| 00.00 Uhr

Xanten
Vier komische Typen in einer WG

Xanten: Vier komische Typen in einer WG
Klasse Quartett: Matthias Franke, Hans Klaassen, Thoma Tervoort und Marc Nakath in der "Männer-WG". FOTO: Armin Fischer
Xanten. Die "Bühnenrevoluzzer" lockten 130 Besucher zur Aufführung ihres Bühnenstücks und brachten alle zum Lachen. Von Erwin Kohl

Die "BühnenRevoluzzer" sind endgültig beim Publikum angekommen. Und dafür müssen sie sich, anders als bei ihrer Bühnenpremiere im Vorjahr, nicht einmal ausziehen. Das zumindest machte die ausgelassene Stimmung der 130 Besucher, die zur Uraufführung des neuen Stücks mit dem Titel "Männer WG???" in den Saal der Brasserie Hennemann in Marienbaum gekommen waren, lange vor Beginn deutlich. Grund dafür war möglicherweise auch ein Blick ins Programmheft. Denn schon die Inhaltsangabe versprach ein ausgiebiges Training für die Lachmuskeln.

Wenn ausgerechnet "Männer" wie der lispelnde "Lullu" (Hans Klaassen), Muttersöhnchen "Bernie" (Marc Nakath), der dauerbekiffte Althippie "Jimmy" (Matthias Franke) und der verklemmte "Holger" (Thomas Tervoort) testamentarisch dazu verdonnert werden, künftig unter der Regie einer Frau durchs Leben zu tapern, sind Pleiten, Pech und Pannen programmiert.

Neben der durch die Rollenverteilung quasi vorgegebenen Situationskomik, witzigen Dialogen und Zoten setzt Autor Thomas Tervoort dieses Mal auf die Musik als durchaus belebendes Element. So trägt das in schwarze Capes gekleidete Quartett gleich zu Beginn die Urne von Erblasserin "Bille" unter den Klängen von Ennio Morricones "Spiel mir das Lied vom Tod" auf die Bühne beziehungsweise in die geräumige Wohnung der Verblichenen. Kurz darauf präsentiert der arbeitsscheue Hausmeister "Maxi" (Philipp Terhorst) den Trauernden eine Musikkassette mit dem letzten Willen der 90-jährigen.

Das aus dem Hintergrund von Kerstin Franke vorgetragenen Testament fordert von den lebensfremden Freunden die Bildung einer Wohngemeinschaft - unter der Fuchtel einer Frau. Knappe vier Wochen bleiben den in der Damenwelt allenfalls als Trostpreise gehandelten Erben, Billes letzten Willen zu erfüllen. Zum Glück hat der im zarten Alter von 37 Jahren aus dem "elterlichen Nest geworfene" Bernie einen Flirtratgeber mitgebracht.

Hartes Training zu zweit war jetzt angesagt. Weil die Anbahnungsanleitung aber aus einer Zeit stammt, in der eine gewisse Klementine dazu beitrug, der engagierten Hausfrau Waschmittel zu verhökern, sorgten männliches Wimpernklimpern und erotischer Hüftschwung für Lachsalven im Minutentakt.

Passende Gesangseinlagen wie der mit urkomischer Mimik vorgetragene Grönemeyer-Titel "Männer" oder der Musical-Hit "Let the Sunshine in" wurden vom Publikum sogar mit Zugabe-Forderungen quittiert.

Bis Nachbarin "Zsa Zsa" (Monika Szewczyk) und ihre Schwester "Lydia" (Doreen Stein) letztendlich dem ungeschickten Werben ihrer Verehrer nachgaben, mussten einige Enttäuschungen geschluckt werden. "Männer sind wie Zwiebeln, wenn man unter die Schale guckt, ist einem zum Heulen", stellte "Zsa Zsa" in diesem Fall besonders treffend fest.

Am Ende standen für das gut aufgelegte Ensemble begeistert klatschende Besucher und die Erkenntnis: Premiere mal wieder gelungen.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Xanten: Vier komische Typen in einer WG


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.