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Handball
SV Neukirchen spielt zu Hause zu pomadig

Handball: SV Neukirchen spielt zu Hause zu pomadig
Überzeugte bei der Niederlage seiner Mannschaft: Daniel Peters warf gegen Lank zehn Tore. FOTO: Banski
Neukrichen-Vluyn/Moers. Handball-Verbandsliga: Die Baar-Mannschaft unterlag Treudeutsch Lank. Die Moerser Adler überraschten gestern Abend in Wesel. Von Michael Bluhm

Das war Dämpfer Nummer zwei, der Motor stotterte über einen langen Zeitraum, erlangte somit nie die nötige Betriebstemperatur. Die Handballer des SV Neukirchen offenbarten in der Summe viele Unzulänglichkeiten, ob in der technisch-taktischen Ausrichtung, bei der Trefferausbeute oder schlichtweg im läuferischen Bereich. Die Blau-Gelben unterlagen deshalb zu Hause gegen Treudeutsch Lank verdient mit 29:30 (12:17).

Die Hausherren traten ohne den verletzten Christian Lange an. Dafür rückte Daniel Peters nach einem vierwöchigen Australien-Aufenthalt wieder in den Kader. Neukirchen bekam von Beginn an keinen Zugriff auf die Partie. Vor allem im Angriff klemmte es. Spritzigkeit, Explosivität sowie Effizienz beim Torwurf und Passgenauigkeit fehlten. Die gut sortierte Lanker 5:1-Deckung hatte wenig Mühe, aufgrund einer höheren Laufintensität die Räume zu verdichten. Die Hausherren verrannten sich viel zu oft in ein Eins-gegen-Eins-Gewürge, insbesondere Christian Ginters blieb blass, warf gegen die Lanker Gäste unzählige Fahrkarten. Auch die Verteidigung - inklusive der Torhüter - fand nicht zur normalen Leistung. Besser wurde es erst nach einer Systemänderung auf eine 5:1-Variante. Neukirchen hechelte trotzdem stets Rückständen hinterher (2:5/7. Minute, 7:12/21. Minute).

Der SVN kam mit einer besseren Einstellung zurück aus der Halbzeitpause, obwohl die Angriffsversuche nach wie vor zu hastig abgeschlossen wurden. Der Gast behielt daher bis zum 21:16 (38.) die Kontrolle über das Spielgeschehen. Aber die Blau-Gelben begannen sich nun endlich zu wehren - jetzt auch mit Christian Ginters. Neukirchens Bester trug jedoch einen anderen Namen: Daniel Peters, aufgrund seiner Entschlossenheit und Zielstrebigkeit nun nicht mehr zu halten, war maßgeblich an der Aufholjagd beteiligt. Neukirchen kämpfte tapfer, glich zum 24:24 (51.) aus, hielt die hektische Partie bis zum Abpfiff (27:27/29:29) offen. Doch die Gäste aus Lank holten sich letztendlich nicht unverdient die Punkte.

"Bei uns war in Hälfte eins vieles schlecht, zu pomadig, ohne Stimmung", so ein enttäuschter SVN-Trainer Björn Baar. "Nach dem Seitenwechsel wurde es besser, aber noch lange nicht gut."

Der Moerser Adler HSG gelang hingegen eine faustdicke Überraschung. Das Team hatte in den zurückliegenden Wochen bekanntlich mit einigen Problemen zu kämpfen, konnte daher nicht sein gewohntes Leistungsniveau abrufen. Aber die Hüfken-Schützlinge zeigten die nötige Reaktion und gewannen gestern Abend bei der HSG Wesel aufgrund einer überragenden kämpferischen Einstellung mit 31:29 (12:14). Der Gast trat ohne Oliver Keusemann (Fingerbruch) und Frank Rosendahl (erkrankt) an. Zu allem Übel fiel Rückraum-Ass Etienne Bernaisch frühzeitig wegen einer Verletzung aus und musste ins Krankenhaus. Unmittelbar nach dem Schlusspfiff gab es bereits die traurige Diagnose: doppelter Mittelhandbruch, eine Operation ist unumgänglich. Etienne Bernaisch fällt damit auf unbestimmte Zeit aus.

In Wesel entwickelte sich von Beginn an ein Spiel auf Augenhöhe. Die kämpferischen Aspekte überwogen auf beiden Seiten. Als "Adler" Steffen Pitzen (15.) in eine Manndeckung genommen wurde, hatte Moers die passenden Antworten parat. Die Gäste mussten während der Begegnung einige ungewöhnliche Maßnahmen treffen - wie zum Beispiel die Ausrichtung mit zwei Kreisläufern zu agieren. Die Adler - mit großem Willen - waren in der Endphase nicht mehr vom Weg abzubringen.

"Der Einsatz und der Kampf waren richtig toll", lobte Trainer Stefan Hüfken. "Und das Gute: Die Jungs haben sich für ihr Engagement belohnt."

Quelle: RP
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