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Lokalsport
Zu viele Umbauarbeiten bei Viktoria Alpen

Alpen. Fußball-Kreisliga A: Die Ausfälle von Stammspielern konnte Trainer Jörg Schütz nicht immer kompensieren. Die 1:9-Klatsche in Xanten liegt wie ein dunkler Schatten über einer ansprechenden Saison. Von Detlef Kanthak

Eigentlich könnte Viktoria Alpen das Kapitel der Saison 2016/17 zufrieden zuklappen. Im zweiten Jahr nach der Rückkehr in die Kreisliga A verbesserte sich die Mannschaft in der Abschlusstabelle vom achten auf den fünften Rang. Acht Siege mehr als im Aufstiegsjahr, 18 Punkte mehr auf dem Konto, 20 Tore mehr geschossen. Hört sich doch prima an und hat die Viktoria im Laufe des Spieljahres sogar zu einem ernsthaften Anwärter auf den Aufstieg werden lassen, als das Team um Trainer Jörg Schütz am zwölften Spieltag die damals noch eng umkämpfte Tabelle der 18 Vereine anführte.

"Eine Saison lang hat man uns auf die Schultern geklopft", hatte der Coach lange Zeit viel Freude am Treiben auf dem Platz. "Und mit einem Spiel waren wir plötzlich die Deppen der Liga", mussten Schütz und seine Mannen aber erfahren, wie vergänglich Ruhm sein und wie schnell der Wind sich drehen kann. Das 1:9 im letzten Saison-Auftritt beim fast schon in die B-Liga abgestürzten TuS Xanten hat vieles kaputtgemacht. Auch Schütz musste einige mal kräftig schlucken. "Nach solch einer starken Saison ein dermaßen schlechter Abschluss - das hatte ich bestimmt nicht erwartet."

Das Spiel zeigte aber noch einmal die Probleme auf, mit denen Schütz und die Viktoria über weite Strecken des Spieljahres zu kämpfen hatte. "Unser Kader war nicht so groß, als dass wir jede Position problemlos doppelt hätten besetzen können", spricht der Trainer die häufig nötigen Umstellungen an. "Man kann den Spielern in der Kreisliga nicht verbieten, in Urlaub zu fahren", nimmt er noch einmal Bezug auf das Xanten-Desaster, als er mit Akteuren aus der zweiten und dritten Reihe auflaufen musste.

Zudem war Schütz immer wieder gezwungen, auf Verletzungen, beruflich bedingte Absagen und vor allem auf Sperren Rücksicht zu nehmen. Gleich 87 gelbe, fünf gelb-rote und zwei knallrote Karten weist die Statistik aus. Bei diesen "Top-Werten" unter den Spitzenteams der Liga musste in Alpen schon genauestens Buch geführt werden, wer denn überhaupt mitwirken durfte. "Diese ganzen Umbauarbeiten waren bei einigen Gegnern nicht zu schaffen", sah Schütz seine Auswahl mitunter personell im Nachteil.

Dabei hatte die Viktoria sowohl im Sommer als auch im Winter ein goldenes Händchen auf dem Wechselmarkt bewiesen. Mit dem von Fichte Lintfort gekommenen Nils Speicher sicherte sich das Alpener Team einen Stürmer, der das Tor auch im Dunkeln findet. Speicher schloss die Saison mit 43 Treffern ab und wird, Stand heute, ebenso in der kommenden Spielzeit im blau-gelben Dress der Viktoria zu sehen sein wie der in der Winterpause von der DJK Lintfort gekommene Jannik Jauer, der noch einmal frischen Wind ins Team brachte.

Ab Juli setzt Schütz noch mehr auf die Offensive. Dario Hellermann, in der A-Liga noch aus seinen Jahren beim SSV Lüttingen bekannt, kommt die kurze Strecke aus Bönninghardt, Andreas Dargel wurde vom TuS Borth abgeworben, wo der frühe Millinger seit drei Jahren seinen Spaß daran hatte, die gegnerische Defensive schwindlig zu spielen. Zwei Angreifer, zwei Versprechungen auf noch mehr Sturm und Drang in der jungen Alpener Mannschaft und die Antwort auf die Nachricht, dass der langjährige Kapitän Matthias Kuhlmann nach seinem Kreuzbandriss die Schuhe an den Nagel hängen wird.

Stefan Hebbering, zuletzt beim TuS Xanten zwischen den Pfosten, wird den Platz von Andreas Maaß einnehmen, der möglicherweise auf die Position des Torwarttrainers wechseln wird. Zudem darf sich die Viktoria auf das 18-jährige Abwehr-Talent Domenik Algra freuen, der ebenfalls vom BSV aus Bönninghardt kommt.

"Viele mögen ja darüber schmunzeln", sagt Coach Schütz, "aber die Jungs sind auch alle gute Freunde. Und ich glaube, das ist der Hauptgrund, warum wir langfristig planen und unsere Entwicklung fortsetzen können." Denn, so der Trainer, "wenn wir uns untereinander nicht so gut verstehen würden, hätten wir alle auch nicht so viel Spaß an unserer Arbeit." Und den werden sich Trainer und Team auch nicht von einem 1:9-Ausrutscher nehmen lassen.

Quelle: RP
 
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