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Lokalsport
Unruhige Zeiten beim SV Sonsbeck

Sonsbeck. Fußball-Landesliga: Nach acht Spieltagen rangiert der SV Sonsbeck im Mittelmaß und hat auswärts noch keinen Sieg verbucht. Guido Lohmann und Günter Abel halten eine Kabinenansprache. Thomas Dörrer wirft die Brocken hin. Von Nils Jansen

Gerade einmal elf Pünktchen hat der SV Sonsbeck nach acht Spieltagen auf seinem Konto angesammelt. Das ist für einen Verein mit höheren Ansprüchen viel zu wenig. Grund genug für Guido Lohmann, den Sportlichen Leiter der Sonsbecker, beim Training am Dienstag Abend Tacheles mit den Spielern zu reden.

"Ich habe das vorher mit unserem Trainer abgestimmt", so Lohmann, der am vergangenen Sonntag nach dem Schlusspfiff der Partie bei Arminia Klosterhardt restlos bedient nach Hause gefahren war. "Günter und ich hatten kurz Blickkontakt und wussten in dem Moment, dass wir beide dasselbe dachten. Das ist nicht die Einstellung einer Mannschaft gewesen, die nötig ist, um oben mitspielen zu können", schildert Lohmann seine Eindrücke aus der mit 1:3 verlorenen Begegnung mit den Oberhausener Vorstädtern. Vor allem die Körpersprache der Sonsbecker hatte verraten, dass es ihnen an Kampfgeist, an Entschlossenheit, an Siegeswillen fehlte.

Bei der Kabinenansprache am Dienstag Abend zeigten Lohmann und Abel dem Team die Fehler auf. Nach acht Spielen gab es für den SV Sonsbeck noch keinen Auswärtssieg. "Diese Liga ist zu stark und ausgeglichen, um sich mit 80 Prozent des möglichen Leistungsvermögens durch zu wurschteln. Unser Kader ist stark genug, Potenzial für erheblich bessere Auftritte des Teams ist klar vorhanden", betonte der Sportliche Leiter.

Als reines Draufhauen aber wollte die Führungsspitze das Krisengespräch mit der Mannschaft nicht verstanden wissen. "Das wären jetzt die falschen Mittel", so Lohmann. "Beim nächsten Spiel gegen den FSV Duisburg am Sonntag will ich aber eine einhundertprozentige Leistung sehen. Ich fordere jetzt nicht unbedingt einen Sieg ein, auch wenn uns die Punkte eminent gut tun würden. Vielmehr ist uns wichtig, dass sich jeder den Hintern für das Team aufreißt. Ich will eine kämpferische Sonsbecker Mannschaft sehen, die sich nach dem Abpfiff nicht den Vorwurf gefallen lassen muss, nicht alles gegeben zu haben." Namen nannte Lohmann nicht. "Die Jungs wissen allesamt, wer sich von ihnen besonders angesprochen fühlen sollte", fügte er hinzu.

Unterdessen brodelte es auch im Unterbau der ersten Mannschaft. Thomas Dörrer, Trainer der Reserve, warf ebenfalls am Dienstag die Brocken hin (siehe nebenstehenden Bericht). Seine Mannschaft rangiert in der Kreisliga A an der Tabellenspitze. Von ruhiger Arbeit aber ist keine Spur. "Persönliche Gründe" sollen den Ausschlag für seinen Rückzug gegeben haben, heißt es in einer offiziellen Mitteilung des Vereins. Dörrer wollte zunächst keine Stellung dazu nehmen, ließ dann aber durchblicken, dass er zuletzt intern attackiert worden war. "Ich hatte blöderweise vor drei Wochen laut Kritik daran geübt, dass Absprachen nicht eingehalten worden sind. Dabei ging es um Unterstützung von Spielern aus der ersten Mannschaft für mein Team. Günter Abel und ich haben das Thema vor zwei Wochen ausgeräumt, aber Ruhe kehrte nicht ein. Ich will nicht der Bittsteller des Vereins sein und habe Respekt für meine Mannschaft und meine Arbeit erwartet."

Quelle: RP
 
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