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Lokalsport
Tennistalent mit Profi-Ambitionen

Lokalsport: Tennistalent mit Profi-Ambitionen
Tom Tillger steht bis zu vier Stunden täglich auf dem Tennisplatz. Seine Trainer sind die Ex-Profis Mark Joachim und Karsten Braasch. FOTO: Dieker Klaus
Neukirchen-Vluyn. Die RP und Volksbank Niederrhein wählten den 16-jährigen Tom Tillger zum "Nachwuchssportler des Monats Juni". Von Sabine Hannemann

Tom Tillger ist Schüler am Julius-Stursberg-Gymnasium in Neukirchen-Vluyn. Im nächsten Jahr will er sein Abi bauen. Schule und Tennissport kriegt er gut unter einen Hut, wenngleich sein Tag durchgetaktet ist. Täglich trainiert er drei bis vier Stunden auf dem Tennisplatz. "Ich bin halt gerne dort", sagt der 16-Jährige, der ein ganz klares Ziel vor Augen hat. "Ich will Profi werden." Die Rheinische Post und Volksbank Niederrhein wählten ihn zum "Nachwuchssportler des Monats Juni".

Für den weißen Sport hat er sich vor sieben Jahren entschieden. Verschiedene Sportarten wie Fußball und Karate hatte er ausprobiert, auf dem Tennisplatz ist er hängengeblieben. Mit einer Trainingsstunde pro Woche fing seine Karriere an, bis Tom die Tennisschule von Mark Joachim (43) besuchte, damals noch in Kamp-Lintfort. Joachim erkannte sein Talent und baute ihn allmählich auf. Disziplin und Durchhaltevermögen zeichnen Tom aus. Als Joachim zum Netzballverein Velbert wechselte, ging Tom mit. Mark Joachim ist in der Szene eine gesetzte Größe, der nicht nur mehrfach deutsche Meistertitel einspielte, sondern seine Erfahrungen als Coach an Nachwuchstalente weitergibt. Sein Motto: "burn the ball". Tom ist weiterhin Mitglied beim SV Neukirchen und dort auf dem Tennisplatz anzutreffen.

Für Trainingszeiten in Velbert sorgen sein Eltern, Ute und Bodo. "Ich fahre ihn zu den jeweiligen Terminen. Wir begleiten unseren Sohn auch zu den Turnieren", sagt Ute Tillger. Da kann es schon mal nach Barcelona gehen, wo die europäischen Cracks aufeinandertreffen. "Wir unterstützen Tom und sind natürlich stolz, ihn in dieser Leistungsstärke auf dem Platz zu erleben. Wir machen uns allmählich auf Sponsorensuche", sagt Bodo Tillger. Spaß und Freude am Sport stehen für die Toms Eltern im Vordergrund. "Wenn sich dann der Erfolg einstellt, haben wir alles richtig gemacht", sagt Bodo Tillger. Erfolg sei für ihn nicht mit Druck vereinbar.

Über Mark Joachim laufen verschiedene Fäden zusammen, entstehen Kontakte zu anderen Talenten. "Mir gefällt in Velbert die Jugendarbeit, die tolle wie familiäre Gemeinschaft. Velbert bietet viele Chancen", sagt Tom, der auch Vorbilder hat. Wie Sascha Zverev (19), jüngster in den Top 50 der Weltrangliste und derzeit auf dem Vormarsch. Oder Ivan Lendl, Roger Federer, David Ferere und Karsten Braasch. Braasch - der 1994 in der Weltrangliste auf Platz 38 rangierte - beendete 2005 seine Profikarriere und trainiert neben Mark Joachim ebenfalls mit Tom.

Ein unbeschriebenes Blatt ist der 16-Jährige Gymnasiast nicht mehr, wie der Blick auf seine jüngsten Turniersiege belegt: U16-Bezirksmeister 2015 und 2016, U16-Kreismeister 2014. Auf der Jugendrangliste in seiner Altersklasse U16 spielt er auf Position 136. Sein Ziel für die Saison: Am 30. September will er unter die ersten 700 aktiven Spieler in Deutschland kommen, um so auf der Herren-/Aktivenrangliste geführt zu werden. Mit zu seinen ersten Erfolgsmomenten gehörte für Tom, als er es als 13-Jähriger zum ersten Mal in die Nebenrunde geschafft hat. Zu dem sympathischen gradlinigen wie zielstrebigen Tom gehört der Plan B. "Wenn es nicht mit der Profikarriere klappt, mache ich in jedem Fall etwas mit Sport", sagt Tom. Das von der RP und Volksbank ausgelobte Preisgeld (300 Euro) ist bereits verplant und soll, so Tom, der Jugendarbeit vom Netzballverein Velbert zufließen.

Quelle: RP
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