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Xanten
Straße als Zeichen der Verbundenheit

Xanten: Straße als Zeichen der Verbundenheit
Der Bürgermeister von Salisbury, Andrew Roberts, sein Vorgänger Kevin Cardy, Xantens Verwaltungschef Thomas Görtz und Eberhard Ritter (v.l.). FOTO: A. FIscher
Xanten. Die Partnerschaft zwischen den beiden Städten Salisbury und Xanten besteht seit zehn Jahren. Das wurde gefeiert. Von Erwin Kohl

Manchmal sind es die kleinen Zufälle, die etwas Großes hervorbringen. Vor zwölf Jahren zog es das Xantener Ratsmitglied Eberhard Ritter nach vielen Urlauben in der Partnerstadt Saint in den Süden Englands. Dort besuchte Ritter mit seiner Familie eher zufällig die Stadt Salisbury und blieb überrascht am Ortseingangsschild stehen. "Darunter stand: Twinned with Saint", erinnert sich der Xantener.

Sofort hat der Grünen-Politiker alle Hebel in Bewegung gesetzt, um auch mit Salisbury eine Partnerschaft einzugehen, zumal der Ort in der Nähe von Southampton so einige Gemeinsamkeiten zur niederrheinischen Domstadt aufweist. "Es gibt dort eine wunderschöne Kathedrale und das berühmte Stonehenge. Salisbury wird wie Xanten von sehr vielen Touristen besucht", berichtet Ritter. Am 28. Mai 2006 wurde die Partnerschaft zwischen den beiden Städten von den Bürgermeistern Christian Strunk und Patrick Paisey beurkundet.

Inzwischen haben nicht nur zahlreiche Treffen stattgefunden, sondern auch ein intensiver Austausch auf kultureller, sportlicher oder schulischer Ebene. Nur was den Diskurs auf politischer Ebene angeht, ist noch reichlich Potential vorhanden. "In England ist der Bürgermeister nur ein Jahr im Amt. Es ist schwierig, sich gegenseitig zu befruchten, wenn man ständig einen anderen Ansprechpartner hat", gestand Xantens Bürgermeister Thomas Görtz.

Bevor es Ende Mai zur Jubiläumsfeier in Salisbury kommt, hat die Stadt Xanten Delegationen aus Salisbury und Saint zu einem Empfang in den Ratssaal eingeladen. Gastgeber Görtz äußerte sich gleich zu Beginn sehr erfreut darüber, dass drei Nationen, die noch vor nicht allzu langer Zeit verfeindet waren, eine Freundschaft eingegangen sind. "Es ist eine schöne Sache, den europäischen Gedanken auf diese Weise offen nach außen zu tragen und mit Leben zu füllen", so Görtz. Xantens Verwaltungschef betonte, dass aus einer Partnerschaft längst eine Freundschaft geworden ist und schob die Begründung gleich hinterher: "Partner arbeiten mit dem Kopf zusammen, Freunde mit dem Herzen. Das ist etwas Besonderes."

Eine Freundschaft, die nicht nur von politischer Seite lebendig gehalten wird, sondern die laut Salisburys Bürgermeister Andrew Roberts in den Herzen und Köpfen der Menschen in allen drei Städten verankert ist. Roberts, der bereits zum zweiten Mal in Xanten zu Gast ist, hob die vielen Parallelen der Partnerstädte hervor. "Wir sind uns nicht nur heute sehr ähnlich, uns verbindet eine jahrhundertelange Kultur", erklärte Andrew. Saints Bürgermeister Jean-Philippe Machon verwies, ganz Franzose, auf die kulinarischen Vorteile der Verbindung: "Mir ist zu Ohren gekommen, dass viele Xantener Liebhaber unseres Pinot geworden sind. Sie sehen auch so, wie wichtig es ist, dass unsere Partnerschaft weiter ausgebaut wird." Seine Mitbürgerin Jullien Fabienne maß internationalen Freundschaften wie dieser in Zeiten des Terrors ein besondere Bedeutung bei: "Nachdem, was in Paris und Köln geschah, ist es unsere Pflicht, diese Partnerschaft zu pflegen." Musikalisch begleitet wurde die Feierstunde von Fabian Neubauer am Klavier. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums hat die Delegation dann am Nachmittag die "Salisburystraße" eingeweiht. "Diese Straßennamen sind ein offenes Bekenntnis zu unseren Partnerstädten", erklärte Görtz.

Quelle: RP
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