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Xanten
Temposünder auf den Wällen

Xanten: Temposünder auf den Wällen
Wenn Peter Friese aus dem Haus tritt, muss er sich erst vergewissern, nicht angefahren zu werden. Der lange, abgesenkte Bordstein vor seiner Haustür lädt Rad-, Moped- und Autofahrer zu gefährlichen Ausweichmanövern ein. FOTO: Lörcks
Xanten. Peter Friese beklagt die hohen Geschwindigkeiten auf Nord-, Ost, Süd- und Westwall. Dort dürfen Autofahrer maximal 30 km/h fahren, die Stadt stellte eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern fest. Lösung nicht in Sicht. Von Julia Lörcks

Vor drei Jahren trug er sein Anliegen zum ersten Mal bei der Stadtverwaltung vor. Getan hat sich seitdem nichts. Im Oktober vergangenen Jahres machte er im Rahmen der Sprechstunde Bürgermeister Thomas Görtz noch einmal auf sein Ärgernis aufmerksam. Geändert hat sich immer noch nichts. Jetzt hat er es satt und wendet sich an die Öffentlichkeit. Die Rede ist von Peter Friese (69), ehemaliger Chef der Tourist Information Xanten (TIX) und Anlieger der Straße Westwall 52 in Xanten. Sein Problem: Die täglichen Temposünder auf den Wallstraßen in Xanten. "Dort sind maximal 30 Stundenkilometer erlaubt, gefahren wird dort jedoch durchschnittlich mit Tempo 50. Ein Wunder, dass noch nichts passiert ist. Hinzu kommt die Lärmbelästigung", sagt Friese.

Und er hat recht. Denn verdeckte Geschwindigkeitsmessungen der Stadt Xanten haben ergeben, dass 85 Prozent der Autofahrer dort mit rund 50 Stundenkilometern unterwegs sind. "Vor allem auf dem breiten Ostwall besteht das Problem", sagt Tobias Fuß, Leiter des Xantener Ordnungsamtes, auf Anfrage unserer Redaktion.

Eine Lösung ist erst einmal nicht in Sicht. "Der Ostwall ist hochfrequentiert, es müssten künstliche Barrieren her", sagt Fuß. Wie diese ausschauen könnten, wollte er mit Blick auf den anstehenden Verkehrsentwicklungsplan nicht beantworten. Dieser soll noch in diesem Jahr von der Verwaltung in Auftrag gegeben werden. Fuß: "Doch damit ist es ja nicht getan. Die im Verkehrsentwicklungsplan vorgestellten Maßnahmen kosten natürlich auch Geld. Geld, das der Xantener an sich nicht gerne ausgibt."

Stein des Anstoßes für Frieses öffentliche Kritik war im Übrigen der Bericht über die neuen Übergänge am Kurpark (RP vom 10. Februar "Übergänge zum Kurpark sind ein Plus"). Darin wurde unter anderem über den neuen barrierefreien Übergang vom Westwall in Richtung Gasthausstraße berichtet. Peter Friese findet die bauliche Maßnahme für Spaziergänger, die aus dem Kurpark kommen, gut.

Eine Verkehrsberuhigung stelle sie seiner Meinung nach aber nicht dar. "Autofahrer, die Richtung Bahnhofstraße unterwegs sind, können immer noch durchgängig rasen", so Friese. Er beklagt zudem den langen, abgesenkten Bordstein vor den Hausnummern 52 und 54: "Das lädt Rad-, Moped- und Autofahrer mitunter zu gefährlichen Ausweichmanövern ein. Bevor wir aus unserer Haustür treten, müssen wir uns immer erst vergewissern, dass wir nicht angefahren zu werden." All diese Probleme seien im Xantener Rathaus seit Jahren hinreichend bekannt. "Getan hat sich aber bis heute nichts", so Peter Friese.

Aus diesem Grunde fordert er im Namen der Anlieger der Wallstraßen die Verwaltung nun auf, kurzfristig geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um die Lärmbelästigungen und Gefahren abzuwenden: "Wir sind nicht bereit, die bestehenden Zustände länger hinzunehmen, und werden alle rechtlichen Schritte ausschöpfen, den Zustand zu ändern."

Ein Schritt, der ihm nicht leicht falle. So habe er als ehemaliger Mitarbeiter der Xantener Stadtverwaltung immer noch eine Art Loyalität zu seinem früheren Arbeitgeber. "Doch all meine Gespräche haben nichts genutzt."

Quelle: RP
 
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