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Lokalsport
Wasser von allen Seiten

Lokalsport: Wasser von allen Seiten
Auf geht's: Die Triathleten der Olympischen Distanz mussten 1500 Meter im Wasser zurücklegen. FOTO: Armin Fischer
Xanten. Nibelungen-Triathlon: Auf einige Teilnehmer der Olympischen Distanz ging auf der Radstrecke Starkregen nieder. Wegen einer Gewitterwarnung gab's eine 40-minütige Unterbrechung. Von Rene Putjus

Marcus Thiel steht auf der Wardter Klappbrücke und schaut suchend ins Wasser. Dort schwimmen gerade die Teilnehmer der Draxi-Distanz drunter her. Ein Kumpel des 46-Jährigen ist dabei. Einziger Hinweis: eine weiße Badekappe. "Ne, gesehen habe sich ihn leider nicht - das kann aber auch an meiner immer noch verschmutzen Brille liegen", sagt Thiel mit einem breiten Grinsen. Der Oberhausener von den Nord-Triathleten hat noch seinen Wettkampf-Anzug an. Er gehörte zu den Dreikämpfern der Olympischen Distanz, die vorher ihr sportliches Pensum absolvierten. Und Thiel wurde nicht nur während der ersten Disziplin nass. Während er auf dem Rad saß, ergoss sich Starkregen über einen Teil der Aktiven des 32. Xantener Nibelungen-Triathlons. "Das war kein Problem, allerdings anstrengender als sonst." Spaß habe es trotzdem wieder gemacht. "Ich bin zum sechsten Mal hier und werde ganz bestimmt wiederkommen", so Thiel.

Rund 1500 Triathleten kamen gestern in die Domstadt - Profis, erfahrene Amateursportler und Anfänger. Für Yves Reinders aus dem Organisationsteam der ausrichtenden TuS-Abteilung begann der Sonntag am frühen Morgen mit einem Anruf bei der Polizei. In der Wechselzone stand ein Auto. Das musste schnellstmöglich weg. Die Polizei ermittelte den Halter aus Rheinberg, der sich flux nach Xanten aufmachte und gerade noch rechtzeitig seinen Pkw vom FZX-Parkplatz entfernte "So einen Vorfall hatten wir in Geschichte des Nibelungen-Triathlons noch nicht", sagte Presswart Ringo Haupt. Gegen 10.30 Uhr mussten die Organisatoren ihre Köpfe zusammenstecken. Denn eine Wetter-App meldete, dass ein Gewitter auf den Weg nach Xanten sei. Die Großveranstaltung wurde für rund 40 Minuten unterbrochen. Letztlich war's nur ein Regenschauer. "Aber Sicherheit steht immer an erster Stelle", so Heinz-Gerd Müller, der ebenfalls seit vielen Jahren als Helfer dabei ist.

So sieht eine Siegerin aus. Daphne Schuhmachers war gestern die schnellste Frau über die Olympische Distanz. FOTO: Fischer Armin

Am Mittag stand die zweite Unterbrechung im Raum. Diesmal hatte das DRK eine Unwetterwarnung erreicht. Blitze waren am Himmel zu erkennen, doch nur ein Ausläufer der Gewitterfront erreichte die Radstrecke - auch als Marcus Thiel gerade in die Pedalen trat. "Mit dem Wetter hatten wir schon Glück", sagte Müller. Überwiegend schien die Sonne, so dass der Großteil der Athleten vom Regen verschont blieb.

Auch Michael van Sambeck bekam eine unfreiwillige Dusche von oben. "Es war zudem sehr windig auf der Radstrecke, der Wettkampf aber dennoch sehr schön. Der Triathlon ist gut organisiert und war für mich ein toller Saisonabschluss", sagte der 48-Jährige vom TV Goch, dem teilnehmerstärksten Club der 32. Auflage. Marcus Thiel fand's ebenfalls auf dem Radkurs sehr windig. "Diesmal hatte ich einen 33er Schnitt, ansonsten waren's immer 36, 37." Zum Wind auf der Xantener Wendepunktstrecke sagte Reinders mit einem Augenzwinkern: "Bei uns kommen die Berge halt von der Seite."

Gegen den Wind: Viele Triathleten empfanden das Radfahren gestern anstrengender als in den Vorjahren. FOTO: Fischer Armin

Mit den Bedingungen kam am besten Johann Ackermann vom Kölner Verbandsliga-Team Mach3 zurecht. Er untermauerte seine Favoritenstellung und wurde Erster über die Olympische Distanz. Der Schützling aus der Trainingsgruppe von Faris Al-Sultan gewann in 1:54:08 Stunden. Bemerkenswert: Ackermann war rund zwei Minuten Schneller als Al-Sultan bei seinem letzten Sieg in Xanten 2014. Al-Sultan, der gestern an der Swimrun-Weltmeisterschaft (Ötillö) in Schweden teilnahm, hatte alle Aktiven für die 32. Triathlon-Auflage in Xanten via Video-Botschaft "viel Erfolg" gewünscht.

Bei der großen Übergabe der Glaspokale am Nachmittag war Ackermann längst verschwunden. "Wir sind schon vor längerem dazu übergegangen, die Liga-Starter gesondert gleich nach ihrem Wettkampf zu ehren", erläuterte Reinders. So stand Daniel Heddendorp im Mittelpunkt, der in 2:02:24 Stunden Rang eins belegte. In der Frauen-Wertung ließ Daphne Schuhmachers die gesamte Konkurrenz in 2:23:07 Stunden hinter sich. Die Teilnehmer der Olympischen Distanz hatten 1500 Meter im Wasser, 42 Kilometer auf dem Rennradsattel sowie zehn Kilometer auf dem Laufkurs zurückzulegen. Die Triathleten, die sich für die Draxi-Distanz entschieden hatten, mussten 500 Meter schwimmen, 17 Kilometer Rad fahren sowie 5000 Meter laufen.

Ganz schnell raus aus dem Neoprenanzug: Nach dem Schwimmen ging's auf die Radstrecke. FOTO: Fischer Armin

Sara Baumann vom TT Hagen war gestern über die Kurz-Distanz nicht zu schlagen. Sie erreichte das Ziel in 57:49 Minuten und bekam wie alle anderen Triathletinnen eine rote Rose überreicht. Jörg Wittag vom Team Rose Bikes Bocholt wurde Erster in der Männer-Klasse (53:04). Presswart Haupt fand den 32. Nibelungen-Triathlon "trotz der durch den Wind geschuldeten Umstände sehr gut". Das Feedback der Teilnehmer sei durchweg positiv, sagte er kurz nach der letzten Siegerehrung. Ein Triathlet aus den Niederlanden behält die gestrige Veranstaltung in schmerzhafter Erinnerung. Er versteuerte sich auf der Radstrecke am Wendepunkt und zog sich Hautabschürfungen zu.

Quelle: RP
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