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Lokalsport
"Voll cool" - sagen Alina, Lara und Esther

Lokalsport: "Voll cool" - sagen Alina, Lara und Esther
Den Ball fangen, springen, landen - Landestrainer Dirk Frase (rechts) beobachtet die Kinder beim Training genau und gibt Tipps für den richtigen Ablauf. FOTO: Christoph Reichwein
Millingen. Rugby: Die Grundschule am Bienenhaus in Millingen führt für die vierte Klasse den Rugby-Sport ins Schulprogramm ein. NRW-Landestrainer Dirk Frase leitet eine erste Trainingseinheit und trifft auf begeisterte Kinder und Lehrer. Von Johannes Heiming

NRW-Landestrainer Dirk Frase war am Freitag an der Schule am Bienenhaus in Millingen zu Gast und brachte den Schülerinen und Schülern der Klasse 4a den Rugbysport näher. Für die Grundschule war es der Start in ein langfristiges Projekt.

Alina, Lara und Esther haben auf der Bank der Turnhalle Platz genommen. Nach zwei Stunden, die sie mit Tacklen, Werfen, Fangen und Springen verbracht haben, brauchen die drei Mädchen der Klasse 4a eine Verschnaufpause. Sie haben sich im Laufe des Morgens kleinere Blessuren zugezogen. Trotzdem finden sie Rugby bis jetzt "voll cool". Es ist der erste Kontakt mit der Sportart für die meisten Kinder der Klassen. "Ich kannte das vorher nicht", sagt Alina. Das tut der Begeisterung jedoch keinen Abbruch, und Esther berichtet stolz von zwei Siegen beim Mattenrutschen. "Nur der Ball ist ein bisschen groß für unsere Hände", findet sie.

Dann ruft Trainer Dirk Frase auch schon wieder, und für die drei Mädchen geht es nach kurzer Aufmunterung durch Klassenlehrer Michael von Keutz weiter zur nächsten Übung. Keutz ist sichtlich zufrieden mit dem Verlauf des Vormittags und sieht, dass alle Kinder "voll dabei" sind. Über seine Kollegin Miriam Schöndeling kam der Kontakt zum Landestrainer zu Stande, und nun soll Rugby seinen festen Platz in der Millinger Grundschule finden. "Wir haben es ins Schulprogramm aufgenommen und wir werden jetzt jedes Jahr dieses Projekt mit den Viertklässlern durchführen", sagt von Keutz und fügt noch hinzu: "Außerdem lässt sich Rugby wunderbar in den Lehrplan integrieren." Das heißt, dass die Schülerinnen und Schüler auch in den kommenden Wochen und Monaten mit dem ovalen Ball in Kontakt kommen werden. Beim Besuch von Frase geht es zunächst darum, den Kindern den ersten Kontakt mit der Sportart zu ermöglichen. "Viele, auch wir, hatten eine falsche Vorstellung davon, was Rugby eigentlich ausmacht", gesteht der Klassenlehrer. Das hat sich gegen 11 Uhr bereits geändert - und darüber freut sich Frase. "Es geht in erster Linie darum, den Sport bekannt zu machen und in die Schulen zu bringen", so der Trainer, der sein Hobby mittlerweile zum Beruf gemacht hat und immer wieder in Kindergärten, Grundschulen, aber auch an Universitäten zu Gast ist. Dabei geht es ihm nicht darum, Kinder von anderen Sportarten abzuwerben. "Es geht im Grunde um die Möglichkeit einer dualen Sportausbildung. Da ist Rugby sicher attraktiv. Motorik und Auge-Hand-Koordination werden ebenso geschult, wie Würde und Respekt", so Frase. Er sieht Rugby in Deutschland auf dem Vormarsch, weiß aber auch um die Schwierigkeiten: "Wenn hier jetzt jemand in einen Verein möchte, wäre das schwierig. Da müsste man schon nach Willich, Düsseldorf oder Essen fahren. Da bedürfte es schon gewisser Eigeninitiative. Zum Beispiel über eine AG, aus der ein Verein erwächst."

So weit sind die Kinder der Klasse 4a noch nicht. Toni und Jan-Luca, die es sich zwischenzeitlich auf einer großen Matte bequem gemacht haben, kennen aber mittlerweile die ersten Regeln und sind mit großer Freude dabei. "Das Rammen ist besonders cool", sagt Jan-Luca. "Tacklen heißt das", weiß Toni und stellt sich für den nächsten Anlauf an.

Quelle: RP
 
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