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Lokalsport
SV Sonsbeck - die Suche nach Normalität

Sonsbeck. Fußball: Der neue Trainer der Landesliga-Mannschaft ist da, dafür der Vorstand weg. Hans Hahn, der langjährige Obmann, hilft aus. Kapitän Tim Weichelt spricht offene Worte. Von Rene Putjus

Thomas von Kuczkowski hat sich seinen Start als Trainer des Fußball-Landesligisten SV Sonsbeck ganz anders vorgestellt. Nach den Querelen hinter den Kulissen ist ihm mit Guido Lohmann "seine Vertrauensperson" abhandengekommen. Als Sportlicher Leiter hatte er ihn überzeugt, beim TSV Wachtendonk/Wankum nach zwölf Spieltagen hinzuschmeißen und sich den Rot-Weißen anzuschließen. "Ich kann das noch gar nicht glauben, was gerade passiert, geschweige denn die Auswirkungen einschätzen", sagte von Kuczkowski gestern Vormittag. Am Abend zuvor hatten Lohmann und die anderen Mitglieder des Fußballsenioren-Vorstands ihren Rücktritt erklärt.

"Guido hat doch alles gemacht. Wer soll denn dieses Vakuum schließen?", so von Kuczkowski. Der Coach, der ohnehin schlecht schläft, weil er mit dem "Shitstorm", der über ihn nach seinem plötzlichen Abschied aus Wa./Wa. hineinbrach, nicht gerechnet hatte, lernte gestern Abend vor seinem ersten Training Arndt van Huet kennen. Der 2. Vorsitzende des Gesamtvereins teilte ihm mit, wie es zunächst weitergehen soll. Der 44-Jährige erfuhr, dass sein Ansprechpartner vorerst Hans Hahn ist. Der langjährige Obmann, der im Sommer 2015 nicht mehr kandidiert hatte, springt ein. Er wird auch die Kontaktperson für die A-Liga-Mannschaft sein. "Es ist eine sehr unglückliche Situation. Der Vorstand hat hervorragende Arbeit geleistet. Wir sind extrem traurig über die Entwicklung", so van Huet, der weiter meinte: "Wir müssen jetzt schnell Ruhe reinbekommen und eine langfristige Lösung finden." Mit dem Rückzug von Hahn war im Fußball-Vorstand die Kontinuität futsch. Die Obmänner Theo Classen und Dirk Recke blieben nicht lange im Amt. Nun ist auch Lohmann weg.

Tim Weichelt, der Kapitän der Landesliga-Truppe, sprach von einer "krassen Info", die ihn am Mittwochabend erreicht habe. "Guido war so eine Art Vaterfigur für viele Spieler. Er hat viel Herzblut und Zeit reingesteckt." Was in den vergangenen Monaten neben dem Rasen abgelaufen sei, "war schon sehr belastend für mich als Führungsspieler". Weichelt ist doch arg verwundert über die Vorkommnisse beim SVS: "Ich habe schon beim KFC Uerdingen einiges mitgemacht. Aber das, was derzeit in Sonsbeck passiert, sucht seinesgleichen", meinte der Keeper, der große Stücke auf den neuen Trainer hält. "Thomas will viele Sachen anpacken und verbessern. Ich habe mich eigentlich darauf gefreut, mich am Donnerstag wieder nur auf Fußball konzentrieren zu können - und dann das."

Thomas von Kuczkowski ist dieser Tage nicht zu beneiden. Der Coach muss die Mannschaft nach den Chaostagen schnellstmöglich in die Spur bringen. Sonntag kommt der VfL Repelen zum Derby vorbei. Es geht um mehr als drei Punkte. Es geht darum zu zeigen, dass die Mannschaft intakt und gewillt ist, gemeinsam den Karren aus dem Dreck zu ziehen.

Quelle: RP
 
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