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Lokalsport
Veen gegen Alpen - kein Drama-Derby

Kreis. Fußball-Kreisliga A: Die Nachbarn stehen sich heute Abend gegenüber. Für die Trainer ist es eine Partie wie jede andere. Beim SV Orsoy werden am Sonntag gegen Concordia Ossenberg Spieler aus der "Zweiten" ihre Chance bekommen. Von Detlef Kanthak

Es ist die gleiche Gemeinde, aber zwischen den Vereinen scheinen doch Welten zu liegen. Zumindest für Christian Hauk, den Trainer von Borussia Veen. Seine Mannschaft begrüßt schon am heutigen Abend um 19.30 Uhr Viktoria Alpen zum Meisterschaftsspiel der Kreisliga A. Und dort, beim Nachbarn, kennt er sich bestens aus. Bis zum Sommer trainierte Veens Coach noch die zweite Alpener Vertretung. Mit dem Kollegen Jörg Schütz verbindet ihn daher mehr als nur die gleiche Aufgabe im heutigen Spiel.

"Jörg war immer ein guter Ansprechpartner", plauderte Hauk aus dem "Nähkästchen". Was beide heute trennt, sind elf Tabellenplätze. "Mit der Viktoria dürfen wir uns nicht vergleichen." Alpen reist als Dritter mit Aufstiegschancen an, die Borussia, die in lange am Tropf hing, hat sich gerade erst auf den 14. Platz vorgearbeitet. "Alpen hat eine sehr erfahrene Mannschaft, aber wir freuen uns auf dieses Spiel", versichert Hauk. Auch sein Gegenüber möchte möglichst viel "Dampf" aus dem im letzten Aufeinandertreffen in Veen ziemlich brisanten und von den Zuschauern lebhaft verfolgten Derby nehmen. "Wir werden das Spiel wie jedes andere annehmen und kein Drama daraus machen", erklärt Schütz.

Und es steht noch ein Lokalspiel an mit zwei Trainern, die sich aus dem Effeff kennen und inzwischen fast schon das Gleiche denken. Wie fasste Igor Draganov, der Coach des SV Orsoy, die Lage seines Teams nach dem letzten Spieltag zusammen? "Der Wurm ist drin", stellte er nach dem 1:5 gegen Veen fest. "Keiner macht es absichtlich, aber es klappt im Moment einfach nicht", und: "Wir müssen nach unten gucken." Am Sonntag kommt es zum Derby gegen Concordia Ossenberg. "Vielleicht ticken wir ja ähnlich, weil wir uns so gut kennen", stellt deren Trainer Björn Quint angesichts der Draganov-Aussage fest. Auch seine Mannschaft hat nicht die besten Wochen hinter sich und wartet seit drei Spieltagen auf einen Punktgewinn. Quint, und sein Co-Trainer Udo Krützberg, haben lange das Orsoyer Trikot getragen - einige Jahre davon auch mit Draganov als ihren Trainer. Quints Plus: In Vluyn hat er trotz des 1:2 einen deutlichen Formanstieg seiner Mannen gesehen. Das stimmt ihn zuversichtlich. Personell wird es Änderungen auf beiden Seiten geben. Draganov kündigte an, auf die Fehler seiner Defensive jetzt rigoros mit Spielern aus der "Zweiten" reagieren zu wollen. Bei der Concordia sind Jonas Baumbach, der Ex-Orsoyer, und Lucas Bangert gesperrt, dafür kehren Alexander Bentgens und Jan Willeke wieder zurück.

Für den TuS Xanten kommt das Nachbarschaftsduell gegen den SV Sonsbeck II zur rechten Zeit. "Wir stehen nicht unter Druck", behauptet Coach Torsten Weist mit Blick auf die Tabelle. Klar, da ging es für den TuS innerhalb von einer Woche von Platz 14 auf einen Abstiegsplatz zurück, doch "der Druck kommt erst in den Wochen danach, wenn es gegen Lintfort und Millingen geht." Gegen die beiden Mitkonkurrenten aus der Abstiegszone wird's wichtig, gegen den SVS II als Tabellenzweiten könne der TuS doch nur gewinnen. Weist muss am Sonntag allerdings auf Sebastian Kaczmarek und Christian Dörper verzichten. "Eine schöne Sache, weil die Anreise kurz ist", sieht Sonsbecks Trainer Johannes Bothen nur wenige Berührungspunkte zum TuS. "Die Mannschaften kennen sich kaum", stellt er fest. Also: Normale Vorbereitung, keine Hektik, wohl aber die Hoffnung, dass am Fürstenberg noch einmal auf Rasen gespielt werden kann. "Auf dem Aschenplatz könnte es ein Geduldsspiel werden, aber selbst dann müssen wir eben cool bleiben und uns unsere Chancen erspielen."

Für die drei weiteren Mannschaften aus dem Norden des Kreises stehen längere Fahrten auf dem Programm. Der SV Millingen beendet seine "Englische Woche" mit dem Gastspiel beim TV Asberg. Fünf Punkte hatte Trainer Markus Hierling vor den Spielen gegen Hohenbudberg, Asterlagen und Asberg von seiner Mannschaft gefordert, vier sind es bislang geworden - sieben würde er sicherlich nicht ablehnen.

Nach drei Siegen in Folge hat es den SSV Lüttingen mit dem 0:1 gegen die SpVgg. Rheurdt-Schaephuysen wieder erwischt. Um das Ruder herumzureißen, haben sich Trainer Thilo Munkes und seine Auswahl nicht gerade den leichtesten "Aufbaugegner" ausgesucht. Der SSV gastiert beim VfL Rheinhausen und wird sich beim sturmstarken Fünften vermutlich nicht selten in der Defensive wiederfinden.

Mit Jetlag in die Rheinhauser Eisenbahnsiedlung: Nach seinem Urlaub in den USA klettert Stefan Tebbe, der Coach des SV Büderich, am Sonntag erst aus dem Flugzeug. Das Spiel am Nachmittag beim ESV Hohenbudberg möchte er sich aber nicht nehmen lassen. Co-Trainer Steffen Angenendt hat die Mannschaft derweil auf das Spiel beim Vierten eingestellt.

Quelle: RP
 
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