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SV Orsoy setzt auf zwei Flüchtlinge

Lokalsport: SV Orsoy setzt auf zwei Flüchtlinge
Der Vereinsvorsitzende Rolf Rothgang (links) und Fußball-Abteilungsleiter Erkan Ayna (rechts) wollen, dass Abdul Yahaya (2. v.l.) sowie Abdelmalek Kandri im Umkreis von Rheinberg untergebracht werden, damit sie in der kommenden Saison für die A-Liga-Mannschaft des SVO auflaufen können. FOTO: Armin Fischer
Orsoy. Fußball: Ein Marokkaner und ein Ghanaer stehen im Kader des A-Ligisten. Unklar ist, wie lange sie dazu gehören. Von Jürgen Schroer

21 Spieler soll der Kader umfassen, mit dem Trainer Alessandro Vergaro und die erste Fußball-Mannschaft des SV Orsoy in die neue Saison starten wollen. Mit dem Kosovo-Albaner Mentor Lekiqi (zuletzt Duisburg 08) sowie Fabian Abels und Berin Con (beide Concordia Ossenberg, A-Junioren) sind jetzt die Positionen 17 bis 19 bei den Grün-Weißen besetzt worden. Bleibt noch die Frage, wer als 20. sowie 21. Kicker in den Kader rutscht.

Damit beschäftigen sich Rolf Rothgang, der Vereinsvorsitzende, und Fußball-Abteilungsleiter Erkan Ayna in den letzten Tagen sehr intensiv. Mit Abdul Yahahya und Abdelmalek Kandri haben sie zwei Asylbewerber aus der Orsoyer Zentralen Unterbringungseinheit (ZUE) als Kanidaten in Augenschein genommen. "Die beiden standen auf ein mal bei uns und fragten, ob sie nicht mitspielen dürften", beschreibt Rothgang den ersten Kontakt. Inzwischen absolvieren Yahaya und Kandri das volle Vorbereitungsprogramm des A-Ligisten und haben schon mit Erfolg in den Testspielen mitgewirkt. So traf Yahaya bei der 2:4-Niederlage der Orsoyer im Test bei den Sportfreunden Königshardt II. Aber ob der Ghanaer Yahaya oder der Marokkaner Kandri jemals für den SVO um Punkte spielen dürfen, steht nicht in der Macht des Vereins.

"Wir haben alle möglichen Register gezogen, die uns zur Verfügung stehen", umschreiben Ayna und Rothgang die Bemühungen der Verantwortlichen, die Migranten in Orsoy zu halten. Denn gewöhnlich verbleiben die Flüchtlinge nicht lange in der Orsoyer ZUE. Nach der Registrierung und weiteren Formalitäten werden sie zumeist über die gesamte Republik verteilt. "Wir wollen Integration vorleben und die Jungs unbedingt bei uns behalten. Sie haben sich schon prächtig eingelebt und eine Hilfswelle beim SV Orsoy losgetreten", freut sich Rothgang über die große materielle Unterstützung aus der Vereinsfamilie.

Rothgang und Ayna sind bei der zuständigen ZUE-Mitarbeiterin in Orsoy, Doris Vierschilling, vorstellig geworden. Die will das Ansinnen an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) weiterleiten. Und auch mit Bürgermeister Frank Tatzel hat der SV Orsoy inzwischen Kontakt aufgenommen. Einzige Bitte des Vereins: Man möge die beiden Flüchtlinge doch bitte im engeren Umkreis der Stadt Rheinberg unterbringen. Eine Spielberechtigung für das afrikanische Duo zumindest für Testpartien haben die Verantwortlichen des SVO bereits gestellt. Wie die zwei dann zum Training und den Meisterschaftspartien kommen, ist intern schon längst geklärt. "Das machen die Mitspieler unter sich aus", so Rothgang.

Überhaupt sehen Rothgang und Ayna den SVO als Vorbildfunktion in Sachen Integration: "Bei uns spielen die Flüchtlinge aus der ZUE zwei Mal in der Woche Fußball auf unserem Trainingsplatz." Geleitet werden die Übungseinheiten von Hrvoje Vlaovic, dem Coach des Fußball-Bezirksligisten GSV Moers und Sozialarbeiter in der ZUE in Orsoy. Und dass etliche Kinder von anerkannten Asylbewerbern inzwischen in den SVO-Jugendteams vertreten sind, ist für Rothgang und Ayna so selbstverständlich, wie Schiedsrichter zu Fußballspielen gehören.

Nächste Gelegenheit, sich vom Können des Marokkaners und Ghanaers zu überzeugen, gibt's morgen auf dem Rasen am Gildenkamp, wenn um 19.30 Uhr das A-Liga-Team in einer weiteren Vorbereitungspartie auf den ambitionierten Duisburger Bezirksligisten Genc Osmann trifft.

Quelle: RP
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