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SVO-Fußballer leben Integration vor

Lokalsport: SVO-Fußballer leben Integration vor
Joachim Spandick von den Alten Fußball-Herren des SV Orsoy (rechts) beobachtet die Flüchtlinge bei der Ausführung einer Übung. Der Syrer Abdul Kader Aabido (2.v.r.) wirft den anderen den Ball zu. FOTO: Ostermann
Orsoy. Flüchtlinge trainieren in Orsoy zunächst bei den Alten Herren mit, bevor sie zu den anderen Mannschaften wechseln. Von Sassan Dastkutah

Fußball verbindet Menschen und Kulturen. Davon ist auch der Presbyter der Evangelischen Kirchengemeinde Orsoy, Klaus Rothgang, überzeugt. Er nahm daher Kontakt mit der Fußball-Abteilung des SV Orsoy auf und fragte nach, ob es möglich sei, dass Flüchtlinge mittrainieren können. Und Rothgang traf auf offene Ohren. Asylbewerber zwischen zehn und 30 Jahren, die in den Containern an der Grundschule leben, stehen gemeinsam mit der Alte Herren-Mannschaft auf dem Platz.

"Wir geben den Flüchtlingen Sprachkurse, kochen mit ihnen und jetzt dürfen die jungen Leute zeigen, was sie so am Ball können", freute sich der Presbyter über die Zusammenarbeit mit dem Sportverein im Ort. Fußballschuhe und Trikots werden für die elf Spieler, die aus Syrien, Afghanistan und Eritrea nach Deutschland gekommen sind, besorgt. "Das ist gelebte Integration", sagte Rolf Rothgang, der Vorsitzende des SV Orsoy. Die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen treten auch in den Verein ein. Die Jungs müssten allerdings keine Beiträge zahlen, meinte er weiter.

Derzeit schaut sich der Verein an, wer in welchem Team mitspielen kann. "Wir sondieren noch und verteilen die neuen Mitglieder dann auf die unterschiedlichen Mannschaften. Wir suchen Wege, wie wir sie in die Teams integrieren können, so dass es für die Flüchtlinge einfacher ist", erläuterte der SVO-Vorsitzende. Wie das genau abläuft, ist noch nicht klar. Der Verein will ein Konzept erarbeiten. Klar ist, dass sich der SV Orsoy über die Neuzugänge freut und es als "eine tolle Herausforderung" ansieht.

Der Kapitän der Oldie-Mannschaft, Joachim Spandick, warf beim letzten Mittwochtraining immer einen Blick auf die Zugänge und zeigte ihnen Übungen, um deren Spielstärke besser einordnen zu können. Dass die Flüchtlinge, die teilweise SVO-Trikots trugen, jede Menge Spaß beim Training hatten, war nicht zu übersehen. Mit viel Freude spielten sie den Ball hin und her.

Und es wurde schnell deutlich, dass sie nicht das erste Mal gegen das runde Leder traten. Vor allem die Übungen gefielen ihnen. So stand einer in der Mitte und warf den Ball auf den Kopf des anderen. Die Kommunikation funktionierte gut. Zum einen ist die Sprache des Fußballs international, zum anderen sprechen die meisten Flüchtlinge gut englisch. Die Truppe hat sogar einen eigenen Coach ernannt - Abdul Kader Aabido (24) aus Syrien. "Es ist toll hier. Wir wurden sehr nett aufgenommen", meinte er. Dann lobte er die Alt-Herren-Mannschaft, die sehr gut spiele, wie er mit einem Lächeln meinte. Der zwölfjährige Khaldon hat den Sprung in eins der Teams schon geschafft. Er trainiert künftig in der C-Jugend mit und freute sich sehr auf seinen ersten Einsatz.

Dass auch die Flüchtlinge aus der Zentralen Unterbringungseinrichtung, die im ehemaligen Marienhospital wohnen, mittrainieren, ist derzeit nicht angedacht. "Die bleiben ja auch meist nur zwei Wochen in der Einrichtung", so Rolf Rothgang. Da wäre es dann doch sehr schwierig, sie während ihrer kurzen Aufenthaltszeit ins Vereinsleben des SVO zu integrieren.

Quelle: RP
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