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Xanten
Theater MaX: Neues Stück statt Auflösung

Xanten: Theater MaX: Neues Stück statt Auflösung
Das Theater MaX spielt "Und alles auf Krankenschein" - eine Komödie von Ray Cooney mit (von links) Dirk Scholten als Dr. Kellermeier, Sarah Thues als Cornelia und Dieter Kluth als Dr. Helmi. FOTO: Armin Fischer
Xanten. Mit vielen neuen Schauspielern hat die Laienspieltruppe das Stück "Alles auf Krankenschein" auf die Bühne gebracht. In der Gaststätte Hennemann hat MaX eine neue Heimat für Proben und Aufführungen gefunden. Von Ulrike Keusen

Das Laientheater MaX lebt: Quietschlebendig und voller Tatendrang präsentierte sich das neu formierte Ensemble und nahm damit allen Gerüchten um deren Auflösung den Wind aus den Segeln. Die Theatergruppe existiert bereits seit 1993. Einige Mitglieder hatten aus persönlichen Gründen die Bühne verlassen.

Frische Gesichter im Team, ein neuer Aufführungsmodus und die Vorlage des Komödien-Klassikers "Und alles auf Krankenschein" von Ray Cooney bildeten eine solide Ausgangsposition, um das Laientheater wieder aufleben zu lassen. Nach einigen Wechseln der Übungsstätte bietet der Mehrzweckraum der Gaststätte Hennemann den Schauspielern eine dauerhafte Bleibe. Das ist nötig, da mit aufwendigen Bühnenbildern gearbeitet wird, die sonst immer wieder auf- und abgebaut werden müssten.

Der jetzt gefundene Raum ist ideal: Er würde sogar einer Filmkulisse zur Ehre gereichen: eine Mischung aus Ohnsorg-Theater, Wohnzimmer und Kino der 60er Jahre. 150 Menschen finden dort Platz, leider war der Raum am Tag der Aufführung nicht ganz voll geworden.

Die Aufführung beginnt mit einer kurzen Begrüßung und einer Einführung in das Stück, das die Zuschauer zu sehen bekommen. Dann erlischt die Saalbeleuchtung, die Titelmelodie der Schwarzwaldklinik erklingt, die Scheinwerfer richten sich auf die Bühne, der Vorhang wird geöffnet und gibt den Blick auf das liebevoll gestaltete Bühnenbild frei.

Was erwartet den Zuschauer des Theaterstücks? Klischees wie in Romanen? Das Leid und das Elend kranker Menschen? Nein, was da auf der Bühne geschieht, ist eine Therapie ohne vorherige Diagnose: eine kräftige Zwerchfellmassage, intensives Lachmuskeltraining und eine gründliche Reinigung der Augen durch Tränenflüssigkeit.

Schauplatz ist das Arztzimmer eines beliebten Krankenhauses, wie man es überall in Deutschland finden kann. Dr. Monkemöller, der Ambitionen auf den Chefarztposten hat, bereitet sich auf eine wichtige Rede vor. Dabei wird er vom Kollegen Dr. Kellermeier aus dem Konzept gebracht, der ihn gerne in seine Planung für ein Sommerfest einbeziehen möchte.

In diesen Unruhezustand platzt Elfi hinein, die vor knapp 19 Jahren eine außereheliche Beziehung mit dem Mediziner hatte. Sie konfrontiert ihn mit der Folge dieser Beziehung: einer Tochter. Die Zeit wäre reif gewesen, die wahre Identität des Vaters preiszugeben, namentlich erwähnt habe sie ihn aber nicht, sagt sie. Das Chaos nimmt ab dem Zeitpunkt seinen Lauf, da Luise Monkemöller, die Ehefrau, die Szene betritt. Sie darf schließlich auf keinen Fall die Wahrheit erfahren.

Dr. Monkemöller und der involvierte Freund und Mediziner-Kollege Dr. Helmi beginnen, sich um "Kopf und Kragen" zu reden. Die etwas renitente Tochter Cornelia, die wegen erheblichen Verstoßes gegen die Straßenverkehrsordnung von Wachtmeister Sepp observiert wird, komplettiert das irre Tollhaus. Gnadenlos komisch und mit noch mehr verrückten Protagonisten nimmt das Stück im zweiten Akt noch mal so richtig Fahrt auf. Eine Kaskade britischen Humors, Gags und Verkleidungsorgien unterhalten das Publikum bestens. Zum Schluss ist das Lügengerüst nicht mehr haltbar und bricht in sich zusammen.

Minutenlanger Beifall war die Belohnung der amüsierten Zuschauer für die Laiendarsteller. 120 Minuten Kurzweil hatten die Schauspieler geboten. Besonders hervorgestochen hatte mit seiner Leistung Dieter Kluth als Dr. Helmi. Kluth ist auch der Regisseur der Aufführung.

In den weiteren Rollen zu sehen waren Ralf Drnovsek als Dr. Monkemöller, Marion Jung als Luise Monkemöller, Dirk Scholten als Dr. Kellermeier, Oberschwester Hildegard, gespielt von Monika Selle, Susanne Mangold als Elfi Gammerschlag, Olaf van Afferden als Willi Cornelissen, Wachtmeister Sepp Kellermeier, gespielt von Wolfgang Eser, Sarah Thues als Cornelia sowie Petra Pins als Oma Helmi. Wenig Arbeit an diesem Abend hatte Natascha Remy als Souffleuse: Der Text saß bei allen Darstellern perfekt.

Quelle: RP
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