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Xanten
Thea hat jetzt ein eigenes Computerspiel

Xanten: Thea hat jetzt ein eigenes Computerspiel
Drei Computerspielfans und ihr Arbeitsplatz (v.l.): Thea (5), Linus (8) und Papa Simon Quernhorst vor Theas erstem eigenen Spiel. FOTO: Malz, Ekkehart (ema)
Xanten. Ein Einhorn, ein Labyrinth und verschiedene Schmuckstücke, die es einzusammeln gilt - mehr braucht es nicht für ein Computerspiel, wie die Kreation des Weselers Simon Quernhorst für seine fünfjährige Tochter Thea beweist. Von Laura Ihme

Konzentriert schaut Thea auf den Bildschirm des alten Commodore 64 ihres Vaters im Hobbykeller der Familie. Fest umklammert hält sie den Joystick in ihrer Hand und versucht immer wieder, das kleine Einhorn auf dem Bildschirm sicher durch ein Labyrinth zu manövrieren. Mist, jetzt war sie wieder zu schnell, das Einhorn ist gegen die Wand gelaufen - und Thea muss von vorn beginnen. Macht aber nix, seelenruhig probiert es die Fünfjährige erneut.

Schließlich ist das Spiel, das sie da spielt, auch eigens nach ihren Vorstellungen programmiert worden, und zwar von Papa Simon Quernhorst, seines Zeichens begeisterter Computer- und Konsolenfan. "Eines Tages ist Thea zu mir gekommen und hat gesagt, dass sie sich ein eigenes Computerspiel von mir wünscht und dass darin ein Einhorn, ein Labyrinth und Schmuck vorkommen sollen", sagt Quernhorst. Der 40-jährige Weseler, der sich auch beruflich mit Computern beschäftigt, tat, wie ihm geheißen: Abends und am Wochenende programmierte er das Spiel, bei dem Thea das geliebte Einhorn durch ein Labyrinth manövrieren muss, um verschiedene Schmuckstücke wie etwa eine Schleife oder einen Ohrring für das Pferd einzusammeln.

Vier Level gibt es mit vier verschiedenen optischen Anmutungen und den Namen "Terra", "Himmel", "Ewigkeit" und "Arktis". "Zusammengesetzt ergeben die Anfangsbuchstaben der Level Theas Namen - und so heißt auch das Spiel", erklärt Simon Quernhorst. Hat Thea alle vier Level erfolgreich absolviert, das Einhorn zum Ziel manövriert und dabei auch nicht die Wände mit dem Tier berührt, erscheint auf dem Körper des Einhorns außerdem ein Blitz und sie kann die vier Level noch einmal in schnellerem Tempo durchspielen.

Dabei kommt das gesamte Spiel fast ohne Buchstaben aus, damit die Fünfjährige es ohne Schwierigkeiten spielen kann. "Das ist bei vielen modernen Spielen für den Computer und die Spielkonsolen ein echtes Problem: Oft steht auf der Packung, dass ein Spiel für Kinder ab null Jahren freigeben ist, aber ein Kind, das noch nicht lesen kann, ist gar nicht in der Lage, es zu spielen", sagt Quernhorst.

Für Theas Altersgruppe gebe es kaum Formate, die die Kinder selbstständig spielen könnten. Bei seinem Spiel ist das anders: Kaum hat Thea den Commodore 64 angeschaltet, startet das Spiel und die Fünfjährige kann ihre Geschicklichkeit trainieren.

Mit seinem selbst programmierten Spiel zeigt Simon Quernhorst zudem, dass es eben nicht immer die neusten technischen Effekte und Konsolen braucht, um Kinder für ein Computerspiel zu begeistern - und dabei auch zu fordern. Auch hofft er, Thea und ihren Bruder Linus für die alten Spiele, Computer und Konsolen ebenso zu begeistern, wie er es ist. Für Theas achtjährigen Bruder Linus hat er deshalb bereits vor ein paar Jahren ein eigenes Spiel für den Commodore 64 programmiert, das so ähnlich funktioniert wie "Vier gewinnt" und das man auch gegeneinander zu zweit am Computer spielen kann.

Und das war wohl auch am Ende einer der Gründe, warum Thea ebenfalls ihr eigenes Spiel haben wollte. Das beansprucht sie aber keineswegs nur für sich. Linus durfte es auch schon ausprobieren, kommt aber zu dem Schluss: "Mein Spiel gefällt mir besser." Thea hingegen findet ihr Spiel viel cooler als das von Linus.

Na dann hat Papa ja alles richtig gemacht!

Quelle: RP
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