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Xanten
Tag der Begegnung: Görtz lässt nicht locker

Xanten: Tag der Begegnung: Görtz lässt nicht locker
FOTO: Fischer
Xanten. Xantens Bürgermeister hat in einem Brandbrief an die Mitglieder des Landschaftsausschusses gebeten, die Entscheidung über ein Aus für Xanten zu vertagen. Erst soll es Gespräche geben. LVR-Konzept sei nicht nachvollziehbar. Von Heinz Kühnen

Bürgermeister Thomas Görtz lässt nicht locker. Nach Bekanntwerden des neuen Konzepts zur Zukunft des "Tages der Begegnung" hat er nun die Mitglieder des Landschaftsausschusses alarmiert. Diese sollen nicht, wie geplant, am 24. Mai über die Vorlage des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) entscheiden, nach der nur noch in Köln, Aachen und Essen Europas größtes Familienfest für Menschen mit und ohne Behinderung durchführt werden soll (wir berichteten). Vor dem Aus für Xanten sollten Gespräche mit der Politik als auch mit Vertretern des LVR-Verwaltungsrat in Xanten geführt werden.

Xantens Stadtoberhaupt akzeptiert weder die LVR-Vorgehensweise noch deren Schlussfolgerungen. Offensichtlich sei es dem LVR doch sehr wichtig, künftig beim Tag der Begegnung ein noch stärkeres Augenmerk auf das Thema Barrierefreiheit zu legen, schreibt er. Beim Archäologischen Park Xanten (APX) handle es sich um ein nahezu komplett barrierefreies Veranstaltungsgelände. Görtz: "Von daher trete ich der in der Entscheidungsvorlage aufgestellten These, dass es im gesamten LVR-Gebiet nur die Standorte in Köln, Essen und Aachen gebe, die den Anforderungen für eine solche Veranstaltung gerecht werden, entschieden entgegen." Es stelle sich zudem die Frage, weshalb der LVR mit einer solchen Veranstaltung auf ein Gelände ausweicht, das nicht im Eigentum des LVR steht: "Meines Wissens wurde der Tag der Begegnung in Xanten in den vergangenen Jahren für erheblich geringere Kosten als die nun in der Vorlage mit circa 400.000 Euro veranschlagten Aufwendungen durchgeführt, . . . weil man hier auf LVR-eigenes Personal zurückgreifen kann, welches bei anderen Standorten zusätzlich von Dritten beschafft und finanziert werden muss." Als umlagefinanzierter Verband sei der LVR aber auch dem Prinzip der Wirtschaftlichkeit verpflichtet, appelliert Görtz an die Mitglieder des Ausschusses "als Sachwalter auch der Finanzen des LVR, den Aspekt der Wirtschaftlichkeit mit in den Blick zu nehmen." Und Görtz wird noch deutlicher: "Es ist aus meiner Sicht nicht nachvollziehbar, wenn der LVR, so vermute ich, erhebliche Mehraufwendungen verursacht, falls er auf ein anderes Gelände . . . ausweicht, statt auf den jahrelangen bewährten Standort in Xanten im Eigentum des LVR zurückzugreifen. Ohnehin sei es seines Wissens nach erst nach dem Wechsel des Veranstaltungsortes zu teils berechtigter Kritik am Format des Tags der Begegnung gekommen. Dies sei letztendlich auch Anlass für den Auftrag des Ältestenrates aus dem Jahre 2015, den Tag der Begegnung weiter zu entwickeln.

Er, so Görtz, begrüße es zwar sehr, "dass demnächst für die Einbeziehung des Standortes Xanten im Rahmen der Regionalisierungskampagne ein intensiver Austausch mit der Politik vor Ort stattfinden soll". Gleiches solle aber auch für die Planung und Entwicklung des Tages der Begegnung als Großveranstaltung gelten: "Hier war ich schon etwas verwundert und auch enttäuscht, dass . . . Vertreter der Stadt Xanten nicht eingebunden waren", schreibt Görtz auch an LVR-Direktorin Ulrike Lubek.

Quelle: RP
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