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Sonsbeck
Steckdosen für Autos vor dem Sonsbecker Rathaus

Sonsbeck. Der neue Dienstwagen im Rathaus bewältigt Strecken bis 50 Kilometer elektrisch und damit emissionsfrei. Von Heinz Kühnen

Die Bundesregierung will, dass bis zum Jahr 2020 eine Million Elektroautos auf den Straßen rollen. Von dem Ziel ist sie aber noch weit entfernt, wie gestern im Vorfeld des Gesprächs von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Vertretern der deutschen Automobilwirtschaft wiederholt betont wurde. Erst rund 45.000 E-Autos fahren durch deutsche Lande. Im vergangenen Jahr waren nur 12.363 Elektroautos neu zugelassen worden.

Eins allerdings davon in Sonsbeck. Dort düsen Bürgermeister Heiko Schmidt und seine Mitarbeiter in einem VW Golf GTE mit Plug-in-Hybridantrieb durch die Gegend. Bislang wurden die Batterien an einer normalen Steckdose hinter dem Rathaus aufgeladen. Jetzt hat RWE Deutschland vor dem Verwaltungsbau offiziell eine Stromtankstelle in Betrieb genommen - die elfte am Niederrhein, darunter auch die in Rheinberg, Xanten und Alpen - und immer in Rathausnähe, wie RWE-Kommunalbetreuer Dirk Krämer betonte: Es gelte, möglichen Interessenten die scheu vor E-Autos zu nehmen. Zumal der weiße Golf im Batteriebetrieb flitzt wie ein Döppken, wie eine Testfahrt durch den Ort bewies. Der GTE hat mit einem Sechsgang-Automatikgetriebe und 150 PS eine maximale Reichweite von 900 Kilometer, davon bis zu 50 elektrisch, der "Rest" über einen Benzinmotor mit einem - laut Hersteller - kombinierten Verbrauch von 1,6 Litern je 100 Kilometer, wie Bernd Evers vom Autohaus Evers @ Seitz sagte. Den Benzinmotor nutzen die Gemeindeverwalter ohnehin kaum, dient das Dienstfahrzeug - neben mehreren Fahrrädern - doch vorzugsweise für Fahrten zu und in den drei Ortsteilen. Allerdings gibt's auch Fahrten zum Beispiel nach Düsseldorf. "Vor allen Dingen das hat uns dazu bewogen, auf ein Hybridauto zurückzugreifen", sagt Bürgermeister Schmidt. Bei "nur 200 bis 250 Kilometer Reichweite reiner Elektroautos könnte es schon mal eng werden.

Gut 33.000 Euro hat der umweltfreundliche Vorführwagen (Listenpreis 36.000 Euro) die Gemeinde gekostet. Eine Spardose: 2,50 Euro kostet eine E-Ladung - zuhause oder vor dem Rathaus - übrigens für jedermann - egal, welchen Stromanbieter der Fahrer nutzt. Und im E-Betrieb garantiert umweltfreundlich. RWE speist für die gut 10.000 Euro kostenden Ladestellen ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien ein, also aus Windkraftwerken und Solarzellen zum Beispiel.

Das goutiert auch Vater Staat. Ein reines E-Auto ist fünf Jahre lang von allen Steuern befreit. Für das E-Dienstmobil in Sonsbeck will Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble 28 Euro im Jahr sehen, weiß Martin Grunenberg, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Umweltplanung und Wirtschaftsförderung.

Heiko Schmidt hat den E-Golf längst liebgewonnen. Das schönste sei, morgens an den Tankstellen vorbeizufahren, sagt er. Die zweistündige Schnellaufladezeit - vier Stunden an einer Normalsteckdose - könne man verknusen.

Quelle: RP
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