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Unsere Woche
Verantwortung kann man lernen, nicht nur in der Schule

Xanten. Man lernt nicht für die Schule, sondern fürs Leben, heißt es. Eine alte Kamelle, aber immer noch wahr. In Rheinberg konnten wir uns in dieser Woche davon überzeugen, dass an den weiterführenden Schulen gute Arbeit geleistet wird. Das Amplonius-Gymnasium schärft als neue "Zukunftsschule" sein pädagogisches Profil weiter. An der Europaschule gibt es nun ein neues Unterrichtsfach. "Wir für uns" heißt die Eigenkreation, soll Kindern beibringen, Verantwortung zu übernehmen. In diesen Tagen laufen übrigens an beiden Schulen die Anmeldungen für das neue Schuljahr. Wer sich informiert, wird feststellen, wie bunt die Schullandschaft ist.

Ein verantwortungsbewusstes Handeln erhoffen wir uns auch von der Landesregierung. Zum Beispiel in Sicherheitsfragen. Subjektiv betrachtet fühlen sich die Bürger eher unsicher. Die steigende Zahl der Einbrüche und immer mehr Körperverletzungen - das alles trägt zu einer solchen Wahrnehmung bei. Genau in einer solchen Umbruchphase anzukündigen, dass die Polizeiwache in Xanten nachts künftig unbesetzt bleibt, ist - vorsichtig formuliert - gewagt. Jetzt gibt es Protest. Das kann nicht überraschen. Wir sind gespannt, wie sich die Sache weiterentwickelt.

Verantwortungsbewusstsein als Folge eines Lernprozesses wird auch bei der Integration der Flüchtlinge eine große Rolle spielen. Unser Bericht über die Zentrale Unterbringungseinrichtung in Orsoy hat deutlich gezeigt: Es gibt Probleme mit Flüchtlingen. Er zeigt aber auch: Es gibt Menschen, die daran arbeiten, diese Probleme in den Griff zu bekommen. Insbesondere Facebooknutzer, die ihre galligen Anti-Flüchtlings-Kommentare über dieses "soziale" Medium in die Welt hinauskrakeelen, sei gesagt: ZUE-Leiter Markus Jansen steht als Ansprechpartner zur Verfügung. Man muss ihm allerdings mitteilen, was konkret schief läuft, sonst kann er nicht reagieren.

In dieser Woche haben wir ein ausführliches Gespräch mit Rheinbergs Bürgermeister Frank Tatzel geführt, weil er seit 100 Tagen die Verantwortung für die Stadt hat. 100 Tage verschont man neue Amtsinhaber in aller Regel, damit sie sich einarbeiten können. Wir hatten gehofft, unseren Lesern Neues und Wegweisendes erzählen zu können. Doch Frank Tatzel hielt sich in seinen Ausführungen zurück und blieb vage. Vieles sei noch im Fluss, sagte er zur Begründung. Zum Beispiel der Umbau der Stadtverwaltung. Da hat der Rat ein Wörtchen mitzureden. Mithin muss der Bürgermeister sehr überzeugend verhandeln, wenn er seine Vorstellungen durchsetzen will. Denn wie auch immer dieser Umbau aussieht - teurer wird es in jedem Fall. Und zusätzliche Kosten sind das Letzte, was die Stadt gebrauchen kann.

In diesem Sinne: ein angenehmes Wochenende! UWE PLIEN

UWE.PLIEN@RHEINISCHE-POST.DE

Quelle: RP
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