach wenigen Monaten Vorbereitung ging das sympathische Duo Anfang Mai 2014 das erste Mal in Münster in der D-Klasse und Ü45-Wertung aufs Parkett. Langsamer Walzer, Tango und Quickstep tanzten sich dabei ganz von selbst. Auch Haltung und Ausstrahlung überzeigten. Trotzdem war der dritte Platz eine riesige Überraschung.

Nur knapp zwei Monate nach ihrem ersten Turnier stiegen sie in die C-Klasse auf und tanzen seitdem auch in der jüngeren Klasse der 35 Jahre alten Tänzer mit. Wie im Rausch ging es für Kerstin und Horst Stepuhn weiter. Unter der Woche wurde jeden Tag fleißig trainiert, und an den Wochenenden reisten sie quer durch die Republik, um bei nationalen Wettkämpfen das Tanzbein zu schwingen. Für ihre Mühen wurden sie am 3. Oktober mit dem Aufstieg in die B-Klasse belohnt. Bei den Stadtmeisterschaften in Duisburg folgte dann jedoch ein herber Rückschlag. "Beim letzten Tanz, dem Quickstep, bin ich weggerutscht und habe mir die Schulter zwei Mal gebrochen", schilderte Kerstin Stepuhn. Drei Monate Ausfall, in denen die beiden das Tanzen schmerzlich vermissten, waren das bittere Resultat des Sturzes. "Der Club ist für uns ein zweites zuhause geworden. Alle haben uns so herzlich und familiär mit offenen Armen aufgenommen", sagte die 53-Jährige über die Moerser Tanzfamilie.

Anfang des Jahres ging es dann endlich wieder los. Renata und Valentin Lusin, Dritte bei der Deutschen Meisterschaft, förderten die ehrgeizigen Sportler in Privatstunden zusätzlich. "Es ging an die Feinarbeiten, wie beispielsweise Kopf- oder Hüftbewegung. Bei jedem Schritt spielen mindestens zehn Dinge gleichzeitig eine Rolle", erläuterte der Managementberater und Hobbypilot. Nur ein Jahr nach ihrem ersten Turnier sind die Stepuhns nun mit dem langsamen Walzer, Tango, Wiener Walzer, Slowfox sowie Quickstep auf dem zweiten Platz in München gelandet und vor gut 200 Zuschauern in die A-Klasse aufgestiegen. Bis zu diesem Tag haben die beiden an 55 Turnieren teilgenommen und dabei über 550 Paare hinter sich gelassen.

Neue Ziele haben sich die Leistungssportler aber schon gesteckt. Ihren dreiwöchigen Urlaub verkürzen die beiden und treten bei den German Open in Stuttgart an. Die Lizenz für den internationalen Wettbewerb war in dieser Woche in der Post. Den Aufstieg in die höchste Turnierklasse, der Sonderklasse, wollen sie allerdings langsam angehen lassen. "Auch wenn im Club schon Wetten auf uns abgeschlossen werden", schmunzelten die lebensfrohen Alpsrayer und ergänzten: "Wir tanzen teilweise noch mit einem C-Programm in der A-Klasse. Wir nehmen uns jetzt die Zeit, Figuren aufzuholen und ein neues Programm auf die Beine zu stellen." Seinen Lebenstraum hat sich das Paar schon mit dem Turniersport erfüllt. Die Krönung auf dem Parkett wäre für das Ehepaar die Teilnahme am Tanzfestival 2015 in Blackpool (England) - dem traditionsreichsten Turnier der Welt.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Lokalsport: Stepuhns starten auf dem Parkett durch


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.