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Xanten
Tim Michalak stellt seine Humperdinck-Forschung vor

Xanten. Lehrbuch über Engelbert Humperdinck sein: "Meine Veröffentlichung soll sich an ein breites Publikum wenden", hat Tim Michalak vor gut einem Jahr gesagt. Damals standen seine Recherchen noch ganz am Anfang, jetzt sind sie als Buch erschienen. Am Sonntag, 10. August, hält Michalak, der auch Fachlektor für Regionalgeschichte im Ahlener Anno-Verlag ist, ab 11 Uhr im Kriemhildsaal des Siegfriedmuseums einen Vortrag über den Komponisten Engelbert Humperdinck. Der Eintritt ist frei. Gäste nehmen den Eingang über den Ziegelhof.

Michalaks Vortrag schlägt einen Bogen von Humperdincks Jugend- und Studienjahren in Xanten bis hin zu Richard Wagner und Bayreuth und bietet nicht nur eine Fülle neuer Erkenntnisse zur Xantener Lokalgeschichte im 19. Jahrhundert, sondern stellt erstmals eine bislang nicht aufgearbeiteten Lebensabschnitt des weltberühmten Komponisten von "Hänsel und Gretel" und den "Königskindern" vor. Dazu konnte der Referent eine Fülle von persönlichen und bislang nicht bekanntenbezeihungsweise publizierten Erlebnissen und Anekdoten erarbeiten. Zudem gelang in Zusammenarbeit mit der Musikwerkstatt Siegburg eine fast lückenlose Rekonstruktion aller in Xanten komponierten Werke. Im Rahmen des Vortrags werden Auszüge der Werke zum ersten Mal seit ihrer Uraufführung via Aufnahme in Xanten zu hören sein. Auch die Geschichte des Lehrerinnenseminars, das sich früher im heutigen Rathaus befand, wird im Kontext des Gründers und Vaters von Engelbert, Gustav Humperdinck, vorgestellt. Wie der Vortrag zeigt, war ein Ereignis, das als "Skandal von Xanten" sogar zu einer Debatte im Reichstag führte und Einfluss auf den weiteren Lebensweg von Engelbert hatte.

Im Vordergrund des Vortrags steht zunächst die Beziehung des Komponisten zum "stillen Xanten" und seines Naturraums. Seine Naturbeobachtungen fanden in der Musik zu "Hänsel und Gretel" ihren Niederschlag."

Weiter schlägt der Redner den Bogen zu Humperdincks Assistenz bei Richard Wagner in Bayreuth. Wagner begrüßte den von ihm hoch geachteten Schüler immer mit den Worten "Hier kommt er, mein Siegfried aus Xanten". Wie neueste Forschungsergebnisse zeigen, schrieb Humperdinck sogar ganze Passagen in den späten Musiktheaterstücken Richard Wagners.

Tim Michalak, der eine enge Kooperation mit dem Siegfriedmuseum anstrebt, ist Herausgeber der ersten umfassenden Humperdinck-Biographie. Sie wird voraussichtlich Weihnachten 2015 erscheinen.

Der Vortrag ist der Auftakt für eine Reihe von Konzerten und Vorträgen, die in die Gründung einer Humperdinck-Gesellschaft Xanten münden sollen. Geplant ist sie für Mai des nächsten Jahres.

(hk)
 
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