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Xanten
Viele Besucher bei der Eucharistie-Feier im Festzelt

Xanten: Viele Besucher bei der Eucharistie-Feier im Festzelt
Probst Klaus Wittke zelebrierte die Messe im Oktoberfest-Zelt. FOTO: OO
Xanten. Schwer einzuschätzen, ob Propst Klaus Wittke bei der Sonntagsmesse im Dom ähnlich viele Gläubige willkommen heißen kann: Gestern, als er traditionell im Oktoberfest-Zelt mit einem Gottesdienst den letzten Wiesn-Tag eröffnete, hieß er sehr viele Gläubige mit einem "Grüß Gott" willkommen.

Es sei fast schon Tradition, im Oktoberfest-Zelt die Eucharistie zu feiern. "Von Jahr zu Jahr sind mehr gekommen, die die Messe mit feiern. Das ist ein schönes Zeichen", freute sich Propst Wittke. Hopfen, Malz, Brezel, Haxen, Freude, Tanz und ein fröhliches Miteinander: Geschenke Gottes beim schönsten Ausnahmezustand des Jahres, der gestern zu Ende ging.

"Dieses Getränk werden alle von Ihnen sicher wieder erkennen, nehme ich an": Alexander Senk, pastoraler Mitarbeiter in der Propsteigemeinde St. Viktor, hielt in seiner Ansprache einen Bierkrug in die Höhe, fragte sich und die Gläubigen, ob der Krug nun halbvoll oder halbleer sei.

Obwohl: Eigentlich spiele das ja keine Rolle. Denn der Krug (die Maß) stehe bei Jubel, Trubel, Heiterkeit für gute Laune, fröhliche Menschen und Stimmung und könne jederzeit wieder aufgefüllt werden. Halbvoll, halbleer: diese positive oder negative Sichtweise herrsche auch in der Politik vor, und auch die Kirche wisse manchmal nicht, wie es weiter geht.

"250 Gebote kannte das Volk Israel, 360 Verbote. Beide regelten das Zusammenleben der Menschen", so Alexander Senk, der an die Fest-Besucher mahnte, die Sorgen nicht in einem Glas zu ertränken, nicht in einem halbvollen, nicht in einem halbleeren. Eine der Fürbitten: "Für alle, die in der Vergangenheit hier im Zelt gefeiert haben: Mögen Sie sich Ihre Fröhlichkeit bewahren und andere damit anstecken."

Der Musikverein Cäcilia aus Marienbaum, für Propst Wittke "eine feste Größe für gute Beständigkeit, wenn wir hier ins Zelt kommen", begleitete den Gottesdienst unter dem schützenden Dach des Oktoberfest-Zeltes, über das immer wieder mal ein starker Wind zog, der einen kurzen Platzregen mit sich brachte.

Dazwischen strahlender Sonnenschein, auch in den Gesichtern der vielen Menschen in Dirndl und Lederhose, die draußen warteten, um den letzten Festtag nach dem Gottesdienst gebührend zu feiern und zu begießen. "Ich wünsche Ihnen volle Maßkrüge", so der Propst.

(jas)
 
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