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Xanten
Viel Beifall für die Reise durch Mozarts Leben

Xanten: Viel Beifall für die Reise durch Mozarts Leben
Mozart (Philip Bauer) und seine Frau Constanze (Anna Rixen) in einer Szene von "Mozart - oder die Inszenierung der Mittelmäßigkeit". FOTO: Ostermann
Xanten. Das Zusammenspiel von Schulorchester, Schulchor und Theater AG des Xantener Stiftsgymnasiums begeisterte das Publikum. Von Sabine Hannemann

Applaus, Applaus - und das nicht in homöopathischen Dosen, sondern tosend und anerkennend, das war in der Mensa des Xantener Stiftsgymnasiums der Lohn für eine gelungene Inszenierung. Drei Aufführungen boten die jungen Akteure an diesem Wochenende mit dem Stück "Mozart - oder die Inszenierung der Mittelmäßigkeit" nach Peter Shaffer. Das Besondere am Spielort: Theater, Orchester und Chor haben für eine gelungene Koproduktion gesorgt und auf kleiner Spielfläche ihr Publikum beeindruckt. Einigen Platz brauchte der große Schulchor unter Leitung von Georg Gerißen mit 80 Mitgliedern. Bescheiden dagegen der Platz des Schulorchesters unter der Leitung von Christoph Thiel, das mit verschiedensten Sätzen aus dem Mozart-Opus zu begeistern wusste.

Ein gutes halbes Jahr liefen die Vorbereitungen für das elfköpfige Theaterensemble. Ein zugegeben anspruchsvoller Stoff, bei dem der hochbegabte Mozart (Philip Bauer) und sein Widersacher, der mittelmäßig begabte Opernschreiber und Hofkompositeur Salieri (Strahinja Kajganic) im Mittelpunkt stehen. Ort des Geschehens: Wien, seine klatschsüchtigen Subjekte, Strippenzieher wie Baronin van Swieten (Cara Schlieper), Gräfin von Orsini-Rosenberg (Johanna Nielen) und Gräfin von Strack "aber zack, zack" (Merle Neugebauer) am Hofe von Kaiser Joseph II. (Dana van Dahlen), zeitgemäß in gepuderten Perücken, samtenen Gehröcken und Kleidern. In den weiteren Rollen: Theresa Salieri (Franziska Hinßen), Katharina Cavalieri (Rosa Kainz), Constanze Mozart (Anna Rixen), Lucy Hammel und Lia Bernhauser. "Wir haben der Theater-AG das Stück vorgestellt", erzählt Dagmar Roters, die zusammen mit Stefanie Grosch die AG leitet. Heute reißt das Musikgenie Mozart Schuljugend verständlicherweise nicht gleich vom Hocker, aber der Zweiakter des britischen Dramatikers Peter Shaffer um Intrigen, Eifersucht, Macht und Einfluss schaffte es auf Anhieb, die Jugend zu begeistern. "Wir hatten das Stück als Herausforderung sowohl schauspielerisch als auch musikalisch eingestuft", erinnert sich Dagmar Roters, die schnell Begeisterung entfachen konnte. Eine Theater-AG, die ihr Handwerk versteht, erlebte daher das Publikum. Lampenfieber bei der Premiere, perfektes Spiel bei den beiden nachfolgenden Auftritten, Bühnenpräsenz, so die Bilanz. "Das Publikum erlebt eine Gruppe, die bei ihren Auftritten mit ihrer Spielfreude, Disziplin, aber auch Ernsthaftigkeit zu überzeugen weiß. Da macht das Zusehen einfach große Freude", so Roters.

Die Bühne teilte sich das Ensemble mit dem Orchester, das in dem Zweitakter, der erste Akt hat neun, der zweite 17 Szenen, hinter dem manchmal schwergängigen Tüllvorhang verschwand. Wichtig das Zusammenspiel von Orchester und Schauspielern mit der Technik (Stephan Nabbefeld und Nikolas Wilken), wenn Mozarts Widersacher Salieri sein böses Spiel spielt, um ihn zu vernichten. Eingestreut werden Daten und Geschichten um die Entstehung der Opern des respektlosen Wunderknaben Mozart, so dass das Publikum den Überblick behält. Das Spiel zwischen Drama und Komödie, an dieser Stelle sei der kichernden Kaiser Joseph II. erwähnt, entwickelt sich zur handfesten Tragödie. Das Publikum erfährt von Mozarts Lebenseile, seiner Hast beim Komponieren, seiner Vorahnung. Als er 1791 verarmt und einsam stirbt, ist er 35 Jahre alt. Überzeugend seine Frau Constanze (Anna Rixen). Von Mozart wird die Welt sprechen, so will es die Gerechtigkeit. Und Salieri? Welcher Salieri?

Quelle: RP
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