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Xanten
Unterschriften gegen Schwerlastverkehr

Xanten. Die zahlreichen Lastwagen auf der Poststraße bewegen die Bürger. Everhard Mingels hat nun eine Aktionsgemeinschaft gegründet. Die Stadt bekräftigt mit Hilfe einer Chronologie noch einmal, keine schriftlichen Informationen aus Goch erhalten zu haben. Von Peter Kummer

Anwohner der Innenstadt machen gegen den Laster-Verkehr vor der Haustür weiter mobil und haben sich zu einer Aktionsgemeinschaft Poststraße zusammengeschlossen. Ihre erste Aktion ist die Sammlung von Unterschriften gegen den Lkw-Durchgangsverkehr, mit der sie in den nächsten Tagen starten werden. Ihr Ziel: "Raus aus dem inneren Stadtgebiet. Wirksame Maßnahmen zur Lärmreduzierung. Spürbare Maßnahmen zur Temporegelung auf 30 km/h."

In einem Flugblatt, das kurzfristig in den Haushalten vornehmlich an der Post-, Bahnhof-, Viktorstraße und am Holzweg verteilt werden soll, verweist die Aktionsgemeinschaft auf einen regen Fußgängerverkehr von Senioren bis zu den Schülern verschiedener Schulen in der Innenstadt. Wöchentlich würden 7600 Laster, Transporter und Schwerlastzüge die Post- und Bahnhofstraße mit Ziel Gewerbegebiet befahren. "Es reicht" heißt es in dem Flugblatt. "Diese Fahrzeuge gehören nicht in die Innenstadt, sondern auf die Umgehung Nord-Süd-Tangente." Man dürfe nicht warten, bis etwas passiert sei, sagt Everhard Mingels. Er ist Ansprechpartner für weitere Informationen (Telefon 02801 3650). Auch die Polizei müsse erkennen, dass sich die Verhältnisse geändert hätten. Die Poststraße habe durch die Abbindung der Siegfriedstraße ihre alte Funktion als Nord-Süd-Verbindung verloren. "Warum wurden denn die Umgehungen gebaut?"

Wenige Tage nach der Hauswurfsendung wollen die Mitglieder von Haustür zu Haustür gehen und um Unterstützung per Unterschrift bitten. Mingels ist überzeugt, eine lange Liste an Unterstützern zusammenzubekommen, denke man allein an die Bewohner der Seniorenheime und des Atriums und die Patienten der Arztpraxen. Die Liste soll später Bürgermeister Thomas Görtz stellvertretend für den Rat übergeben werden.

Görtz hat unterdessen gegenüber der Redaktion bekräftigt, die Gocher Verwaltung habe zu dortigen Maßnahmen, wie man Laster möglichst aus der Innenstadt heraushalten wolle, keinen schriftlichen Bericht abgeben wollen. Die CDU hatte im Herbst auf eine ihrer Meinung nach vergleichbare Situation verwiesen. Die Aussage des Xantener Bürgermeisters hatte auf Gocher Seite für Irritationen gesorgt. Laut der Chronologie hat es zu diesem Thema am 10. Oktober 2017 ein "informelles" Telefonat zwischen beiden Verwaltungen gegeben. "Auf Wunsch der Kollegin aus Goch sollte dies aber nicht ,offiziell´ dokumentiert oder verschriftlicht werden." Zehn Tage später habe man die Stadt Goch mit einem Fragenkatalog angeschrieben. Görtz: "Bis heute haben wir keine schriftliche Reaktion aus Goch erhalten, wobei ich doch davon ausgehe, dass unser Schreiben auch bei der Stadt Goch eingegangen ist ..."

Trotz Erinnerungsmails am 9. und 30. November 2017 habe es keinen schriftlichen Bericht gegeben, sondern einen telefonischen Austausch über die rechtliche Situation. Aus Gesprächsnotizen gehe hervor, dass in Goch anders als in Xanten die Polizei eine Umleitung der Lastwagen befürworte. In Xanten halte die Polizei hingegen dies nicht nur für nicht erforderlich, sondern als unzulässig. Görtz: "Auch gibt es im Gegensatz zur Poststraße in Xanten in Goch anscheinend ,besondere Gefährdungslagen´; bei uns hat die Polizei dies ausdrücklich verneint."

Im jüngsten Bericht zum Thema Poststraße hatte der Gocher Pressesprecher nicht nachvollziehen können, warum die Verwaltung dort eine schriftliche Zusammenfassung verweigert habe. Dies nimmt die Bürger-Basis-Xanten (BBX) nun zum Anlass, um bei der eigenen Stadt Akteneinsicht zu fordern.

Quelle: RP
 
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