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Massenkarambolage auf der A57
Wo steckt der Unfallverursacher?

Sechs Verletzte nach Massenunfall auf A57
Sechs Verletzte nach Massenunfall auf A57 FOTO: Arnulf Stoffel
Sonsbeck. Nach dem Massencrash mit neun Fahrzeugen und sechs Verletzten auf der A57 bei Sonsbeck sucht die Polizei weiter nach dem Fahrer, der den Unfall verursacht hat. Über seine Identität ist wenig bekannt. Die Ermittler hoffen auf Zeugenaussagen.  Von Julia Lörcks

Tag eins nach der Massenkarambolage mit sechs Verletzten auf der A57 Richtung Niederlande zwischen Sonsbeck und Uedem - und die Polizei ist immer noch auf der Suche nach dem Unfallverursacher. Zur Identität des Fahrers ist wenig bekannt. Nur so viel: Er fuhr einen blauen BMW mit Mülheimer Kennzeichen und prallte etwa 1000 Meter vor der Ausfahrt Uedem gegen die Mittelschutzplanke.

Spuren vom Unfallort und anderen Hinweisen werde derzeit intensiv nachgegangen, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Es gebe keine Hinweise darauf, dass der Wagen vor dem Unfall nahe Uedem gestohlen worden sei. Der Halter sei der Polizei mittlerweile bekannt.

Nach Zeugenaussagen, so Markus Niesczery von der Autobahnpolizei Düsseldorf, habe der Fahrer das Auto ohne zu sichern die Unfallstelle verlassen und sei zu Fuß geflüchtet. In Folge dessen fuhren sieben weitere Pkw und ein Lastwagen auf. Der Halter des BMW, ein Mann, der der Polizei mittlerweile bekannt ist, ist bisher nicht tatverdächtig. "Es gibt bis dato keine entsprechenden Hinweise", sagt Niesczery.

Niederländer lebensgefährlich verletzt

Etwa 30 Rettungskräfte und 70 Feuerwehrmänner und -frauen aus Sonsbeck und Kevelaer kümmerten sich um die vier Schwer- und zwei Leichtverletzten aus Hagen, Goch und den Niederlanden sowie um die Bergung der Fahrzeuge. Ein Niederländer wurde lebensgefährlich verletzt und mit einem Hubschrauber in eine Klinik in Duisburg geflogen. Der 18-Jährige war den Angaben der Polizei zufolge am Donnerstag außer Lebensgefahr. Auch die drei Schwerverletzten seien auf dem Weg der Besserung.

Einer der ersten an der Unfallstelle war Lars Rübekeil, früherer Pressesprecher der Feuerwehr Sonsbeck: "Der Alarm ging um 23.45 Uhr bei uns ein." Mit zwei weiteren Feuerwehrkräften an der Unfallstelle angekommen, begriff er das Ausmaß des Unfalls und forderte Verstärkung an. "Die Trümmerteile lagen über mehrere 100 Meter verteilt. Wir mussten uns erst einmal einen Überblick verschaffen, die Verletzten suchen und die Fahrzeuge zuordnen", sagt Rübekeil. Dabei stellte sich auch heraus, dass ein Wagen, der BMW, fahrerlos war.

Umgebung nach dem vermissten Fahrer abgesucht

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Weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass der Fahrer aus dem Wagen geschleudert worden war, starteten Polizei und Feuerwehr eine Suchaktion. "Wir haben uns um die Fahrbahn Richtung Niederlande gekümmert, die Kameraden aus Kevelaer um die Gegenfahrbahn", sagt Rübekeil. Die Polizei war mit Hilfe eines Hubschraubers mit Wärmebildkamera und Spürhunden unterwegs - ohne Erfolg. Bis zum Einsatzende, das war gegen 2.30 Uhr, wurde der Mann nicht gefunden. Daraufhin blieb ein Feuerwehrauto bis kurz vor 5 Uhr vor Ort und leuchtete die Fahrbahn aus. Die Fahrbahn Richtung Nimwegen war bis 7.15 Uhr zwischen Sonsbeck und Uedem gesperrt.

Bislang hat die Polizei keine neuen Erkenntnisse über die Identität des Unfallverursachers. Sie bittet Zeugen, die etwas zum Unfallgeschehen, zur Identität des Flüchtigen und/oder seines Verbleibs sagen können, sich bei der Autobahnpolizei, Tel. 0211 8700, zu melden.

Quelle: RP