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Unfall in Sonsbeck
Auto fährt durch Wand: Haus nach Unfall vorerst unbewohnbar

Sonsbeck: Auto fährt in Wohnhaus
Sonsbeck: Auto fährt in Wohnhaus FOTO: Guido Schulmann/ schulmann.tv
Sonsbeck. Ein Statiker muss im Auftrag des Kreises prüfen, wie schwer die Schäden sind. Fahrer aus dem Krankenhaus entlassen. Von Peter Kummer

Die Landstraße zwischen Geldern und Sonsbeck: In einer weit gezogenen Linkskurve führen Reifenspuren geradeaus weiter quer über den Seitenstreifen. In der Hecke aus Kirschlorbeer klafft ein breites Loch und gibt den Blick frei auf das Wohnhaus dahinter am Grunewaldweg frei. Das breite Fenster links ist weg, das Mauerwerk dort stark beschädigt, innen ist alles verwüstet. "Betreten verboten", heißt es für diesen Raum, der früher mal ein Wohnzimmer war.

Ein Opel Corsa war am frühen Samstagmorgen von der Fahrbahn abgekommen und geradeaus ins große Fenster gerast. Jetzt muss erst einmal der Statiker alles prüfen, dann wissen Melanie Wichert, Uwe Neumann und René Kretz, wie es weitergeht. Der 22-jähriger Sonsbecker Fahrer selbst konnte das Krankenhaus, wie die Polizei auf Nachfrage mitteilte, am Montag wieder verlassen.

Offen ist weiterhin, wie es zu dem Unfall gekommen ist. Der 22-jährige Fahrer hatte nach dem Unfall - auch gegenüber der Polizei - angegeben, er sei einem Reh ausgewichen. Hier dauern die Ermittlungen noch an. Auch das Ergebnis des nach dem Unfall angeordneten Bluttests stand nach Polizeiangaben am Montag noch aus.

Der Corsa stand nach dem Unfall im Wohnzimmer. Der Fahrer gab an, einem Reh ausgewichen zu sein. FOTO: Polizei

Derweil mussten die Bewohner - entgegen erster Annahmen der Polizei am Wochenende - doch erst einmal ausziehen. "Das Haus ist vorübergehend unbewohnbar", sagte Sonsbecks Fachbereichsleiter für Allgemeine Ordnungsangelegenheiten, Markus Janssen, gestern der RP. In Absprache mit dem Besitzer wurden die Bewohner anderswo untergebracht.

"Schließlich haben wir keinen Statiker, der klären konnte, ob die Beschädigungen an der Außenwand und der Decke nach dem Unfall wirklich schwerwiegend sind oder nicht, erklärte Janssen weiter. Die Gemeinde sei nicht für die Bauordnung zuständig. Das ist Sache des Kreises. Und der werde einen Statiker hinausschicken.

Zwar haben sich Montagvormittag zwei Vertreter des Bauamtes in Wesel das Haus angesehen; sie konnten aber noch kein grünes Licht für ein Betreten des Unfallortes geben. Erst am Dienstag wird ein Statiker alles begutachten und dann sein Urteil abgeben können. René Kretz, der Eigentümer der Immobilie, hofft auf eine schnelle Bearbeitung.

Melanie Wichert und Uwe Neumann (Mitte) mit Eigentümer René Kretz gestern vor der Wohnung. FOTO: kummer

Im schlimmsten Fall müsse er einen Bauantrag stellen, befürchtet er. Und bis dann eine Genehmigung vorliege, das könne dauern. Zumindest sind die drei Bewohner anderweitig untergekommen, René Kretz in ein anderes, hinteres Zimmer in dem Haus, die beiden Mieter in eine Wohnung seiner Mutter in Geldern, die gerade frei geworden ist.

Das Zimmer war gerade erst renoviert worden. Neue Fußbodenheizung, neuer Kaminofen, neue Einrichtung. Vor wenigen Tagen noch war Melanie Wichert aus dem ersten Stock vorübergehend nach unten gezogen, weil oben auch noch einige Arbeiten anstanden. Dann kam morgens nach fünf Uhr der Knall, der Corsa kam erst mitten im Wohnzimmer zum Stehen. Anfangs hat sie gar nicht registriert, was da eigentlich genau passiert war. Erst später stellte sich der Schock ein. Seitdem, so sagt sie, habe sie kaum noch geschlafen und ist in ärztlicher Behandlung. "Der Fahrer hat noch Glück im Unglück gehabt", sagt Neumann.

Quelle: RP
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