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Xanten
Sternekoch kehrt zurück in seine Heimat

Xanten. Richard Nussel steht nach mehr als zwanzig Jahren Wanderschaft wieder in der Küche der "Linde" am Herd. Von Gabi Harpers

"Ich hatte vom Herumziehen in der Welt genug", sagt Richard Nussel, Chef de Cuisine in Wellings Romantikhotel zur Linde in Repelen. Nach mehr als zwanzig Jahren und etlichen Stationen im In- und Ausland kocht der 45-Jährige nun seit November 2015 wieder an den Herden, an denen er das Handwerk einst gelernt hat. Sein Mentor Peter Waldmann, seit 32 Jahren Patron der Küche in der "Linde", erinnert sich: "Richard war von Anfang an ein kreativer Koch. Er war kaum vom Herd wegzukriegen, musste immer Neues ausprobieren."

Nussel berichtet: "Aufgewachsen bin ich hier in Meerbeck. Schon als kleiner Junge habe ich mit meiner Oma zusammen gebacken." Von ihr habe er wohl auch die Liebe zu den Töpfen, die für ihn die Welt bedeuten. Seine Wanderjahre führten ihn unter anderem nach Frankreich, Portugal, Spanien und Ungarn. Schließlich erkochte er sich gemeinsam mit seinem Team in der "Westfälischen Stube" im Parkhotel Surenburg in Hörstel-Riesenbeck vor zwei Jahren seinen ersten Michelin-Stern. Die Testesser des Restaurant-Führers Guide Michelin bleiben stets unerkannt und kommen unangemeldet. Bewertungskriterien sind die gleichbleibende Qualität der Zutaten und deren Frische, ihre fachgerechte Zubereitung, die Harmonie der geschmacklichen Verbindung und die Innovation und Einzigartigkeit der Gerichte. "Grundsätzlich kochen wir nicht für die Tester, sondern für unsere Gäste", bekräftigt Nussel. "Qualität und Vielfalt der regionalen Produkte bestimmen unsere Küche."

Und Peter Waldmann ergänzt: "Wir wollen jetzt nicht unsere Küche neu erfinden. Von Richard, der die halbe Welt gesehen hat, erhoffen wir uns neue Impulse und frische Ideen." Die Bedingungen für eine Verbindung von Tradition und Moderne seien hier perfekt: Auf dem familieneigenen "Lindenhof" in Neukirchen-Vluyn hegt und pflegt Maria Welling seit einigen Jahren ihren Kräutergarten, baut verschiedene Gemüsesorten an und hält ihre eigene Damwildherde. Nussel: "Wir wollen die individuelle Identität etwa mit eigenem Kräuter- und Gemüseanbau und mit selbst gebackenem Brot erhalten, unsere klassischen Wurzeln modern interpretieren." Seine Philosophie sei es, erklärt Nussel, einfach alles zu geben und das umzusetzen, was er sich vorstelle.

Die Geschichte der "Linde" reicht ins 19. Jahrhundert zurück, als die Lindenwirtin "Tante Bill" ihre Gäste neben der 400 Jahre alten Dorflinde im "Gasthof zur Linde" mit Speisen und Getränken verwöhnte. Maria und Elmar Welling übernahmen 1984 den Gasthof, bauten um und an und integrierten unter anderem ein 220 Jahre altes Bauernhaus. Heute wie damals ist die "Linde" ein wichtiger Teil der Dorfgemeinschaft und gleichzeitig mit seinem Hotel und dem "Grafschafter Restaurant" Garant für gehobene Gastlichkeit.

Quelle: RP
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