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Aus Den Vereinen
"Verein nutzt Kletterseil als Bindeglied"

Sonsbeck. Die "Klimpansen", eine Abteilung des SV Sonsbeck, gewann den Zukunftspreis der Deutschen Sportjugend (DSJ). Von Marco Büren

Der diesjährige Zukunftspreis der Deutschen Sportjugend (DSJ) geht nach Sonsbeck, genauer gesagt an die "Klimpansen", die Kletterabteilung des SVS. Abteilungsleiter Walter Kisters und seine rund 30 Mit-Kletterer dürfen sich, neben viel Anerkennung, nun über 5000 Euro freuen, die der Kinder- und Jugendarbeit zur Verfügung gestellt werden. "Als nach der Nennung des Dritt- und Zweitplatzierten Vereins nur noch wir übrig blieben, waren wir alle sehr froh", erinnert sich Marc Lemkens, Vorsitzender des SV Sonsbeck, an die Preisverleihung im Sport- und Olympiamuseum in Köln.

Ganz überraschend kommt der Gewinn des Zukunftspreises für Walter Kisters nicht. "Als ich 2014 die Ausschreibung für die diesjährige Preisverleihung sah, wurde mir immer deutlicher, dass der Preis sehr gut zu uns passt." Der DSJ-Zukunftspreis 2015 stand unter dem Titel "Inklusion von Kindern mit und ohne Behinderung" - für die "Klimpansen" war dies schon immer Kern ihrer sportlichen Tätigkeit. Kisters: "Als wir vor etwas mehr als 16 Jahren die Klettergruppe aus der Taufe gehoben hatten, war nicht nur für mich klar, dass Integration ein fester Bestandteil unserer Arbeit sein wird." Anders ausgedrückt: "Inklusion ist gesellschaftlich gerade ein sehr aktuelles Thema, für uns war es das schon immer."

Vera Bentele, Schirmherrin des DSJ-Zukunftspreises und mehrfache Paralympics-Medaillengewinnerin, betonte bei der Preisverleihung, wie wichtig es sei, Vereine zu würdigen, die Sport für alle Kinder und Jugendlichen anbieten würden. Sowohl Bentele als auch die Fachjury und den DSJ-Vorstand hat die Tatsache, dass die Betreuer der "Klimpansen" ausschließlich ehrenamtlich arbeiten, tief beeindruckt, zumal die Kletterei nicht gerade zu den einfachsten Sportarten zähle. Das weiß natürlich auch "Klimpansen"-Abteilungsleiter Walter Kisters: "Wir arbeiten sehr intensiv mit den Kindern zusammen, das bringt natürlich der Klettersport mit sich. Ein Betreuer kann beim Klettern maximal drei Kinder betreuen, da hat es ein Fußballtrainer schon einfacher." Für Kisters ist aller Zeit- und Materialaufwand zweitrangig. "Viel wichtiger ist das Gruppenerlebnis. Wir wollen Vertrauen schaffen und natürlich auch Selbstbewusstsein. Klettern kann jeder, aber sichern zum Beispiel nicht." Die "Klimpansen" sind regelmäßig in einer Kletterhalle in Krefeld aktiv, aber auch im Landschaftspark Duisburg-Nord, wo es eine Kletteranlage des Deutschen Alpenvereins (DAV) gibt, oder in einer Halle in Düsseldorf.

DSJ-Vorsitzender Ingo Weiss sagte in seiner Laudatio: "Der Verein SV Sonsbeck nutzt das Kletterseil als Bindeglied zwischen Menschen mit und ohne Behinderung." So zeigte sich auch Marc Lemkens stolz über den Preisgewinn: "Der Preisgewinn zeigt, dass jede Abteilung im Verein wichtig für alle ist, auch wenn es eine kleine Abteilung ist." Die "Klimpansen" machen etwa 30 der 1700 Mitglieder des SV Sonsbeck aus, rund ein Drittel der Kletterer sind Menschen mit Behinderung.

Was mit dem schönen Preisgeld von 5000 Euro gemacht wird, weiß Kisters noch nicht ganz genau. "Mehrere Seile oder Gurte müssen wir gesetzlich immer wieder erneuern, ob sie noch gut sind oder nicht. Und bei der Sicherheitsausstattung hat sich in der jüngeren Vergangenheit eine Menge weiter entwickelt. Also wird das Geld erst einmal für neues Material gebraucht", vermutet Kisters.

Quelle: RP
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