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Stepuhns tanzen übers WM-Parkett

Lokalsport: Stepuhns tanzen übers WM-Parkett
Kerstin und Horst Stepuhn waren bei der WM für Standardtanz-Paare in Miami. FOTO: Stepuhn
Alpsray. Das Ehepaar aus Alpsray erreichte in der Disziplin Standard in Miami den 40. Platz in der Senioren-Klasse III. Von Rene Putjus

Die Leidenschaft der Stepuhns ist das Tanzen. Es ist ein zeitintensives Hobby. Zwei bis drei Stunden täglich trainiert das Ehepaar aus Alpsray. Wenn's nicht anders passt, auch schon mal nachts. An rund 60 Turnieren nehmen Kerstin (55) und Horst (54) Stepuhn jährlich teil. "Ich bin entweder arbeiten oder tanzen", sagt der Manager, der in der Chemiebranche tätig ist. Jetzt waren die zwei zum zweiten Mal bei einer Weltmeisterschaft dabei. Dafür ging's mit dem Flieger über den großen Teich. Im Ballroom des Luxushotels JW Marriott in Miami trafen sich Standardtänzer aus 17 Nationen. In der Senioren-Klasse III belegten die Rheinberger den 40. Platz.

"Ein stolzes Ergebnis", lautet ihr persönliches Fazit. Ihr erste WM 2016 in Rimini hatten die Stepuhns auf Rang 146 abgeschlossen. In Miami waren sie das sechstbeste deutsche Paar. "Es war ein Raum mit Atmosphäre und viel Platz für die Zuschauer - natürlich auch auf dem Parkett. Der amerikanische Verband hatte alles professionell organisiert und gekonnt umgesetzt. Tanzen an sich ist wunderschön. Wenn man jedoch in einer besonderen Atmosphäre tanzen kann, ist das das i-Tüpfelchen", sagt der 54-Jährige zum sportlichen Höhepunkt des Jahres. Elf Richter bewerteten die Paare im langsamen Walzer, Tango, Wiener Walzer, Slowfox sowie Quickstep und vergaben ihre Kreuze (Noten von 1 bis 6 gibt's erst im Finale). Nach zwei Runden, die die beiden "ganz schön geschlaucht hatten", beendeten die Stepuhns ihre zweite WM als 40.

Eine beachtliche Leistung, "da wir ja erst seit dreieinhalb Jahren tanzen und eineinhalb Jahre der Sonderklasse angehören", meint das Ehepaar, das vor einigen Monaten vom TTC Schwarz-Gold Moers zum TC Düsseldorf Rot-Weiß gewechselt ist. Einen großen Anteil an dem Erfolg haben Valentin und Renata Lusin, "die uns mit Leidenschaft, Ausdauer und Geduld" trainieren. Bestätigt durch die WM-Platzierung nahmen die Rheinberger tags darauf in Miami an einem internationalen Turnier des Weltverbandes teil. Mit Rang 22 waren sie einverstanden. Und die zwei hatten immer noch nicht genug.

Nicht geplant war die Teilnahme an den World Open der Hauptgruppe der 18- bis 25-Jährigen. "Wir wurden vom Veranstalter gefragt, ob wir mittanzen möchten. So verrückt wie wir sind, haben wir zugesagt." Gemeinsam mit der Weltspitze ging's über drei Runden. Rang 28 als zweitbestes deutsches Paar konnte sich sehen lassen. In der deutschen Rangliste liegen die Stepuhns auf Platz 16, die Weltrangliste führt sie auf Rang 99. Um weiter vorne mitzumischen, muss das Paar weiter Punkte sammeln. Die nächste Reise ist daher schon längst geplant. Es geht nach Paris. Im Saphir Club findet ein Ranglistenturnier statt.

Tanzen in der S-Klasse ist kein preiswertes Vergnügen. Zu den Reisekosten kommen die Kostüme. Pro Jahr wird eine maßgeschneiderte Garnitur benötigt. Rund 5000 Euro müssen die Rheinberger für Frack und Kleid in die Hände nehmen. "Deshalb suchen wir nach Sponsoren, die uns unterstützen wollen", sagt Horst Stepuhn.

Quelle: RP
 
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