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Xanten
Ungewöhnliches Porträt einer Stadt

Xanten: Ungewöhnliches Porträt einer Stadt
Fotograf Grischa Schmitz aus Berlin (l.) lichtet die Xantener Bevölkerung ab. Mathilde Wonning und Dr. Sigurd Schmitz gehörten zu den ersten Interessenten. Sie wollten zusammen aufs Bild, das später auch ausgestellt wird. FOTO: Armin Fischer
Xanten. Grischa Schmitz, Kameramann und Fotograf aus Berlin mit Xantener Wurzeln, porträtiert für eine Ausstellung im Drei-Giebel-Haus noch bis Dienstag auf dem Markt so viele Menschen wie möglich. Von Peter Kummer

Die Häuserfronten rund um den Marktplatz müssen immer wieder als Fotomotive herhalten; ist ja auch schön anzuschauen, wie die Stadtväter nach dem Krieg die Kernstadt wieder haben aufbauen lassen. Doch die Menschen, die hier flanieren, einkaufen, herumeilen, sind auf den wenigsten Fotos zu sehen. Dabei stellen sie doch das Leben dar. Auf dem Marktplatz kann sich jetzt jeder kostenfrei ablichten lassen und damit Teil einer Ausstellung werden.

Zu denen ersten, die sich vor die Kamera stellen, gehören Dr. Sigurd Schmitz und Mathilde Wonning. "Es kommt auf die Menschen an. Und die Menschen sind Xantener", betont der Mediziner. Für beide war es daher keine Frage, am weißen Zelt vor der Rathausapotheke anzuhalten, um sich gemeinsam ablichten zu lassen. Dort hat derzeit Grischa Schmitz, gebürtiger Domstädter, der mittlerweile in Berlin lebt, seine Kameraausrüstung aufgebaut: Profi-Stativ, Blitzschirm und ein Tablet, um die Ergebnisse sofort begutachten zu können.

Auf dem kleinen Tischchen daneben liegt eine Unterschriftenliste mit Einverständniserklärung. Denn möglichst jeder, der sich hier fotografieren lässt, wird später Teil eines Kunstobjekts. In einer Ausstellung im November und Dezember im Drei-Giebel-Haus will der 42-Jährige seine Bilder fast in Lebensgröße an die Leinwand beamen.

Gestern war der erste Tag des außergewöhnlichen Fotoshootings. Gegen zehn Uhr baute der Fotograf und Kameramann seine Ausrüstung auf, sprach Passanten an. Er wolle so viele Menschen wie möglich zeigen, erläutert er seine Idee, die gemeinsam mit dem Künstler und Galeristen Michael Blaszczyk entstand. Sein Autofotomat, wie er es nennt, ist ein kleines mobiles Fotostudio, in dem autofotografische Bilder (Selbstporträts) erstellt werden. "Kameraposition, Licht und der weiße Hintergrund bleiben immer unverändert", erklärt Grischa Schmitz. "Die fotografierte Person aber kann mit einer Fernbedienung eigenständig die Kamera auslösen und so das Bild aktiv gestalten. Jeder kann die Pose einnehmen, in der er sich gerne zeigen möchte. Es ist interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Menschen sind."

Noch bis zum 20. September steht der Wahl-Berliner täglich ab etwa 10 Uhr und bis zum späten Nachmittag auf dem Marktplatz und erwartet seine "Fotomodelle". Der Fotokünstler, sagt der Kurator der Galerie im Drei-Giebel-Haus, Michael Blaszczyk, "möchte möglichst viele Xantener möglichst mehrmals vor die Linse bekommen. Durch die Porträts lässt er ein ungewöhnliches Porträt der Stadt entstehen".

Das Ergebnis des Autofotomaten ist Teil einer Ausstellung in der Galerie im Drei-Giebel-Haus, die vom 13. November bis zum 24. Dezember zu sehen sein wird. Außerdem sind eine Postkartenedition und die Veröffentlichung der Fotos im Internet geplant. www.autofotomat.de

Quelle: RP
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