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Stürmer Ayna "entlässt" Trainer Vergaro

Lokalsport: Stürmer Ayna "entlässt" Trainer Vergaro
Die Tätigkeit des bisherigen Coaches des SV Orsoy, Sandro Vergaro, fand in Budberg ein abruptes Ende. FOTO: dk (archiv)
Orsoy. Fußball-Kreisliga A: Dem Rücktrittsangebot des Trainers widerspricht der Abteilungsleiter nicht. Von Detlef Kanthak

Zwei Wochen vor dem Saisonstart der Fußball-Kreisliga A muss sich der letztjährige Vizemeister SV Orsoy nach einem neuen Trainer umschauen. Noch vor dem Abpfiff der Rheinberger Stadtmeisterschaften, die am Samstag auf der Platzanlage des SV Budberg ausgetragen wurden, hat die Zusammenarbeit des Clubs mit seinem Übungsleiter Alessandro Vergaro ein überraschendes Ende gefunden.

Auslöser der unerwarteten Trennung waren die Szenen, die sich nach dem letzten Gruppenspiel der Orsoyer vor der Kabine der Mannschaft zugetragen hatten. Vergaro und Mustafa Köse, in der abgelaufenen Spielzeit noch gemeinsam im Team des SVO und seit wenigen Wochen als neuer Trainer des TuS 08 Rheinberg tätig, hatten sich da verständigt, auf das anstehende Spiel der beiden Mannschaften um den fünften Rang zu verzichten und die Entscheidung stattdessen im Elfmeterschießen zu suchen - wovon sie auch schon die Turnierleitung informiert hatten.

Der Wunsch kam aus Rheinberg, das zu diesem Zeitpunkt nur noch mit neun einsatzfähigen Spielern da stand. Vergaro hatte zugestimmt, freilich ohne zuvor mit seiner Mannschaft oder seinem Vorstand zu sprechen. Der bestand in diesem Moment lediglich aus Erkan Ayna, der in der Orsoyer Auswahl als Stürmer für Tore sorgen soll, gleichzeitig aber in seiner Funktion als Abteilungsleiter des Clubs für die Ordnung und das äußere Bild des Vereins verantwortlich ist. "Wir sind nicht bei einem E-Jugend-Turnier, sondern bei den Rheinberger Stadtmeisterschaften", legte Ayna sein Veto sein. "Und da gehört es sich, ein angesetztes Spiel auch durchzuführen", ließ er seinen Trainer wissen. Der sah es anders, fühlte sich nun wieder in seiner Kompetenz als entscheidungsfähiger Trainer vorgeführt und bot im gleichen Moment noch seinen Rücktritt an. Ayna widersprach nicht, Vergaro ging, und während die Orsoyer Spieler kurz darauf 5:0 gegen den TuS 08 gewannen, war der Trainer bereits auf dem Heimweg.

Die Trainertrennung nur als Zeichen des Mächtekampfes zweier dominanter Herren? Ayna versuchte am Tag darauf diesen Gedanken zu zerstreuen. "Die Sache mit dem Elfmeterschießen war nur das I-Tüpfelchen", erklärte er in seiner Funktionärsrolle. Zwischen der Mannschaft und ihrem Trainer seien schon seit längerem verschiedene Auffassungen im sportlichen Bereich bekannt gewesen. Der 31-Jährige nennt die Trainingsgestaltung als Beispiel. Und er weist darauf hin, dass Orsoys Übungsleiter angesichts einer beruflichen Umschulung in seiner sportlichen Arbeit eingeschränkt sei.

Vergaro mochte es so nicht hinnehmen. Auf Nachfrage verneinte er, dass es zwischen ihm und den Spielern Differenzen gegeben habe. "Das war ja meine Mannschaft, die Spieler habe ich zum großen Teil alle nach Orsoy geholt", erinnert er an seine Bemühungen, eine erfolgreiche Auswahl zu formen. Den Abschied akzeptiere er, und da gäbe es für ihn auch keinen Weg zurück. "Ich kann im Nachhinein nichts Schlechtes über den SV sagen, es war ein tolles Jahr in Orsoy."

Dort wurde am Samstag noch bis in die Nacht hinein an einer Lösung gearbeitet. Im Gespräch mit Ayna, einigen Spielern, dem Co-Trainer Mark Kolanczyk und dem in Urlaub weilenden, aber per Internet zugeschalteten Sportlichen Leiter Igor Draganov wurde vereinbart, dass Kolanczyk zunächst das Training leiten und auch am Sonntag im Kreispokalspiel gegen Viktoria Alpen auf der Bank sitzen soll. Zum ersten Meisterschaftsspiel, das eine Woche später beim Rumelner TV auf dem Programm steht, wird Draganov hinzu kommen. Bis dahin will man sich um einen neuen Trainer bemühen.

Quelle: RP
 
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