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Xanten
Vierfacher Hubertus bei Familie Lemken

Xanten. Die Hubertusmesse im Dom am Sonntag ist für den 78-jährige Hubert Lemken auch ein Familientreffen. Drei Söhne verschiedener Vettern auch auf den Namen Hubert beziehungsweise Hubertus. PETA kritisiert die Messe in Xanten. Von Theo Rodermond

Soll ihnen nicht das Fell über die Ohren gezogen werden, müssen die Feldhasen ab jetzt cool bleiben und sich fest in ihre Sasse drücken. Sobald die Hubertusmesse gefeiert ist, starten die Waidmänner nämlich ihre erste Niederwildjagd, bei der auch Kaninchen und Fasan ins Visier kommen. Obwohl die Feier des Geburtstages die des Namenstages auch am Niederrhein nahezu abgelöst hat, geben die Heger des heimischen Wildes ihrem Schutzpatron, dem heiligen Hubertus, Jahr für Jahr am Gedenktag der Hebung seiner Gebeine auch heutzutage noch die Ehre. Hubertus wurde der Legende nach durch die Begegnung mit einem Hirsch, der ein leuchtendes Kreuz in seinem Geweih trug, vom gnadenlosen Jäger, der dem Wild mit Pfeil und Bogen nachstellte, zu seinem behutsamen Heger. Genau das wollen die Nimrode der Jetztzeit auch in erster Linie sein.

Im Hegering Xanten der Kreisjägerschaft Wesel gehört auch der jetzt 78-jährige Hubert Lemken schon seit 1959 dazu. Damals erwarb der gebürtige Birtener, der auf Schrammshof das Licht der Welt erblickte und dessen Schulweg am Hagelkreuz vorbei über den "Fliegensteg" führte, durch seinen Vater in Kleve den Jagdschein. Sein Credo: "Der Jäger versteht sich in erster Linie als Heger und Pfleger, um die Natur im Gleichgewicht zu halten."

Ob seine Namensgebung der besonderen Verehrung des Heiligen Hubertus Ausdruck geben sollte? Von einer gewissen Affinität dazu erfuhr der Xantener Metzgermeister bei Treffen in der erweiterten Verwandtschaft – hören doch drei Söhne verschiedener Vettern auch auf den Namen Hubert beziehungsweise Hubertus. Und sie sind allesamt genauso naturverbunden, kümmern sich um den Umweltschutz, auch der Ornithologe. Und zwei von ihnen gehen auch mal auf die Pirsch.

So gut ein Wildbret am Haken auch zur Angebots-Palette in seiner inzwischen an Sohn Ludger übertragenen Metzgerei in der City passt – Hubert Lemken fehlte berufsbedingt oft die Zeit, dem Wild nachzustellen. Dennoch braucht es in seiner Wohnung ein eigenes Trophäen-Zimmer für stattliche Hirschgeweihe und zahlreichen Gehörne vom Rehwild. Auch ein präpariertes zierliches Kitz, dessen Mutter kurz vor der Geburt überfahren wurde, gehört zur Sammlung. War Hubert Lemken in jungen Jahren Teilhaber einer Jagd in Westfalen, so hat er heute noch Jagdrechte im Hegering Xanten. Über 17 Jahre war er auch gern gesehener Gast in Rees-Empel. Eine geschnitzte Ehrenplakette weist ihn als "Jagdkönig" 1999 aus.

Nach dem "Halali" gehört das gesellige "Schüsseltreiben" zur Jagd wie die Mutter zum Kinde. Die alten Hasen unter den Jägern tauschen ihre Dönekes dazu aus.

Der unvergessene Heimat-Chronist Josef Engel hat etliche Episoden wie die "Ballade einer unvergessenen Gams-Jagd" oder eine "Treibjagd auf der Bislicher Insel" und auch "Gedanken eines Treibers" in fantasievolle Verse gefasst. Die Freundschaft mit den Waidmännern, zu denen sich längst auch das weibliche Geschlecht gesellt hat, hat Josef Engel offensichtlich genossen.

Freunde der Jagd im besten Sinne werden sich am Sonntag, 3. November um 18,30 Uhr wieder zahlreich zur Feier der Hubertusmesse im Xantener Dom einfinden. Während Jagdhornbläser der Kreisjägerschaft Wesel schon ab 17.45 Uhr mit Jägermärschen, Fanfaren und Jagdsignalen vor dem Dom einen Vorgeschmack davon vermitteln, wird die vom Hegering Xanten zusammen mit den Falknern der Kreisjägerschaft organisierte Messe im Dom musikalisch begleitet vom Parforcehorn Bläserkreis Lauersfort unter Leitung von Andrea Knuf.

Kritik an der Messe gibt es aber auch: Die Tierrechtsorganisation PETA Deutschland übte gestern scharfe Kritik an den Verantwortlichen des Doms zu Xanten für die Abhaltung der Hubertusmesse. Sie bilde den Auftakt zu grausamen Treib- und Drückjagden. PETA fordert ein Verbot der Jagd.

Quelle: RP
 
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