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Fußball
Thomas Geists neue Welt

Fußball: Thomas Geists neue Welt
Serkan Calik wurde nicht festgenommen und bestreitet eine Beteiligung an möglichen Spielmanipulationen in der Türkei. FOTO: AP
Ex-SVS-Coach Thomas Geist arbeitet inzwischen beim FK Laktasi. Geist kämpft mit seinem neuen Club um den Klassenerhalt in der ersten Liga. Sein Fazit nach den ersten Wochen in Bosnien-Herzegowina fällt positiv aus. Von Marcel Kleifeld

Nein, Verständigungsprobleme gibt es keine. Fast alle Jungs verstehen Englisch oder Deutsch. Einzig zwei Spieler sind nur des Serbischen mächtig. Da müssen dann die anderen übersetzen.

"Mir geht es gut. Ich habe mich hier schnell eingelebt, was aber auch nicht schwer war", versichert Thomas Geist. Der ehemalige Trainer des Landesligisten SV Sonsbeck und jetzige Fußball-Lehrer des Erstligisten FK Laktasi (Bosnien-Herzegowina) hat schließlich den ganzen Tag mit Fußball zu tun. Hier ein Fernsehauftritt, da schnell zum Radio, noch dazu der Trainings- und Spielbetrieb sowie Pressekonferenzen – da bleibt keine Zeit für Langeweile oder Heimweh.

0:1-Niederlage beim Debüt

Geist blickt zufrieden auf seine ersten Wochen als Übungsleiter des Erstligisten zurück. Die Fußball-Mentalität des Balkan-Staates gefällt ihm. "Hier wird viel Wert auf Disziplin gelegt", erzählt Geist, der anfangs "hart durchgriff" und so für die nötige Autorität und Respekt sorgte. Das Training des ehemaligen Straelener Trainers unterscheidet sich auch beim Club aus der Premijer-Liga nicht von dem Programm, was seine deutschen Teams von ihm gewohnt waren.

Zum Ligadebüt des ersten deutschen Erstliga-Trainers in Bosnien-Herzegowina gab es eine unglückliche 0:1-Niederlage beim Spitzenreiter Borac Banja Luka. Der Gegentreffer fiel in der 96. (!) Minute. Dabei betrug die vom Schiedsrichter angezeigte Nachspielzeit nur vier Minuten.

"Wir waren deutlich besser und hatten viele hochkarätige Chancen", ärgert sich Geist über die verpasste Chance. Der Tabellenletzte steht somit gegen Sloboda Tuzla schon unter Zugzwang. Bei einem Sieg könnte der Rückstand zum rettenden Ufer aber auf drei Zähler verringert werden, da Tuzla die drei Punkte aus dem Spiel gegen Sarajevo wohl verliert. Der 14. hatte einen gesperrten Spieler eingesetzt.

Geist glaubt an die Qualität seiner Mannschaft: "Wenn wir zusammen bei Null angefangen hätten, könnten wir vielleicht Vierter oder Fünfter werden." So aber heißt das Ziel natürlich einzig und allein Klassenerhalt.

Sonsbecker Schmuckkästchen

Der Ligaverbleib ist für Laktasi von großer Bedeutung. Das geplante neue Stadion wird nur bei Erstligazugehörigkeit gebaut. Geist: "Hier geht es nicht um Taschengelder, sondern um richtig viel Geld." Aktuell seien die Trainingsbedingungen des FKL nicht mit denen in Sonsbeck zu vergleichen. "Im Vergleich zu unseren Möglichkeiten hat der SVS ein richtiges Schmuckkästchen", schmunzelt der Fußball-Lehrer. Obwohl so weit entfernt, hat Geist noch Kontakt nach Sonsbeck. Er verfolgt aufmerksam die Ergebnisse und drückt seinen ehemaligen Schützlingen stets die Daumen.

Quelle: RP
 
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