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Xanten
Stiftsmuseum eine gute Adresse für Kinder

Xanten: Stiftsmuseum eine gute Adresse für Kinder
In Anlehnung an die Reliquienbehältnisse mit Erinnerungsstücken von Heiligen basteln die Hagelkreuzschülerinnen Finnja (l.) und Michelle mit Restauratorin Claudia Kienzle Schatzkästchen für den Hausgebrauch. FOTO: Armin Fischer
Xanten. Die Einrichtung am Xantener Dom hat ein Programm für Kindergarten- und Schulkinder entwickelt. In der Probephase kam es sehr gut an. Jetzt kostet die Teilnahme erstmals Geld - doch dieses ist gut investiert. Von Heinz Kühnen

So eine Klasse voller wuseliger Kinder muss auch in einem Museum nicht unbedingt leise sein. Doch beim Gang durch das Stiftsmuseum und bei der kindgerechten Ansprache durch Restauratorin Claudia Kienzle werden die jungen Besucher meist von ganz allein leiser. All das schimmernde Gold, das Silber, die Reliquienbehältnisse aus Elfenbein, Knochen oder edlem Holz: Da geraten die Schüler ins Staunen, sie fragen und fragen immer weiter. Langeweile kommt nicht auf. Das Stiftsmuseum holt seit gut einem Jahr mit altersgerechten Angeboten Kindergartengruppen, Klassen und zum Beispiel auch Gruppen in der Kommunionvorbereitung in die Einrichtung. Zehn Angebote gibt es, der Baustein "Schatzkästchen" steht ganz oben in der Beleibtheitsskala. Wobei die ersten 65 Gruppen, die das neue Angebot "Museum macht Spaß" allein in den letzten zehn Monaten ausprobierten, auch fleißig die neun weiteren Programm-Module nutzten.

Seit Beginn dieses Schuljahres müssen die Gruppen zwar einen Kostenbeitrag mitbringen, denn auf auf Dauer könne die Einrichtung derart zeit- und kostenintensive Arbeit nicht leisten, erklärt die stellvertretende Museumsleiterin Elisabeth Maas. Doch mit allerhöchstens fünf Euro je Teilnehmer und damit weniger als der Hälfte der tatsächlich anfallenden Kosten blieben die Kinderführungen im Rahmen. Zumal es in den zwei Stunden allein beim Staunen nicht bleibt. Immer gibt es im zweiten Teil etwas zu tun. In diesem Fall werden aus Filz, mit Kleber und Glitzersteinen kleine Schatzkästchen geschaffen, die mit nach Hause genommen werden.

Wenn es um die Festtage im Kirchenjahr geht, basteln die Kinder Sandstreubilder, Siegel, Urkunden, kleine Notizbücher oder Bilder aus selbst angerührten Farben, hauen wie Steinmetze Plastiken aus Porenstein: "Das Museum bietet eine enorme Bandbreite von Wissen, das die Kinder sich mit eigenem Tun selbst aneignen können", weiß Diplom-Restauratorin Claudia Kienzle, die bei der Entwicklung der Angebote auf eine breite Streuung wert gelegt hat. Und in der Tat passen die Inhalte in so manchen Lehrplan: Schrift und Schreiben, Kunst, Religion, Buch -, Bau- und Kunstgeschichte zum Beispiel. Zunächst waren Kindergärten und Grundschulen die Adressaten, die dienstags bis freitags anreisten - auch aus entfernteren Orten. Nun sollen auch Ältere kommen. "Für die ersten Jahrgangsstufen weiterführender Schulen passen wir das Niveau problemlos an", sagt Claudia Kienzle.

Und immer wieder loben Begleitpersonen die Angebote. In deren Urteil steht die altersgerechte, praxisnahe Wissensvermittlung an erster Stelle. Kienzle und Elisabeth Maas jedenfalls sind optimistisch, dass der Geldbeitrag keinen Einbruch in den Teilnehmerzahlen mit sich bringen wird. Da dürften die Anreisekosten oft schon eher ein Hindernis sein, bleiben die beiden realistisch.

Mit dem Programm jedenfalls ist ein Grundstein gelegt. Maas: "Wir wollen zeigen, dass es sich hier zwar um ein Museum mit wertvollen christlichen Kunstschätzen handelt, dass wir uns aber keineswegs nur mit frommen Sachen befassen." Und wenn Kinder einmal begeistert sind, bringen sie vielleicht doch einmal ihre Familien mit. Und sie selbst kommen vielleicht als Erwachsene wieder: "Weil ein Museum schließlich auch richtig spannend ist, wenn man es versteht." Ohnehin: "Museum macht Spaß!" - auch beim normalen Besuch mit einem Audioguide für Kinder.

Quelle: RP
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