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Xanten
Streit um zu lange Wartezeiten im Bürgerservice eskaliert

Xanten: Streit um zu lange Wartezeiten im Bürgerservice eskaliert
Das Rathaus in Xanten. FOTO: Armin Fischer
Xanten. Bürgermeister spricht von "massiven personellen Engpässen" und wirft BBX fehlende Loyalität vor. Von Heinz Kühnen

Lange Wartezeiten im Bürgerbüro im Rathaus hat die Fraktion der Bürger Bewegung Xanten (BBX) auf den Plan gerufen. Die Fraktion kritisiert diese Zeiten, auf die sie inzwischen von mehreren Bürgern angesprochen worden seien, als nicht akzeptabel. Das führte inzwischen zu einem handfesten Streit mit Bürgermeister Thomas Görtz. Dass die Ratsherren Matthias Voll und Werner Paßens damit an die Öffentlichkeit gegangen seien, hält er für unloyal.

Matthias Voll zitiert eine Bürgerin, die angab, jüngst für die Beantragung eines Führungszeugnisses einen Zeitraum von 11.32 bis 13.04 Uhr benötigt zu haben. Und es hätte noch länger gedauert, wenn nicht schon die Hälfte der vorherigen Bürger, die bereits eine Wartenummer gezogen haben, das Rathaus mutlos verlassen hätten. Von vier Arbeitsplätzen sei nur einer besetzt gewesen, zuzüglich der Informationsmitarbeiterin.

"Wir bitten um eine bessere Koordination im Sinne einer bürgerfreundlichen Arbeit", schreiben Werner Paeßens und Matthias Christian Voll an Xantens Verwaltungschef.

Der reagiert prompt: "Derzeit haben wir in der Tat im Bürgerservice einen massiven personellen Engpass", schreibt Thomas Görtz an die BBX-Fraktion. Eine Kollegin sei seit Anfang April krank, zwei Kollegen hätten planmäßigen, gebuchten und deshalb nicht verschiebbaren Jahresurlaub, eine Kollegin sei seit mehr als sechs Wochen nicht mehr im Dienst. "Die beiden übrigen Kolleginnen tun alles Menschenmögliche, um einen möglichst bürgerfreundlichen Betrieb weiterhin zu gewährleisten, und dies ist eher zu wertschätzen als zusätzlich zu kritisieren", so Görtz. Er jedenfalls sei "froh und dankbar, dass sich die Kolleginnen so einsetzen, um die personellen Ausfälle so gut es geht aufzufangen". Wie in anderen Dienstleistungsbereichen auch, müssten Kunden aber in solchen Situationen schon mal mit Einschränkungen rechnen und sollten hierfür Verständnis haben, appelliert Thomas Görtz an die Bürger, aber auch an die Ratsvertreter, um Verständnis bei den Bürgern zu werben.

Und dann legt Görtz noch nach: Dass Voll mit der Angelegenheit an die Öffentlichkeit gegangen sei, halte er für nicht nachvollziehbar: "Das ist also Ihr Verständnis von vertrauensvoller Zusammenarbeit zwischen Rat und Verwaltung?!" fragt Görtz in einem Schreiben, das unserer Redaktion vorliegt. "Statt der Verwaltung in wegen krankheitsbedingten personellen Engpässen kritischen Situationen den Rücken zu stärken, fällt man ihr lieber in den Rücken... Vielen Dank, ich werde die Kolleginnen und Kollegen entsprechend über diese Art der ,Unterstützung' informieren, man soll ja schließlich wissen, wer uns wie unterstützt..."

"Das schlägt dem Fass den Boden aus", kommentierte gestern Werner Paeßens. "Von uns als Ratsmitgliedern zu erwarten, diesen schlechten Service den Bürgern auch noch positiv zu vermitteln, ist für uns absolut nicht nachvollziehbar", erklärten er und Voll in einem Schreiben an den Bürgermeister: "Stellen Sie sich bitte einmal vor, dass in einem Discounter bei einem personellen Engpass der Kunde auf eine Anfrage warum kein Personal da ist, so eine Antwort erhielte. Der Kunde wäre letztmalig in diesem Discounter. Deswegen wird immer auf Abruf gearbeitet insbesondere bei der Abwicklung im Kassenbereich. "

Voll: "Wir bitten Sie weiterhin, eine moderne und bürgernahe Lösung vorzuschlagen, damit solche unerträglichen Wartezeiten nicht mehr vorkommen."

Quelle: RP
 
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